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Was bedeutet ein Agio von 5% bei der Ausgabe von Aktien?   

Agio

Der Begriff Agio stammt ursprünglich aus dem Italienischen und bedeutet, auf die Finanzwelt übertragen, in etwa so viel wie Aufgeld beziehungsweise Aufschlag. Üblicherweise wird es als Prozentwert angegeben. Man unterscheidet je nach angewendetem Gebiet, zwischen verschiedenen Arten des Agios: Am geläufigsten ist die Variante bei der Ausgabe von Wertpapieren (Aktien, Fondsanteile). Dort wird das Agio als Ausgabeaufschlag beim Kauf von Wertpapieren verrechnet.

Ausgabeaufschlag (Agio) bei Fonds
Die meisten Anleger kennen einen Agio beim Kauf von Fondsanteilen. Beim Kauf der Fondsanteile verlangen fast alle Fondsgesellschaften die Zahlung eines Ausgabeaufschlags, der üblicherweise 2 bis 5 % der Kaufsumme beträgt. Dieser Ausgabeaufschlag (= Agio) bezieht sich auf den Wert der Fondsanteile und wurde ursprünglich eingeführt, um die Vertriebskosten der Fondsgesellschaften zu decken. Anleger-Tipp: Bei einigen Direktbanken können Anleger diesen Ausgabeaufschlag sparen. Wie das geht, erfahren Sie hier: „Fonds ohne Ausgabeaufschlag

Agio bei Aktien
Wenn das Unternehmen Aktien mit einem Agio emittiert, dann hat es das Agio in die Kapitalrücklagen einzustellen (§ 272 Abs. 2 Satz 1 und 2 HGB). Das Agio definiert sich dabei durch die Differenz zwischen Kurs des Wertpapiers und dessen Nennwertes. Viele Aktienemissionen führen zu solch einem Agio, da der Börsenwert der Aktien häufig höher ist als der Wert des bilanziellen Eigenkapitals. Ein Beispiel: ein Unternehmen emittiert Aktien, mit einem Nennwert von 1 €, zu 10 €. Der Ausgabeaufschlag, sprich Agio, beträgt 9 €. Der Buchungssatz im Rechnungswesen würde lauten: Konto 10 € an gezeichnetes Kapital 1 €, Kapitalrücklage 9 €.

Agio beim Devisenhandel
Auch beim Devisen- und Sortenhandel zwischen Banken tritt ein Agio auf, was sich als die Differenz von Kaufpreis und Leitkurs bemerkbar macht. Der Leitkurs ist ein fixer Orientierungskurs, von dem der Marktkurs, sowohl nach oben als auch nach unten, in einer gewissen Bandbreite abweichen darf.

Agios bei Darlehen
Die letzte Form des Agios findet sich bei der Vergabe von Darlehen. Dort stellt das Agio denjenigen Betrag dar, um den der Rückzahlungsbetrag höher als der Auszahlungsbetrag des Darlehens ist. Hat man zum Beispiel ein Darlehen mit einem Wert von 100 000 € und einem Agio von 5 %, so bekommt man 95 000 € ausgezahlt und muss 100 000 € zurückzahlen. Da das Agio eine Schuld darstellt, ist es voll als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten (ARAP) zu passivieren. Es gibt dabei ein Aktivierungswahlrecht gem.§ 250 Abs. 3 HGB. Der Buchungssatz würde lauten: Konto 95.000 €, ARAP 5.000 € an Darlehen 100.000 €.

Disagio
Das Gegenstück zu Agio ist das Disagio. Das Disagio ist folglich kein Aufschlag, sondern ein Abschlag. Beispiel: Bei der Emission einer Anleihe von einem Unternehmen zahlt der Investor nur 95 % der Anleihe statt 100 %. Das Disagio beträgt folglich 5%. Die Anleihe wird aber trotzdem zu 100 % getilgt, d.h. das Disagio stellt einen Gewinn für den Anleger dar und erhöht somit die Rendite für den Anleihen-Käufer.