CLEVER HANDELN
Richten Sie Börsennews.de als Startseite ein
Hier klicken

Mit welcher Strategie kann man im Optionsgeschäft von fallenden Kursen profitieren?   

Baisse Spread

Mit Baisse Spread (auch Bear Spread) bezeichnet man eine Strategie im Optionsgeschäft, bei der man von fallenden Kursen zu profitieren versucht. Dazu werden verschiedene Kombinationen von Optionen auf einen gleichen Basiswert verwendet. Man unterscheidet zwischen einem Baisse Spread, der aus Calls, einem der aus Puts oder einem, der aus unterschiedlichen Laufzeiten der Optionen gebildet wird. Der Baisse Spread aus Call Optionen wird auch als Vertical Baisse (oder Bear) Call Spread bezeichnet. Dabei wird ein Call mit einem größeren Ausübungspreis gekauft und einer mit einem niedrigeren verkauft. Da die Prämien für eine Call Option mit einem niedrigeren Ausübungspreis höher sind, erzielt der Anleger, der einen Baisse Spread mit Call Optionen bildet, einen Prämienüberschuss. Man spricht dabei auch von einem Credit Spread. Fällt der Kurs des Basiswertes unter dem Ausübungspreis beider Calls, wie vom Investor erwartet, verfallen beide Optionen wertlos und als Gewinn aus dem Baisse Spread kann der Ertrag aus den Prämien verbucht werden. Steigt dagegen der Kurs wider den Erwartungen des Konstrukteur des Baisse Spread so stark, dass beide Optionen ausgeführt werden, verpflichtet der Short Call zum Verkauf des Basiswertes zu einem geringeren Preis, als man ihn durch die Ausübung des Long Calls erwirbt. Es wird ein Verlust erlitten, der sich aus der Differenz der Ausübungspreise und dem Prämienüberschuss ergibt. Liegt der Wert des Underlying am Verfallstag der Option zwischen den beiden Ausübungspreisen wird der positive oder negative Überschuss aus der Differenz vom Kassapreis, dem Ausübungspreis des Short Call und dem Ertrag aus den Prämien ermittelt. Der Baisse Spread, welcher aus Put Optionen gebildet wird, wird auch als Vertical Baisse (Bear) Put Spread bezeichnet. Dabei wird ein Put mit einem größeren Ausübungspreis gekauft und einer mit einem niedrigeren verkauft. Da die zu zahlenden Prämien für Put Optionen mit einem höheren Ausübungspreis größer sind, ist zunächst ein Prämienverlust zu verzeichnen. Man spricht auch von einem Debit Spread. Steigt der Wert des Underlyings bis zum Verfallstag entgegen den Erwartungen des Baissiers so stark an, dass beide Puts verfallen, wird ein Verlust aus dem Baisse Spread in Höhe des Prämiendefizits erlitten. Fällt dagegen der Wert des Basiswertes so stark, dass beide Put Optionen In-The-Money sind, verpflichtet der Short Put zum Ankauf des Basiswertes zu einem geringeren Preis und der Long Put ermöglicht den Verkauf zu einem höheren Preis. Der Gewinn dieses Baisse Spread wird aus der Differenz der Ausübungspreise und dem Prämiendefizit errechnet. Liegt der Wert des Underlyings zwischen den beiden Ausübungspreisen wird der Überschuss, welcher positiv oder negativ sein kann, aus der Differenz des Ausübungspreises des Long Put, dem Kassapreis und dem Prämiendefizit ermittelt. Der Baisse Spread, der aus Optionen mit unterschiedlichen Verfallsdaten gebildet wird, wird auch als Baisse (Bear) Put Time Spread bezeichnet. Dabei wird ein Put mit einer kurzen Laufzeit verkauft und ein Put mit dem gleichen Ausübungspreis, aber höherer Laufzeit gekauft. Wenn der Wert des Underlyings zunächst nicht so stark sinkt, dass der Short Put nicht ausgeübt werden muss, aber dann im Zeitablauf so kräftig fällt, dass die Put Option mit dem späteren Verfallsdatum ausgeübt wird, wird ein Gewinn mit dieser Art des Baisse Spreads erwirtschaftet.