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Wie bezeichnet man den Zustand in Volkswirtschaften, bei dem das Preisniveau lang anhaltend zurück geht?   

Deflation

Als Deflation bezeichnet man die Situation in einer Volkswirtschaft, bei der das Preisniveau nachhaltig zurück geht. Als eine Ursache der Deflation kann die Konsumzurückhaltung der Konsumenten in wirtschaftlich schlechten Zeiten gesehen werden. Auf Grund ihrer unsicheren Lage in Bezug auf ihren Arbeitsplatz und damit ihrem Einkommen verzichten sie auf Konsum. Dadurch unterlassen auch die Unternehmen neue Investitionen, schließlich können sie sich nicht mehr über den Absatz sicher sein. Auch werden auf Grund des sogenannten Konsumstreiks Kapazitäten abgebaut, ferner müssen einige Unternehmen Insolvenz anmelden und ihren Betrieb einstellen. Das erhöht wiederum die Arbeitslosigkeit und die Unsicherheit der Verbraucher. Eine weitere Ursache einer Deflation kann die drastische Reduzierung der Staatsausgaben sein. Dadurch entsteht ein Angebotsüberschuss, der nicht schnell abgebaut werden kann. Das führt zu sinkenden Preisen. Die Folgen einer Deflation können verheerend sein. Durch den allgemeinen Rückgang der Preise werden Kreditnehmer benachteiligt. Schließlich verlieren die mit einem Kredit finanzierten Güter auch an Wert, während der Wert des Kredites gleich bleibt. Dadurch wird die Investitionszurückhaltung noch verstärkt. Dagegen profitieren die Gläubiger und Sparer von der Deflation, schließlich wird deren Geld mehr wert, wenn die Preise für Güter und Dienstleistungen ständig fallen. Die Konsumzurückhaltung wird dadurch noch verstärkt, denn die Konsumenten wissen, dass die Produkte weiter im Preis fallen werden. Durch diese Auswirkungen ist es möglich, dass eine Volkswirtschaft in eine sogenannte Deflationsspirale hinein gerät, aus der sie nicht mehr einfach hinaus brechen kann. Sie funktioniert wie folgt: Fallende Preise, sinkende Auslastung, weitere Kapazitätssenkungen, Verunsicherung der Verbraucher mit einhergehendem Konsumverzicht, weiter fallende Preise und so weiter. Zur Bekämpfung der Deflation gibt es zahlreiche Werkzeuge. So kann die Zentralbank einer Volkswirtschaft die Zinsen senken und damit das Geld für Unternehmen günstiger verfügbar machen. Auch kann sie durch eine sogenannte Quantitative Lockerung und Offenmarktpolitik auf deflationäre Tendenzen reagieren. Auch der Staat kann durch eine nachfrageorientierte Politik auf eine Deflation antworten. Dabei kurbelt er die Nachfrage durch staatliche Investitionsprogramme oder Steuersenkungen an. Allerdings sind weder die monetären noch die fiskalischen Maßnahmen unumstritten. In der Geschichte ist vor allem die Große Depression während der 1930er Jahre als Deflation bekannt. Dabei konnten lang anhaltend sinkende Preise beobachtet werden. Während dieser Zeit wurde in Deutschland die Deflation durch massive Sparmaßnahmen der Regierung und Lohnkürzungen der Arbeitgeber noch verschärft. In näherer Vergangenheit kann das Verlorene Jahrzehnt in den 1990ern in Japan als Beispiel für eine Deflation dienen. Dort konnte ein massiver Preisverfall, große Konsumzurückhaltung und eine damit verbundene Steigerung der Arbeitslosigkeit beobachtet werden. Maßnahmen der Zentralbank, welche die Zinsen auf 0 % senkte, und Konjunkturprogramme der Regierung, konnten die Deflation dabei auch nicht verhindern.