MAINTAL (dpa-AFX) - Der Verbindungstechnikhersteller Norma Group rechnet im neuen Jahr mit einem leichten Aufwärtstrend bei der Profitabilität. Vorstandschef Guido Grandi blickt allerdings nach eigenen Worten vorsichtig auf die Geschäftsentwicklung. "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird auch im laufenden Geschäftsjahr schwierig bleiben", sagte der Manager laut Mitteilung am Dienstag in Maintal und verwies auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Der Zulieferer für die Autoindustrie und die Landwirtschaft rechnet im Wesentlichen mit stabilen Erlösen. Wegen eines Gewinnrückgangs im vergangenen Jahr müssen Anleger bei der Dividende voraussichtlich kürzertreten. Die Aktie legte zu.

Das im SDax notierte Papier gewann nach Handelsbeginn 2,2 Prozent auf 16,65 Euro. Baader-Bank-Analyst Peter Rothenaicher sprach von einem Ausblick, der die Erwartungen voll treffe. Das Nettoergebnis 2023 sei aber schwächer ausgefallen als gedacht. Kurzfristige Treiber für eine starke Erholung des Aktienkurses sah der Experte trotz einer aus seiner Sicht günstigen Bewertung nicht.

Die Aktie hatte Anfang März dazu angesetzt, den seit vergangenem Frühling anhaltenden Abwärtstrend zu stoppen und hat im laufenden Monat rund 19 Prozent zugelegt. Allerdings liegt der Kurs noch immer deutlich unter dem Niveau von vor einem Jahr. Damals pendelte er noch um die 25 Euro, bevor es scharf abwärts ging.

Die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern soll dieses Jahr bei rund 8,0 bis 8,5 Prozent des Umsatzes landen, wie das Unternehmen mitteilte. Im Vorjahr hatte die operative Marge bei 8,0 Prozent verharrt. Der Umsatz dürfte 2024 rund 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro erreichen und damit auf einem stabilen Niveau bleiben. Analysten hatten im Schnitt mit Werten in diesen Bereichen gerechnet.

In der Region Amerika rechnet Norma mit einem stabilen Geschäft mit Bewässerungstechnik, bei Automobilkunden hingegen dürfte es schwächer ausfallen. In Europa sollten die Autoindustrie und sonstige Industrieanwendungen besser laufen. Auch in Asien gehen die Hessen von einer guten Nachfrage aus.

Die vorläufigen Zahlen zu Umsatz und Ergebnis im Vorjahr bestätigte der Zulieferer für die Autoindustrie und die Landwirtschaft. Norma hatte mit 1,22 Milliarden Euro rund 1,6 Prozent weniger Umsatz gemacht. Dabei belastete der starke Euro, ohne Wechselkurseffekte wäre ein leichtes Plus herausgesprungen. In Europa und Asien-Pazifik lief es besser, in den USA hingegen verlor das Unternehmen einen Teil des Geschäfts. Schlechtes Wetter mit Überschwemmungen im Frühjahr und Streiks bei den großen US-Autobauern Ford , Stellantis und General Motors im Herbst belasteten.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 97,5 Millionen Euro 1,5 Prozent unter dem Vorjahreswertl. Höhere Personalkosten dämpften das Abschneiden. Neben gestiegenen Löhnen kamen vor allem in der ersten Jahreshälfte Kosten für Sonderschichten und Zeitarbeiter zum Tragen, um Produktionsrückstände in europäischen Werken abzubauen. Die Materialkosten sanken.

Der Gewinn unter dem Strich ging wegen eines schlechteren Finanzergebnisses um fast 29 Prozent auf 27,9 Millionen Euro zurück. Die Dividende soll um 10 Cent auf 45 Cent je Aktie sinken.

Norma fertigt unter anderem Rohr-, Schlauch- und Steckverbinder sowie Schlauchschellen. Sie kommen vor allem in der Automobilindustrie und in Bewässerungssystemen in der Landwirtschaft zum Einsatz. Das Unternehmen beschäftigt rund 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter./men/lew/jha/