Haircut Wie funktioniert das Haircut Prinzip?

Mit dem englischen Begriff Haircut wird die verminderte Wertansetzung eines Objektes bezeichnet, welches zur Sicherstellung eines Kredites beim Kreditgeber hinterlegt werden muss. Am ehesten lässt sich der Haircut mit der Pfandleihe vergleichen. Möchte jemand einen Kredit von einem Pfandleiher erhalten, muss er bei ihm einen Gegenstand als Pfand zurücklassen. Allerdings bekommt der Kreditnehmer nicht den vollen Wert ausgezahlt, sondern muss einen Abschlag auf den gegenwärtigen Wert des Objektes hinnehmen, welche als Sicherungsleistung für den Pfandleiher dient. Ähnlich funktioniert das Haircut Prinzip auch bei Zentralbanken. Möchten Kreditinstitute bei dieser Geld leihen, müssen diese bei ihr Wertpapiere als Sicherheit hinterlegen. Auf den gegenwärtigen Wert dieser Wertpapiere wird ein Abschlag, der Haircut, berechnet, voraus sich dann die Kreditsumme ergibt.

Beispiel:
Eine Bank möchte bei der Zentralbank einen kurzfristigen Kredit aufnehmen, um die Liquiditätsgrenzen einzuhalten. Dafür hinterlegt sie bei der Zentralbank Wertpapiere im Wert von einer Million Euro. Da die Werte der Papiere schwanken können, verlangt die Zentralbank einen Haircut von 8 %. Deswegen bekommt die Geschäftsbank von der Zentralbank nur einen Kredit von 920.000 € (= 1.000.000 € x (100 %-8 %).