Handel per Termin Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Handel per Erscheinen Nächster Begriff: Handelsaktiva

Der Abschluss von Geschäften über Wertpapiere, Devisen, Rohstoffe oder Derivate, bei denen die Erfüllung nicht sofort, sondern zu einem späteren, im Voraus festgelegten Termin erfolgt, wobei Preis und Menge bereits heute vereinbart werden

Der Handel per Termin bezeichnet im Finanzwesen eine Form des Wertpapier- oder Warengeschäfts, bei der Abschluss und Erfüllung zeitlich voneinander getrennt sind. Im Gegensatz zum Kassahandel, bei dem Lieferung und Zahlung kurzfristig erfolgen, wird beim Handel per Termin ein zukünftiger Zeitpunkt für die Erfüllung des Geschäfts vereinbart.

Diese Handelsform ist ein grundlegender Bestandteil der Terminmärkte und bildet die Basis für zahlreiche derivative Finanzinstrumente.

Grundprinzip des Handels per Termin

Beim Handel per Termin verpflichten sich die Vertragsparteien bereits zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses, eine bestimmte Leistung zu einem festgelegten zukünftigen Termin zu erbringen.

Typischerweise handelt es sich dabei um:

den Kauf oder Verkauf eines Vermögenswertes
eine festgelegte Menge und Qualität des Basiswertes
einen vorher vereinbarten Preis
einen bestimmten Erfüllungszeitpunkt

Die tatsächliche Lieferung und Zahlung erfolgen erst zu diesem zukünftigen Termin.

Abgrenzung zum Kassahandel

Der Handel per Termin ist klar vom Kassahandel zu unterscheiden.

Beim Kassahandel erfolgt die Abwicklung eines Geschäfts kurzfristig, meist innerhalb weniger Tage nach Vertragsabschluss. Die Lieferung des Wertpapiers und die Zahlung des Kaufpreises finden nahezu gleichzeitig statt.

Beim Handel per Termin hingegen wird die Erfüllung in die Zukunft verschoben. Diese zeitliche Trennung ist das zentrale Merkmal und ermöglicht zusätzliche wirtschaftliche Funktionen.

Formen des Terminhandels

Der Handel per Termin kann in verschiedenen Ausprägungen auftreten, die sich hinsichtlich Standardisierung und Handelbarkeit unterscheiden.

Zu den wichtigsten Formen zählen:

  1. Terminkontrakte
    Individuell vereinbarte Verträge zwischen zwei Parteien, die spezifische Bedingungen enthalten.

  2. Futures
    Standardisierte Terminkontrakte, die an Börsen gehandelt werden und eine hohe Liquidität aufweisen.

  3. Optionen
    Verträge, die dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht einräumen, ein Geschäft zu einem zukünftigen Zeitpunkt durchzuführen.

Diese Instrumente unterscheiden sich in ihrer Struktur, basieren jedoch alle auf dem Prinzip des Terminhandels.

Funktionen des Handels per Termin

Der Handel per Termin erfüllt mehrere wichtige Funktionen im Finanzsystem.

Ein zentraler Zweck ist die Absicherung gegen Preisrisiken. Unternehmen und Investoren können zukünftige Preise bereits heute festlegen und sich so gegen unerwartete Marktentwicklungen schützen.

Darüber hinaus ermöglicht der Terminhandel spekulative Strategien. Marktteilnehmer können auf zukünftige Preisentwicklungen setzen, ohne den zugrunde liegenden Vermögenswert unmittelbar zu besitzen.

Ein weiterer Aspekt ist die Preisfindung. Terminmärkte liefern Informationen über die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich zukünftiger Preisentwicklungen.

Bedeutung für verschiedene Marktteilnehmer

Der Handel per Termin wird von unterschiedlichen Gruppen genutzt.

Unternehmen nutzen ihn häufig zur Absicherung, etwa gegen Schwankungen von Rohstoffpreisen oder Wechselkursen.

Investoren und Händler verwenden Termininstrumente zur Umsetzung von Anlagestrategien oder zur Spekulation auf Marktbewegungen.

Auch institutionelle Anleger nutzen den Terminhandel, um Portfolios effizient zu steuern und Risiken zu managen.

Chancen und Risiken

Der Handel per Termin bietet sowohl Chancen als auch Risiken.

Zu den Chancen gehört die Möglichkeit, Risiken gezielt abzusichern und von Preisbewegungen zu profitieren. Zudem erlaubt er den Einsatz von Hebeleffekten, wodurch mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz größere Positionen bewegt werden können.

Demgegenüber stehen erhebliche Risiken. Preisentwicklungen können sich entgegen den Erwartungen entwickeln, was zu Verlusten führen kann.

Der Einsatz von Hebelwirkungen verstärkt diese Risiken zusätzlich, da bereits kleine Preisänderungen große Auswirkungen haben können.

Einfluss auf die Preisbildung

Der Handel per Termin beeinflusst auch die Preisbildung auf den Märkten. Terminpreise spiegeln die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen wider.

Diese Preise stehen in Beziehung zu den aktuellen Kassapreisen und werden durch Faktoren wie Zinsen, Lagerkosten und Markterwartungen beeinflusst.

Die Wechselwirkung zwischen Termin- und Kassamärkten trägt zur Effizienz der Preisbildung bei.

Regulierung und Marktstruktur

Der Terminhandel unterliegt in vielen Ländern einer Regulierung, insbesondere wenn er an Börsen stattfindet. Diese Regulierung soll Transparenz gewährleisten und Risiken begrenzen.

Standardisierte Terminkontrakte werden häufig über zentrale Clearingstellen abgewickelt, die das Ausfallrisiko reduzieren.

Individuelle Termingeschäfte hingegen können außerhalb regulierter Märkte stattfinden und sind mit höheren Risiken verbunden.

Historische Entwicklung

Der Handel per Termin hat eine lange Geschichte und entwickelte sich ursprünglich aus dem Bedürfnis, Preisschwankungen bei landwirtschaftlichen Produkten abzusichern.

Im Laufe der Zeit wurde das Konzept auf andere Märkte übertragen und weiterentwickelt. Heute ist der Terminhandel ein zentraler Bestandteil moderner Finanzmärkte.

Bedeutung im heutigen Finanzsystem

Im heutigen Finanzsystem ist der Handel per Termin unverzichtbar. Er ermöglicht die Absicherung von Risiken, unterstützt die Preisfindung und bietet vielfältige Anlagemöglichkeiten.

Die zunehmende Globalisierung und Digitalisierung haben seine Bedeutung weiter erhöht, da Märkte schneller und effizienter miteinander verbunden sind.

Fazit

Der Handel per Termin ist eine Handelsform, bei der Abschluss und Erfüllung eines Geschäfts zeitlich getrennt sind und die Lieferung sowie Zahlung zu einem zukünftigen Zeitpunkt erfolgen. Er bildet die Grundlage für den Terminhandel und zahlreiche derivative Finanzinstrumente. Seine Funktionen reichen von der Risikoabsicherung über spekulative Strategien bis hin zur Unterstützung der Preisbildung. Trotz der damit verbundenen Chancen ist er auch mit erheblichen Risiken verbunden, insbesondere durch Unsicherheiten über zukünftige Entwicklungen und den Einsatz von Hebeleffekten.