Übernahmeangebot

Wie läuft ein Übernahmeangebot ab?

Ein Übernahmeangebot ist das öffentliche Angebot eines Unternehmens an die Aktionäre einer Aktiengesellschaft, die Anteile an dieser Firma zu einem bestimmten Preis übernehmen zu wollen. In Deutschland ist es seit 2002 gesetzlich vorgeschrieben, dass ein Großaktionär beim Erreichen der 30 Prozent Schwelle den anderen Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot macht. In der Regel sieht das Übernahmeangebot eine Barzahlung für die zu übernehmenden Aktien vor, wobei das Gebot meist deutlich über dem letzten Aktienkurs des Übernahmeziels liegt. Allerdings kann das Übernahmeangebot auch einen Aktientausch vorsehen, bei dem den Aktionären des Übernahmeziels die Aktien des eigenen Unternehmens in einem bestimmten Verhältnis angeboten werden, dies wird auch als Umtauschangebot bezeichnet. Außerdem ist es möglich, dass die Offerte aus einem Aktientausch und einer Barkomponente besteht. In vielen Fällen wird ein Übernahmeangebot von Großaktionären als zu niedrig abgelehnt und anschließend nachgebessert. Wenn ein Konkurrent ebenfalls ein Übernahmeangebot vorlegt, kann es zu einem Bieterwettstreit kommen. Aktionäre, die ein Übernahmeangebot ablehnen, bleiben weiter Inhaber ihrer Anteile, können aber mit einem Squeeze Out aus dem Unternehmen gedrängt werden, wenn der Hauptaktionär über 95 Prozent aller Aktien hält.