FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Rheinmetall haben nach Bekanntgabe vorläufiger Geschäftszahlen ihre Tagesgewinne weitgehend behauptet. Die Papiere des Autozulieferers und Rüstungskonzerns schwankten am frühen Freitagnachmittag zwar deutlich, notierten aber zuletzt noch 2,7 Prozent im Plus bei 207,60 Euro. Damit zählten sie weiterhin zu den besten Werten im MDax . Der Index der mittelgroßen Werte stieg um 0,7 Prozent.

Rheinmetall fuhr im vergangenen Jahr nach ersten Berechnungen zwar operativ ein Rekordergebnis ein. Die Marge dürfte deshalb besser ausfallen, als bislang gedacht. Das Wachstum aus eigener Kraft hingegen dürfte nicht ganz so stark ausgefallen sein wie erwartet.

Dies liegt laut Rheinmetall sowohl an der verlangsamten Erholung der globalen Autoproduktion als auch daran, dass sich einige Aufträge im Rüstungsgeschäft auf 2023 verschoben haben. Einem Händler zufolge ist damit wichtig, dass die Umsatzverschiebung vom vierten Quartal 2022 auf das erste 2023 nicht auf fehlende Bestellungen oder Bestellverzögerungen zurückzuführen ist, sondern lediglich auf Lieferverzögerungen.

Im Handel wurde derweil die aktuelle Stärke der Rheinmetall-Aktien zum einen mit der absehbaren Aufnahme der Papiere in den Dax begründet. So hatte die französische Großbank Societe Generale (SocGen) bereits am Vortag darauf hingewiesen, dass mit einem Delisting der Linde-Anteilscheine im Laufe des ersten Quartals zu rechnen sei und Rheinmetall als Nachfolger im deutschen Leitindex erwartet werde.

Zum anderen wurde die politische Entscheidung zur Lieferung des Schützenpanzers Marder in die Ukraine angeführt. Das nähre Spekulationen, dass dem Marder trotz aller politischen Bedenken irgendwann der Kampfpanzer Leopard folgen könnte./la/niw/he

Quelle: dpa-AFX