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Nullrunden bis 2030

IG Metall attackiert VW wegen Gehaltsstopp 19.10.2026, 11:43 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Nullrunden bis 2030: IG Metall attackiert VW wegen Gehaltsstopp
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Volkswagen (VW) Vz 68,35 EUR -0,23 % Baader Bank
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Volkswagen steuert auf einen harten Konflikt mit seinen Beschäftigten zu. Nach Darstellung der IG Metall will der Konzernvorstand die Gehälter der weltweit mehr als 660.000 Mitarbeiter bis 2030 auf dem heutigen Tarifniveau einfrieren. An der Börse bleibt die Aufregung bislang aus: Die VW-Vorzugsaktie notiert am späten Vormittag bei 68,32 Euro rund 0,4 Prozent im Plus.

Nullrunden gelten bereits seit Anfang Oktober

Der Europäische und Weltkonzernbetriebsrat hat die Belegschaften am Montag im Intranet über das Vorhaben informiert. Demnach seien die Personalverantwortlichen weltweit angewiesen worden, sämtliche Entgelterhöhungen bis 2030 auszusetzen. Die Vorgabe greife bereits seit Anfang Oktober. Volkswagen breche damit mit der bisherigen Praxis, in den Personalbudgets stets einen Inflationsausgleich und tarifliche Steigerungen einzuplanen, kritisiert die Gewerkschaft. Sie rechnet mit Reallohnverlusten von mindestens zehn Prozent, sollte der Plan umgesetzt werden.

Der Konzern selbst wollte die Angaben nicht kommentieren und sprach von Spekulationen. Über tarifliche Fragen solle zunächst intern verhandelt werden. Die Arbeitnehmervertreter nennen das Vorgehen absurd und verweisen darauf, dass die Personalkosten nur einen Bruchteil der Umsatzkosten ausmachten.

Tarifpoker beginnt Ende November

Der Zeitpunkt ist brisant. Voraussichtlich Ende November starten die Verhandlungen über neue Tarifverträge – sowohl über den VW-Haustarif als auch über den Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie, der unter anderem bei Audi, MAN und Porsche gilt. Die IG Metall geht mit einer Forderung von fünf Prozent mehr Geld in die Gespräche. Erst vor knapp einem Monat hatte Volkswagen fast alle Tarifverträge gekündigt.

Gehaltsverzicht ist für die Belegschaft kein neues Thema: Schon in der Tarifrunde 2024 gab es neben Stellenstreichungen eine Nullrunde für 130.000 VW-Beschäftigte. Die damals vereinbarte Erhöhung von fünf Prozent fließt in zwei Stufen in einen Fonds statt auf die Gehaltskonten.

50.000 Stellen auf der Streichliste

Der Gehaltsstreit fällt in eine Phase tiefer Umbrüche in der deutschen Autoindustrie. US-Zölle und der harte Wettbewerb in China setzen den Wolfsburgern zu, im zweiten Quartal war der Gewinn um rund ein Drittel eingebrochen. Der Vorstand will in den kommenden Jahren weltweit 50.000 Stellen streichen, zusätzlich zu bereits beschlossenen Abbauprogrammen. Die konkreten Maßnahmen müssen allerdings noch mit den Arbeitnehmern ausgehandelt werden. Offen ist zudem die Zukunft der Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm für die Zeit nach 2031 bis 2034.

Die Aktie spiegelt den Druck seit Langem wider: Vor einem Jahr kostete das Vorzugspapier noch gut 91 Euro, heute ist es rund ein Viertel weniger wert. Im Wochenverlauf pendelte der Kurs zwischen knapp 66 und gut 69 Euro. Ob ein Lohnstopp die Kostenbasis spürbar entlasten könnte oder vor allem die Fronten vor der Tarifrunde verhärtet, dürfte sich erst in den Verhandlungen zeigen.

Bn-Redaktion/sb
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