FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte am Donnerstag nach seiner Vortagsschwäche wieder einige Punkte aufholen. Zum Juni-Auftakt taxierte der Broker IG den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor dem Start 0,4 Prozent höher auf 15 733 Punkte. Förderlich ist, dass das Repräsentantenhaus der USA den mühsam ausgehandelten Deal im Schuldenstreit gebilligt hat. Damit sind die Vereinigten Staaten einen großen Schritt weiter, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Staates in letzter Minute abzuwenden.

Am Mittwochabend (Ortszeit) stimmte eine parteiübergreifende Mehrheit in der Parlamentskammer für den Gesetzentwurf, mit dem die Schuldenobergrenze bis 2025 ausgesetzt werden soll, während zugleich die staatlichen Ausgaben in den kommenden zwei Jahren beschränkt werden. Nun muss der Senat dem Vorhaben noch zustimmen, und Präsident Joe Biden muss das Gesetz unterzeichnen, damit der Regierung nicht das Geld ausgeht. Finanzministerin Janet Yellen hatte gewarnt, dies könnte an diesem Montag eintreten.

Durch das Tief seit sieben Wochen, das der Dax am Vortag im Verlauf markiert und so den Mai doch noch mit klaren Verlusten beendet hat, gilt die charttechnische Lage jedoch als eingetrübt. Laut dem Marktbeobachter Stephen Innes von SPI Asset Management könnte jetzt der "Sommerzeit-Blues" kommen in Anlehnung daran, dass Aktien in den Sommermonaten häufig einen schweren Stand haben.

Laut dem Experten handelt es sich derzeit aber nicht um eine typische Sommer-Situation. "Die Märkte werden weiterhin unterschiedliche Interpretationen des makroökonomischen Umfelds durchlaufen, während sie mit Rezessionsängsten und der Inflationsentwicklung zurechtkommen müssen", so Innes. Leicht positiv werten Marktbeobachter am Donnerstag, dass der Caixin-Index eine bessere Stimmung in der chinesischen Industrie signalisiert./tih/jha/