FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Börsengang des Automobilherstellers Porsche im September an der Deutschen Börse erwartet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), dass in diesem Jahr keine weiteren Unternehmen mehr erstmals Aktien emittieren werden. Zu dieser Einschätzung kommt eine Analyse "Emissionsmarkt Deutschland", die am Mittwoch von der Unternehmensberatung herausgegeben wurde.

Rezessionsängste, der Ukraine-Krieg und die hohe Inflation hielten mögliche Emittenten für Wertpapiere davon ab, sich künftig auf dem Börsenparkett in Deutschland zu positionieren, heißt es in der Analyse. Im vierten Quartal werde wohl keine weitere Erstnotiz in Frankfurt verzeichnet. Im günstigsten Fall "liegen noch ein oder zwei kleinere IPOs (Initial Public Offerings - Erstemissionen) im Bereich des Möglichen", sagt Nadja Picard, Expertin für das europäische Kapitalmarktgeschäft bei PwC Deutschland, in dem Papier. "Unter diesen schwierigen Bedingungen traut sich aktuell kaum ein Unternehmen an die Börse."

Gleichwohl beobachtet PwC einen Aufwärtstrend bei Fremdkapitalemissionen. Im dritten Quartal 2022 lag das Volumen bei 13,7 Milliarden Euro gegenüber 8,8 Milliarden im zweiten Quartal, wie das Beratungsunternehmen mitteilt. Marktteilnehmer rechnen darüber hinaus mit einer höheren Spanne von Renditen bei Anleihen inner- und außerhalb des als sicher geltenden Ratingbereichs, schreibt PwC.

"Die Nachfrage nach Instrumenten mit Bezug zu den Aspekten Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) nimmt weiter zu. Insbesondere bei größeren Investoren werden diese Instrumente immer beliebter", sagt Stephan Wyrobisch, PwC-Experte für Börsengänge./ksc/men/he