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Schon eine halbe Million neuer Batteriespeicher 22.10.2026, 15:58 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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(Im 1. Satz des 4. Absatzes muss es heißen: Das Segment der Heimspeicher geht von 5 bis 20 Kilowattstunden.)

BERLIN (dpa-AFX) - Batteriespeicher boomen in Deutschland. Im laufenden Jahr ist bereits rund eine halbe Million dieser Anlagen in Deutschland in Betrieb genommen worden, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mitteilt. Die beim Marktstammdatenregister für die ersten neun Monate des Jahres gemeldeten neuen Speicher haben zusammen eine Kapazität von 8,2 Gigawattstunden - das sind 91 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025.

Die Zahlen beziehen sich auf die rund 493.000 bis zum 12. Oktober für die ersten drei Quartale gemeldeten Anlagen. Inklusive zu erwartender Nachmeldungen geht der Verband von rund neuen 534.000 Anlagen in den ersten neun Monaten aus. Für das Gesamtjahr erwartet der Verband sogar einen Zubau von deutlich mehr als 10 Gigawattstunden. Zum Vergleich: Rein rechnerisch entsprechen 8,2 Gigawattstunden, dem Strombedarf einer Stadt wie München an einem knappen halben Tag.

Großspeicher mehr als vervierfacht

Bei der reinen Stückzahl der Speicher ist das Wachstum mit gut einem Fünftel deutlich geringer als bei der Kapazität. Das liegt daran, dass insbesondere große Speicher derzeit stark zulegen. Bei den Großspeichern mit mehr als einem Megawatt stieg die Anzahl der Inbetriebnahmen von 63 auf 220, die damit verbundene neue Kapazität von 0,9 auf 3,8 Gigawattstunden.

Damit überholten sie das Segment der Heimspeicher mit 5 bis 20 Kilowattstunden. Dort stieg die Anzahl der neuen Anlagen von 261.000 auf 303.000 und der Kapazitätszubau von 2,6 auf 3,2 Gigawattstunden.

Der Rest der neu gebauten Anlagen verteilt sich auf 172.000 Kleinstspeicher mit bis zu 5 Kilowattstunden, die zusammen 0,5 Gigawattstunden speichern können, und 17.000 Gewerbespeicher mit je 20 bis 1.000 Kilowattstunden, die zusammen 0,7 Gigawattstunden aufnehmen können.

Schnellerer Hochlauf nötig

Batteriespeicher spielen bei der Energiewende eine wichtige Rolle, weil sie Schwankungen in der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen abfedern können.

"Batteriespeicher entwickeln sich zu einem Wachstumstreiber und Effizienz-Hebel der Energiewende", sagt der Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, Carsten Körnig. "Sie helfen, das Stromsystem effizienter zu machen und Kosten in Milliardenhöhe einzusparen." Allerdings sei ein sehr viel schnellerer Hochlauf nötig, heißt es vom Verband. Um den Ausbau erneuerbarer Energien möglichst kostengünstig in das Stromsystem zu integrieren brauche es bis 2030 jedes Jahr die vier bis fünffache Menge der für dieses Jahr erwarteten 10 Gigawattstunden.

Um den Ausbau zu beschleunigen, hat der BSW-Solar ein Positionspapier mit Reformvorschlägen veröffentlicht. Im Zentrum stehen dabei Erleichterungen für den gemeinsamen Betrieb von Batterien mit Solar- und Windparks und an Vebrauchsstandorten. Batteriespeicher an Umspannwerken und Änderungen bei der Regelung für die Abschaltung von Anlagen bei drohenden Netzengpässen.

"Batteriespeicher müssen Chefsache werden", fordert Körnig. "Deutschland kann es sich nicht leisten, immer mehr günstigen Solar- und Windstrom ungenutzt zu lassen, während gleichzeitig über hohe Stromkosten diskutiert wird. Batteriespeicher können die vorhandenen Netze effizienter nutzen und die Energiewende günstiger machen. Dafür muss die Politik jetzt die gesetzlichen Bremsen lösen."

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