• Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia hatte im ersten Quartal 2023 mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen
  • Der Konzern verzeichnete einen Gewinnrückgang im operativen Geschäft und ein Minus von knapp 2,1 Milliarden Euro
  • Um Schulden abzubauen, plant Vonovia größere Transaktionen, darunter der Verkauf von fünf Wohnanlagen mit insgesamt 1350 Wohnungen

Die steigenden Zinsen, explodierende Baukosten und hohe Energiepreise haben Vonovia, Deutschlands größtem Immobilienkonzern, im ersten Quartal 2023 zu schaffen gemacht. Wie das Unternehmen bekannt gab, sank der Gewinn aus dem operativen Geschäft um 17,8 Prozent auf 462,6 Millionen Euro. Doch das reichte nicht aus, um den Wertverlust des Immobilienvermögens auszugleichen – es steht ein Minus von knapp 2,1 Milliarden Euro zu Buche.

Schwieriges Tagesgeschäft

Auch im Tagesgeschäft lief es für Vonovia nicht rund. Der operative Gewinn (FFO) ging im Jahresvergleich um knapp 18 Prozent auf 462,6 Millionen Euro zurück. Vor allem die Geschäfte mit der Projektentwicklung und zusätzlichen Dienstleistungen entwickelten sich schwächer. Die höheren Aufwendungen für Zinszahlungen machten sich ebenfalls bemerkbar.

Positive Entwicklungen in der Vermietung

Besser lief es für Vonovia in der Vermietung, da die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsgebieten weiterhin hoch war. Die Miete stieg per Ende März im Schnitt auf 7,54 Euro pro Quadratmeter – das waren 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. In Deutschland betrug die durchschnittliche Miete per Ende März bei Vonovia 7,46 Euro pro Quadratmeter.

Verkauf von Wohnungen geplant

Um Schulden abzubauen, plant Vonovia im zweiten Quartal 2023 größere Transaktionen, darunter der Verkauf von fünf Wohnanlagen mit insgesamt 1350 Wohnungen für 560 Millionen Euro an den Vermögensverwalter CBRE Investment Management. Der Buchwert der verkauften Immobilien zuzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung der noch nicht fertiggestellten Objekte betrage etwa 600 Millionen Euro. Die Kaufpreise sollen zwischen Mai und Dezember fließen. Insgesamt stehen rund 66.000 Wohnungen im Gesamtwert von rund 13 Milliarden Euro auf der Verkaufsliste.

Fazit

Vonovia hatte im ersten Quartal 2023 mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen, darunter höheren Zinsen und gestiegenen Kosten. Der Konzern verzeichnete einen Gewinnrückgang im operativen Geschäft und ein Minus von knapp 2,1 Milliarden Euro unter dem Strich. Positive Entwicklungen gab es jedoch in der Vermietung. Um Schulden abzubauen, plant Vonovia im zweiten Quartal 2023 größere Transaktionen, darunter der Verkauf von fünf Wohnanlagen mit insgesamt 1350 Wohnungen.

Großer Player im Dax

Das Bochumer Wohnungsunternehmen Vonovia ist im Dax stark vertreten: Mit einem Börsenwert von 14,99 Milliarden Euro macht das Unternehmen 0,85 % des wichtigen deutschen Börsenindex aus und belegt den 30. Platz. Im Vergleich dazu hat Linde mit einer Marktkapitalisierung von 164,78 Milliarden Euro den höchsten Börsenwert im Dax. Vonovia beschäftigt zudem 11.180 Mitarbeiter.

Mehrere Analysten behalten Vonovia im Blick: JPMorgan empfiehlt „Overweight“, während Deutsche Bank Research das Kursziel bei „Hold“ belässt.

Vonovia
Tradegate
18,70 Euro (+0,92%), 04.05.2023 08:40

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Börsennews-Redaktion / RB

Quelle: BörsenNEWS.de