Das Fed ein Papiertiger für die Börse ?

vom 21.03.2021, 11:42 Uhr
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Das Fed wird in dieser Woche wieder Hearings abhalten und in Anbetracht der Unsicherheiten betreffend Teuerung und steigenden Zinsen bei den Anleihen,  wird es für die Anlagemanager, Investoren und Spekulanten, entscheidend werden den Trend richtig zu interpretieren.

Wieso tangiert es Anleger an der Börse ? Mit meinem Blog versuche ich Euch die Zusammenhänge zu erklären.

Das Fed sowie die BOJapan, RBoAustralia, EZB betreiben die gleiche Strategie, dh. mit Rückkäufen der Staatsanleihen wird Cash zurück in den Wirtschaftszyklus gegeben =Liquidität erhöhen. In einer normalen Situation nennt man es Reflation, wenn durch Preisanstiege (hohe Nachfrage und Wirtschaftswachstum) die Produkte (BSP) teurer werden und bei gleicher Geldmenge dadurch die Liquidität eingeschränkt wird. Heute beobachten wir Preisanstiege durch Teuerung. Teuerung verursacht durch langjährige Bemühungen des Feds, die Wirtschaft mit  Geld drucken anzukurbeln. Mit diesen Geldmengen ohne Wirtschaftsleistung wurde der Dollar entwertet.  Lange ging es gut, weil das Ausland diese noch gekauft hatte, aber heute sind es die, die sie abstossen. Trump beschuldigte sie dann der Währungsmanipulation.

Produkte werden nominal Teurer aber nicht in der Wertschöpfung wie beim Wirtschaftswachstum.

Mit YCC (yield curve control) werden vom Fed gezielt Anleihen aus einer Laufzeit und Ablauf-Zeitspanne zurückgekauft. zB. 10Jahres Anleihen die im 2025 auslaufen. Damit liesse sich die GeldMenge für 2025 mit der bis 2025 zu erwartenden Teuerung(Inflation) steuern.

Das Fed nennt es ein Werkzeug aus der Werkzeugbox des Feds. Auch wenn nur was notwendig noch gedruckt wird um die gesetzten Ziele zu erreichen, ist es de Facto ein Drucken von Geld und Bilanzerweiterung sowie grössere Verschuldung.

Je Nach Laufzeit redet man von Bills, Notes, Bonds. (bis2J, bis10, bis30J)

Im Unterschied zum QE wo eine fixe Menge Geld für ein Rückkaufprogram vorgesehen ist, wird mit YCC unlimitiert Geld zur Verfügung gestellt, «what ever it takes». So wird gedroht um zu verhindern, dass es jemand wagen könnte zu zweifeln oder dagegen zu traden/handeln. Wenn also dem Fed geglaubt wird, sind geringere Aufwendungen nötig. Die ganze Operation funktioniert nur, wenn die Markteilnehmer daran glauben, das Fed hätte die Inflation und die Zinsgrössen unter Kontrolle. Bei einer Pokerrunde müsste das Fed solange so tun als hätte es die 2 Asse in der Hand bis die Kellnerin endlich den Drink bringt und nebenbei die 2 Asse um die Karten heimlich auszutauschen. Die Kellnerin ist hier das Wirtschaftswachstum. In Wirklichkeit kann das Fed nur drucken oder Anleihen mit höheren/tieferen Zinssätzen herausgeben.

Wenn wir die Schulden der USA anschauen, www.usdebtclock.org alleine die COVID Massnahmen dürften den US Steuerzahler (56% , 44% bezahlen keine Steuern) 125Mio Steuerzahler ca. 45Kusd pro Steuerzahler kosten. Die Zinsen für die Verschuldung würde bei über 1.6% für 10J Anleihen höher sein, als die gesamten Steuereinnahmen pro Jahr.

Was ist wohl das kleiner Übel ? Rückkauf der Anleihen oder mit Zinserhöhung eine Konkurswelle auslösen.

Zur Erinnerung, wenn 10J Renditen auf 1.6% Ansteigen werden 10J Anleihen 1.2%  mit Restlaufzeit zu einem Discount verkauft. zb 99.6cents (je nach Restlaufzeit) für den Dollar. Dieser Wert dient jeweils als Referenzwert für Hypotheken, Kreditkarten, Corperate Loans, … etc  alle Geld Leih Arten mit den jeweils zusätzlichen Risikoprämien.

Ich habe keine aktuellen Zahlen aber der Bond Markt, was ja sichere Anlagen sein sollten (gesichert durch den Staat) waren 2019 40Billionen und Aktien Markt 30Billionen. Ein Teil-Wechsel von Bonds zu Aktien und umgekehrt wäre somit viel Holz.

Das Fed wird brüllen wie ein echter Tiger um dem Markt vorzugaukeln, dass es die Inflation und die Zinsen im Griff hat.

Die industriellen Teilnehmer wissen schon lange, dass die Teuerung höher ist. Diese wird in den nächsten Monaten dem Verbraucher weiter gegeben. Das Fed hofft auf die Kellnerin (Wachstum) aber bis Wachstum spürbar wird, braucht es eben länger.

Die Zweifler, die die Karten sehen wollen, werden höhere Zinsen verlangen und das Fed der Papiertiger hat keine Zähne. Mit nur noch mehr Geld bereitzustellen kann die Angst vor Teuerung nicht verschwinden, die Teuerung selber schon gar nicht.

Also steigen die Zinsen, somit die Verschuldung. In diesem Prozess werden Aktien & Anlagen reduziert um die verlangten Kollaterales (Sicherheiten) bereitzustellen.

Erinnert Euch an GME ?  an einem Tag musste die Plattform Robinhood 4milliarden Sicherheit aufbieten um den Anstieg der GME Aktien abzusichern. Ansonst wären die Positionen verkauft worden. Was glaubt Ihr was geschieht, wenn die Zinsen schnell ansteigen, die kritische Grösse überschreitet und mehreren Fonds ETFs etc ihre Positionen geschlossen werden ? da fallen top Aktien in Sekunden und lösen einen Dominoeffekt aus, nennt es Absturz/Crash. Auch ohne Absturz wirken höhere Zinsen gegen noch grössere Käufe an der Börse.

Banken /Wale werden vom Fed mit Liquidität gefüttert, weil sie Systemrelevant sind, aber die kleineren werden leer ausgehen. Am Pokertisch die mit 100 Chips gegen die mit 100mio Chips. Und die grossen Wale die sehen es vorher, weil sie die Limiten kontrollieren, also verkaufen sie auch zuerst.

Für die Hobbyanleger die tiefere Kurse sehen, die ideale Bullenfalle.

Was wird geschehen?

Das Thema Inflation wird heiss debattiert, die Homeoffice Investoren werden dem Fed glauben und die industriellen Anleger erkennen was geschieht. Rohstoffe, Transport Kosten die steigen, sowie Finanzierungen und Unternehmensanleihen die teurer werden. Das Fed wird brüllen und Zähne zeigen wie ein echter Tiger. Trotzdem wird bei über 2% für 10J Anleihen eine kritische Grösse erreicht.

Durch weitere Massnahmen aus der Fed Werkzeugbox, uuuh ! keine Angst, denn es sind alle auf Liquidität/ Ausweitung getrimmt. Es wird vielleicht ein Absturz mit Absicherungskrediten verhindert aber nur bei den Walen, und die geben es nicht gratis weiter, ausserdem bestimmen sie wer bis Closing welche Sicherheiten wo hinterlegt hat.  

Ich erwarte eine Reaktion an den Märkten innerhalb den nächsten 10 Tagen. Entweder man schaut zu oder reduziert seine Longs und hat etwas zum reagieren. Sei es niedriger Nachkauf oder ich liege falsch und es kommt der nächste Dip bei dem man später wieder einsteigen kann. Es ist noch keiner pleite gegangen, weil er zu früh Gewinne mitgenommen hat. Wenn das Vertrauen in die vom Fed dargelegten Inflationsziele und Wirtschaftswachstum Zahlen schmilzt, werden die Rohstoffe und Edelmetalle als Inflationsabsicherung abheben.

Ich wünsche allen einen schönen Wochenstart und viel Spass beim zuhören, wie der Papiertiger droht und uns versucht zu erklären wie Inflation(Teuerung) mit mehr Liquidität durch die Zinssenkungsmassnahmen funktionieren soll. Oder gar die Wirtschaft ankurbeln mit noch mehr Geld bereitstellen? oder uns Konsumentenwachstum gesponsert vom Fed (Covid-Bills) als Wirtschafts-Wachstum verkaufen will ?

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