Rüstungs-ETFs für das Depot 2025

vom 11.01.2025, 18:10 Uhr
Glimmung
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Wer das Risiko einer Investition in vereinzelte Rüstungsaktien scheut, kann risikoärmer auch über einen Rüstungs-ETF am Megatrend teilhaben. 

Die Natostaaten befinden sich inmitten eines neuen Investitionszyklus, der sich immer mehr beschleunigt und Rüstungsfirmen beachtliche Umsatzanstiege bescheren wird. Dieser Superzyklus wird noch etliche Jahre anhalten, zumal die Entwicklungen im High-Tech Bereich wie Cyberkriegsführung, Roboter und Drohnen, einer KI-gestützten Hightech Luftabwehr, usw. ständig neu ersonnen und weiterentwickelt werden.

Europa erkennt langsam, dass man sich bei der Sicherheit nicht mehr allein auf die Amerikaner verlassen kann, sondern selbst in die eigene Verteidigung investieren muss. Sogar die Spitze der einstmals pazifistischen Grünen macht sich inzwischen stark dafür, zumindest 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung in die Verteidigung zu stecken.

Mit Trumps Fünf-Prozent-Forderung würde das Militärbudget in noch ganz andere Dimensionen vordringen. Aber solche Forderungen sind 

unrealistisch, zumal nicht einmal die USA selbst soviel in die Rüstung steckt.

Deutschland ist längst nicht das einzige Land, das seine Militärausgaben deutlich anheben müsste. Wir brauchen große Mengen Munition, Versorgungsfahrzeuge, gepanzerte Fahrzeuge, Kampf- und Transportflugzeuge, Kriegs- aber auch Lazarettschiffe, Kasernen, Luftschutzbunker usw.

Vor allem aber muß High Tech weiterentwickelt werden: Cyberkriegsführung, Roboter und Drohnen und vor allem eine Hightech-Luftabwehr.

Ich denke, auch zur Rettung des Industriestandorts Deutschland, wird man jetzt diese Chance in großem Umfang nutzen, um Aufrüstung als willkommenes Konjunkturprogramm in der derzeitigen Wirtschaftsdelle zu sehen.

Alle Nato-Staaten zusammen – inklusive der USA – geben derzeit lediglich 2,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Verteidigung aus. Nimmt man die europäischen Nato-Nationen und Kanada, sind es sogar weniger als zwei Prozent. Würden alle Länder der Allianz die 3,5-Prozent-Marke erreichen, wären das jährliche (!) Mehrausgaben von nicht weniger als 370 Milliarden Euro. Das sind jedoch Umsätze, die alle Rüstungsfirmen zusammen genommen gar nicht schaffen könnten !

Hierzulande existieren inzwischen sechs ETFs mit Rüstungsaktien, die sich jedoch in Zusammensetzung massiv unterscheiden.

Einige enthalten die klassischen Panzer-, Kampfjet- und Raketenhersteller, andere haben ihren Fokus stärker auf Technologie, die nicht nur für die Verteidigung, sondern auch zivil genutzt werden kann. In vielen ETFs findet sich die Softwarefirma Palantir, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz unstrukturierte Daten aufbereiten und analysieren kann. Teilweise gehört Palantir sogar zu den 3 größten  Positionen (Global X Defence Tech ETF, HanETF Future of Defence ETF und VanEck Defense ETF)

 

First Trust Global Aerospace & Defence ETF (WKN A40EUC)

iShares Global Aerospace & Defence ETF (WKN A3E1JS)

Althergebracht kommen diese beiden ETFs daher. Luftfahrt- und Rüstungskonzerne machen hier mehr als 90 Prozent aus. Beide enthalten auch Boeing und Airbus, obwohl die zivile Sparte hier viel mehr zum Erfolg beiträgt. Im iShares Global Aerospace & Defence ETF ist General Electric zu 13 Prozent gewichtet, die Triebwerke herstellen. Somit also auch eher in der zivilen Luftfahrt unterwegs ist, als im Rüstungsbereich.

 

Global X Defence Tech ETF (WKN A40E7A)

Der klassische Rüstungs-ETF, aber mit ca. einem Viertel Tech-Beimischung. Enthält bekannte Rüstungswerte wie Rheinmetall, Raytheon, Northrop Grumman, Lockheed Martin, Leonardo, Thales oder General Dynamics. Rüstungswerte machen drei Viertel des Gewichts im ETF aus. Als Tech-Beimischung gibt es auch Palantir, die Dronenhersteller DroneShield und Red Cat Holdings oder BigBear.AI, die Militär und Behörden bei der Analyse und Nutzung von Daten für operative Entscheidungen unterstützen.

Vaneck Defense ETF (WKN A3D9M1)

Der Vaneck Defense ETF wiederum enthält lediglich 28 Werte, viele große Namen vor allem aus den USA fehlen hier jedoch.

Die drei größten Positionen sind Thales, Palantir und Booz Allen

 

Zwei eher technologielastige ETFs sind:

Invesco Defense Innovation ETF (WKN A40J95)

Im Invesco-ETF gehören die Dronenfirma Red Cat Holdings, das Start- und Raumfahrtunternehmen Rocket Labs und das südkoreanische Robotik-Unternehmen Rainbow Robotics zu den Schwergewichten. Aber wohl nur wegen der strken Kurssteigerungen, ansonsten sind die 47 Firmen nämlich  nahezu gleich gewichtet. Und der ETF wird auch in jedem Quartal neu ausgerichtet.

HanETF Future of Defence ETF (WKN A3EB9T)

Der HanETF Future of Defense enthält auch Cybersecurity-Firmen wie Zscaler, Cyberark, Crowdstrike oder Fortinet. Auch der Netzwerkanbieter Cisco ist enthalten. Es wird also davon ausgegangen, das in Zukunft viele Kriege digital geführt werden dürften. 

 

Zu guter Letzt möchte ich noch anmerken:

Mit moralisieren werden wir in jedem Fall keine evtl. Gegner abschrecken können. Und nein, singende Lichter- und Menschenketten an den Grenzen werden Aggressoren ganz bestimmt auch nicht aufhalten! Ohne militärische Abschreckung geht (leider) nichts mehr in der heutigen Welt.

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