Wie von einem Ende des Krieges in der Ukraine profitieren ?

vom 16.02.2025, 12:41 Uhr
Glimmung
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Mit der Aussicht auf ein Ende des Krieges in der Ukraine reagierten Rüstungsaktien zunächst mit Verlusten, was natürlich Unsinn ist. Deshalb erholten sie sich auch rasch wieder!

Experten betonen, dass Europa ungeachtet einer möglichen Friedenslösung massiv in die eigene Verteidigung investieren muss. Trump fordert von europäischen Ländern nun schon fünf(!) Prozent des BIP für Militärausgaben – weit mehr als die bisherigen zwei Prozent. Die Geschäfte bei Rheinmetall, Hensoldt und Co. dürften also auch in Zukunft laufen.

Ich gebe hier mal wieder, was unser aktuell noch amtierender Bundeskanzler Scholz zum Thema Sicherheit auf der Münchner Sicherheitskonferenz gesprochen hat:

Scholz machte deutlich, dass es völlig "unzweifelhaft" sei, dass die deutschen Verteidigungsausgaben weiter steigen werden. Das 100 Milliarden Euro umfassende Sondervermögen ist "nur ein erster Schritt".

Allein um das Zweiprozentziel der Nato zu erreichen, seien deutlich höhere Ausgaben notwendig. Scholz fordert daher eine Ausnahme im EU-Stabilitätspakt für Verteidigungsausgaben und eine Reform der deutschen Schuldenbremse. Er schlage eine entsprechende Ausnahme vor "für alle Investitionen in Verteidigungsgüter, die oberhalb unseres bisherigen Nato-Ziels von zwei Prozent liegen", sagte Scholz. Diese Ausnahme solle "zeitlich befristet und unter Wahrung der fiskalischen Solidität aller Mitgliedstaaten" sein.

Scholz hält wegen der nötigen Ausgaben für Verteidigung eine Reform der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse für unumgänglich. "Jeder, der behauptet, das könne man durch eine kleine Kürzung hier oder dort aus dem laufenden Haushalt heraussparen, der sagt den Bürgerinnen und Bürgern nicht die Wahrheit". Und fügt hinzu: "Wir müssen deshalb unmittelbar nach der anstehenden Bundestagswahl die Schuldenbremse in unserem Grundgesetz reformieren". Ausnahmen seien sowohl für Investitionen als auch für Verteidigung nötig. "Und ich sage Ihnen heute voraus: Auch dafür wird es eine Mehrheit geben nach der Wahl."

Das sei auch wichtig, um die weitere Unterstützung für die Ukraine zu sichern. Die Ukraine müsse "am Ende jeder Verhandlungslösung über Streitkräfte verfügen, mit denen sie jeden erneuten russischen Angriff abwehren kann", sagte Scholz. Dafür würden die Europäer, aber auch die transatlantischen und internationalen Partner der Ukraine "weiter gebraucht", argumentierte der Bundeskanzler.

Ein Sieg Russlands oder ein Zusammenbruch der Ukraine würden keinen Frieden schaffen, warnte er. Auch ein Diktatfrieden werde niemals die Unterstützung Deutschlands finden. "Wir werden uns auch auf keine Lösung einlassen, die zu einer Entkopplung europäischer und amerikanischer Sicherheit führt", sagte er.

Dafür brauche man eine Bündelung der europäischen Bestellungen und die Zusammenarbeit der Rüstungsunternehmen. "Gleichzeitig sage ich: Wir geben die transatlantische Verschränkung unserer Verteidigungsindustrien nicht auf. Wir werden auch in Zukunft neue amerikanische Rüstungsgüter kaufen", betonte der Kanzler.

(Quelle:Auszüge aus T-Online Nachrichtenportalen)

Wie geht es weiter?

Selbstverständlich befeuert die Hoffnung auf Frieden die Aussicht auf einen Neustart für die ukrainische Wirtschaft.

Ein Ende des Krieges in der Ukraine würde massiv Investitionen ankurbeln, für Infrastruktur, den Agrar-und Rohstoffsektor.

Dadurch dürften in den kommenden Jahren die Aktien entsprechender ukrainischer Unternehmen stark profitieren.

Seit der Wahl von Trump hat sich der Ukrainian Traded Index verdoppelt. Am Donnerstag ging es fast 10 Prozent nach oben, seit der vergangenen Woche summiert sich das Plus schon auf 40 Prozent.

Ich würde nicht darüber spekulieren wollen, welche international agierenden Unternehmen möglicherweise vom Wiederaufbau der Ukraine profitieren könnten. Wer auf jeden Fall profitiert, sind die ukrainischen, börsengelisteten Unternehmen selbst!

Dazu kann der ukrainische Aktienindex UTX (Ukrainian Traded Index) gekauft werden. Der UTX wird in Euro (EUR) gehandelt und hat in letzter Zeit eine starke Rallye erlebt.

Wochenchart:

https://www.tradingview.com/x/EW5Epm1O/

Der Index hat folgende Merkmale:

WKN: A0QZF8

ISIN: AT0000A06400

Enthält die relevantesten Aktien der PFTS Stock Exchange

Wird in EUR, UAH und USD berechnet.

Und der UTX hat kürzlich deutliche Kursgewinne verzeichnet:

Am 14.02.2025 stieg der Kurs um fast 10% auf 90,90 Punkte

Seit Jahresbeginn 2025 liegt die Performance bei + 58,79 %

In den letzten 12 Monaten beträgt der Kursgewinn + 134,33 %

Die starken Kursgewinne werden mit der Hoffnung auf ein mögliches Ende des Krieges in der Ukraine und einen anschließenden Wiederaufbau in Verbindung gebracht. Allerdings ist zu beachten, dass der Index trotz der jüngsten Rallye immer noch deutlich unter seinem Niveau von vor 5 Jahren (-31,45 %) und 10 Jahren (-61,03 %) liegt.

Folgende 5 Unternehmen bilden die Hauptbestandteile des UTX Ukrainian Traded Index:

Agroton Public Ltd. (ISIN: CY0101062111)

Astarta Holding PLC (ISIN: NL0000686509)

Coal Energy S.A. (ISIN: LU0646112838)

IMC S.A. (Industrial Milk Company) (ISIN: LU0607203980)

KSG Agro S.A. (ISIN: LU0611262873)

Der Index ist kapitalisierungsgewichtet und umfasst die liquidesten und am höchsten kapitalisierten Aktien der PFTS Stock Exchange.

Die einzelnen Unternehmen jetzt hier vorzustellen, würde den Rahmen sprengen und den Blog nur unnötig aufblähen. Wenn einmal ein Friedensvertrag defininitiv besteht, kann ich das ja immer noch nachholen.

Die genannten Unternehmen repräsentieren verschiedene Sektoren der ukrainischen Wirtschaft, darunter Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Energieressourcen.

Ich würde aber davon abraten, da auf einzelne Unternehmen setzen zu wollen. Bekanntlich schaffen es auch die besten Vermögensverwalter auf Dauer nicht, mit Auswahl einzelner Titel den zugrundeliegenden Gesamtmarkt zu schlagen !!

Zu dem Thema sind übrigens unzählige belastbare Studien im Internet zu finden...

Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier ein (oder mehrere..) börsennotierter Länder-ETF frisch aufgelegt werden wird, der den ukrainischen Aktienindex nachbildet und Anlegerinnen und Anlegern die Möglichkeit bietet, speziell an der Entwicklung des Wiederaufbaues dieses geschundenen Landes zu partizipieren. Die Aussichten auf eine gute Wertentwicklung werden da rasch Hunderte von Millionen an Anlagegeldern einsammeln können, die dann wiederum die Kurse der liquidesten ukrainischen Aktien befeuern sollten.

Alternativ gibt es am Börsenplatz Stuttgart ein Endloszertifikat zu kaufen, das die ukrainische Wirtschaft nachbildet.

ISIN/WKN

AT0000A07QF5 / RCB9FQ

Aber Achtung: Anleger sollten hier die besonderen geopolitischen Risiken und die hohe Volatilität berücksichtigen. Eine sorgfältige Risikoabwägung ist vor einem Investment ratsam, und bitte niemals ohne Limit eine Kauf-/Verkaufsorder aufgeben!



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