American Style Futures Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Future Spread Trading Nächster Begriff: European Style Futures
Eine Kontraktart im Terminhandel, bei der die Position jederzeit vor dem Verfalltermin glattgestellt oder ausgeübt werden kann, was dem Inhaber maximale Flexibilität bei der Realisierung von Gewinnen oder Verlusten bietet
American Style Futures sind keine eigenständige Kategorie von Futures im klassischen Sinne, sondern ein Begriff, der im engeren finanzwirtschaftlichen Kontext missverständlich sein kann. In der Regel wird damit auf Optionen amerikanischer Art auf Futures oder auf bestimmte Ausübungs- bzw. Abwicklungsmerkmale im Zusammenhang mit Futures-Kontrakten Bezug genommen. Futures selbst sind standardisierte Terminkontrakte und besitzen keine Ausübungsrechte im Sinne von Optionen. Daher ist eine präzise begriffliche Einordnung erforderlich.
Grundprinzip und begriffliche Einordnung
Futures sind grundsätzlich Verpflichtungsgeschäfte, bei denen Käufer und Verkäufer verpflichtet sind, einen Basiswert zu einem festgelegten Zeitpunkt zu einem vorher bestimmten Preis zu handeln. Sie unterscheiden sich damit grundlegend von Optionen, die ein Recht, aber keine Pflicht zur Ausübung beinhalten.
Der Begriff „American Style“ bezieht sich ursprünglich auf Optionen und beschreibt das Recht, eine Option jederzeit während ihrer Laufzeit auszuüben. Wird der Begriff im Zusammenhang mit Futures verwendet, ist meist Folgendes gemeint:
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Optionen auf Futures mit amerikanischem Ausübungsrecht
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Handelsstrukturen, bei denen Futures flexibel vor Fälligkeit geschlossen werden können
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Vereinfachte oder umgangssprachliche Bezeichnung für flexible Terminmarktstrategien
Eine direkte Kategorie „American Style Futures“ existiert im engeren finanztheoretischen Sinne nicht.
Zusammenhang mit Optionen auf Futures
Die häufigste und fachlich korrekte Verwendung des Begriffs bezieht sich auf Optionen auf Futures im amerikanischen Stil. Dabei handelt es sich um Optionskontrakte, deren Basiswert ein Futures-Kontrakt ist und die jederzeit während der Laufzeit ausgeübt werden können.
Im Falle der Ausübung entsteht eine Futures-Position:
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Ausübung einer Call-Option führt zu einer Long-Position im Future
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Ausübung einer Put-Option führt zu einer Short-Position im Future
Diese Struktur verbindet die Flexibilität amerikanischer Optionen mit der standardisierten Abwicklung von Futures.
Abgrenzung zu europäischen Strukturen
Der Unterschied zwischen amerikanischem und europäischem Stil liegt im Zeitpunkt der Ausübung:
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Amerikanischer Stil
Ausübung jederzeit während der Laufzeit möglich -
Europäischer Stil
Ausübung nur am Ende der Laufzeit möglich
Dieser Unterschied ist insbesondere bei Optionen auf Futures relevant, da er die strategischen Möglichkeiten der Marktteilnehmer erweitert.
Futures selbst hingegen haben keine Ausübungsentscheidung, sondern werden entweder bis zur Fälligkeit gehalten oder vorher durch ein Gegengeschäft geschlossen.
Funktionsweise im praktischen Handel
Im praktischen Handel wird die Flexibilität, die häufig mit dem Begriff „American Style Futures“ assoziiert wird, durch die Möglichkeit erreicht, Futures-Positionen jederzeit zu schließen oder zu drehen.
Der Ablauf gestaltet sich typischerweise wie folgt:
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Eröffnung einer Futures-Position (Long oder Short)
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Laufende Bewertung über das Margin-System
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Möglichkeit zur jederzeitigen Glattstellung durch Gegengeschäft
Diese Flexibilität kann fälschlicherweise mit dem amerikanischen Ausübungsrecht von Optionen gleichgesetzt werden, obwohl es sich um unterschiedliche Konzepte handelt.
Rolle im Terminmarkt
Optionen auf Futures im amerikanischen Stil spielen eine wichtige Rolle in Terminmärkten, insbesondere für professionelle Marktteilnehmer. Sie ermöglichen eine flexible Steuerung von Risiken und eröffnen zusätzliche strategische Möglichkeiten.
Typische Einsatzbereiche sind:
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Absicherung von Futures-Positionen
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Spekulation auf Preisbewegungen mit begrenztem Risiko
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Kombination komplexer Derivatestrategien
Durch die Kombination von Optionen und Futures können Marktteilnehmer ihre Risikoprofile gezielt anpassen.
Chancen und Vorteile
Die mit dem Begriff verbundenen Strukturen bieten mehrere Vorteile. Insbesondere die amerikanische Ausübungsart ermöglicht eine hohe Flexibilität, da Marktteilnehmer auf Veränderungen der Marktbedingungen jederzeit reagieren können.
Weitere Vorteile sind:
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Anpassungsfähigkeit an kurzfristige Marktbewegungen
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Erweiterte strategische Möglichkeiten
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Kombination von Verpflichtungs- und Optionsrechten
Diese Eigenschaften sind besonders für institutionelle Investoren von Bedeutung, die komplexe Handelsstrategien umsetzen.
Risiken und Missverständnisse
Ein wesentliches Risiko im Zusammenhang mit dem Begriff liegt in seiner potenziellen Fehlinterpretation. Die Annahme, dass Futures selbst ein Ausübungsrecht besitzen, kann zu Missverständnissen führen.
Weitere Risiken ergeben sich aus der Nutzung entsprechender Derivate:
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Komplexität der Instrumente
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Hebelwirkung und damit verbundene Verlustrisiken
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Anforderungen an das Margin-Management
Insbesondere bei Optionen auf Futures müssen sowohl die Eigenschaften von Optionen als auch die Mechanismen des Futures-Handels verstanden werden.
Bedeutung im modernen Finanzsystem
Die Kombination von Futures und Optionen ist ein zentraler Bestandteil moderner Finanzmärkte. Sie ermöglicht eine differenzierte Steuerung von Risiken und trägt zur Effizienz der Preisbildung bei.
Der Begriff „American Style Futures“ wird dabei häufig informell verwendet, um die Flexibilität solcher Instrumente zu beschreiben, auch wenn er streng genommen keine eigenständige Produktkategorie darstellt.
Fazit
„American Style Futures“ ist kein klar definierter Fachbegriff für eine eigenständige Art von Futures, sondern bezieht sich in der Praxis meist auf Optionen auf Futures mit amerikanischem Ausübungsrecht oder auf die flexible Handhabung von Futures-Positionen. Futures selbst sind verpflichtende Terminkontrakte ohne Ausübungsoption, während der amerikanische Stil ein Merkmal von Optionen darstellt. Eine präzise Unterscheidung zwischen diesen Instrumenten ist entscheidend für das Verständnis ihrer Funktionsweise und für eine sachgerechte Anwendung im Finanzmarkt.