Clean Price Börsenlexikon Vorheriger Begriff: PFMIs (Principles for Financial Market Infrastructures) Nächster Begriff: Stückzinsen
Der reine Marktpreis einer Anleihe ohne Stückzinsen, der als Standardpreis zur besseren Vergleichbarkeit von Anleihen dient
Der Clean Price ist ein Begriff aus dem Anleihehandel und bezeichnet den Kurs einer Anleihe ohne die aufgelaufenen Stückzinsen. Er stellt den reinen Marktpreis dar, den Käufer für eine Anleihe zahlen, bevor Zinsen berücksichtigt werden.
Abgrenzung zum Dirty Price
Neben dem Clean Price gibt es den Dirty Price, der zusätzlich die bereits aufgelaufenen Stückzinsen (also die seit der letzten Zinszahlung angefallenen Zinsen) enthält.
- Clean Price = Preis der Anleihe ohne Stückzinsen
- Dirty Price = Preis der Anleihe inklusive Stückzinsen
- Dirty Price = Clean Price + aufgelaufene Zinsen
Bedeutung in der Praxis
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Handel an Börsen:
- In Europa werden Anleihen häufig mit dem Clean Price notiert.
- In den USA wird oft der Dirty Price angegeben, insbesondere im außerbörslichen Handel.
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Berechnung der Gesamtzahlung:
- Anleger zahlen beim Kauf einer Anleihe nicht nur den Clean Price, sondern auch die seit der letzten Zinszahlung angefallenen Stückzinsen.
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Bewertung von Anleihen:
- Der Clean Price erleichtert den Vergleich verschiedener Anleihen, da er unabhängig von den Stückzinsen betrachtet wird.
Beispiel
Angenommen, eine Anleihe hat einen Clean Price von 98 % des Nennwerts (also 980 € für eine 1.000-€-Anleihe). Seit der letzten Zinszahlung sind drei Monate vergangen, und die Stückzinsen betragen 10 €.
- Dirty Price = 980 € + 10 € = 990 €
- Der Käufer zahlt den Dirty Price, erhält aber bei der nächsten Zinszahlung die vollen Zinsen.
Fazit
Der Clean Price ist der reine Marktpreis einer Anleihe ohne Stückzinsen. Er dient als Standardpreis zur besseren Vergleichbarkeit von Anleihen. Die tatsächliche Zahlung, die ein Käufer leistet, ergibt sich durch den Dirty Price, der die aufgelaufenen Zinsen mit einbezieht.