Darkcoin Börsenlexikon Vorheriger Begriff: XCoin Nächster Begriff: ERC-4626-Standard

Eine Kryptowährung, die 2014 als Weiterentwicklung von XCoin eingeführt wurde, sich auf anonyme Transaktionen durch die DarkSend-Technologie konzentrierte und später in Dash umbenannt wurde

Darkcoin war der zweite Name der Kryptowährung, die heute als Dash bekannt ist. Das Projekt startete am 18. Januar 2014 zunächst unter dem Namen XCoin, wurde jedoch bereits im Februar 2014 in Darkcoin umbenannt. Die Namensänderung spiegelte den damaligen starken Fokus auf Privatsphäre und anonyme Zahlungen wider, die sich technisch vor allem durch das Feature „Darksend“ (später „PrivateSend“) umsetzen ließen.

Hintergrund der Umbenennung

Der Entwickler Evan Duffield wollte mit Darkcoin eine Kryptowährung schaffen, die im Vergleich zu Bitcoin deutlich stärkeren Schutz der Transaktionsdaten bietet. Zwar war Bitcoin pseudonym, doch waren alle Transaktionen öffentlich einsehbar und konnten mit geeigneten Analysemethoden oft de-anonymisiert werden. Darkcoin sollte diese Lücke schließen, indem Absender, Empfänger und Beträge in der Blockchain schwer nachvollziehbar gemacht werden.

Der Name „Darkcoin“ bezog sich dabei auf den Aspekt der „Dark“-Privacy und spielte auch auf die Nutzungsmöglichkeiten im Bereich des Darknets an – ein Umstand, der später sowohl für Popularität als auch für Kritik sorgte.

Technische Merkmale in der Darkcoin-Phase

Darkcoin baute auf dem bereits bei XCoin eingeführten Fundament auf, entwickelte es jedoch weiter:

  1. Proof-of-Work mit X11-Algorithmus

    • Kombination aus elf kryptografischen Hashfunktionen zur Erhöhung der Sicherheit und zur Verringerung der Energieintensität im Vergleich zu Bitcoin (SHA-256).

  2. Darksend

    • CoinJoin-ähnliches Verfahren, bei dem Transaktionen mehrerer Nutzer von Masternodes gemischt werden.

    • Ziel war, die Herkunft von Coins zu verschleiern und die Nachverfolgung einzelner Zahlungsflüsse zu erschweren.

  3. Masternode-Netzwerk

    • Einführung einer zweiten Netzwerkebene neben den Minern.

    • Masternodes erforderten 1.000 Darkcoin als Sicherheit („Collateral“) und übernahmen die Koordination von Darksend-Mixvorgängen sowie später auch InstantSend-Transaktionen.

    • Masternode-Betreiber erhielten einen Anteil der Blockbelohnung.

  4. Schnellere Blockzeiten

    • Etwa 2,5 Minuten pro Block (gegenüber 10 Minuten bei Bitcoin) für schnellere Bestätigungen.

Verbreitung und Akzeptanz

Darkcoin gewann schnell an Aufmerksamkeit – insbesondere in Kreisen, die Wert auf Anonymität legten. Die Assoziation mit dem Darknet und potenziell illegalen Märkten führte einerseits zu Bekanntheit, andererseits zu einem schlechten Image in Mainstream-Medien und bei Regulierungsbehörden.

Börsen listeten Darkcoin frühzeitig, und in der Phase 2014–2015 gehörte es regelmäßig zu den zehn größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung.

Kritikpunkte

  • Imageproblem: Der Name Darkcoin weckte Assoziationen zu illegalen Aktivitäten, was einer breiten Massenadoption im Weg stand.

  • Instamine-Vorfall: Der schon in der XCoin-Phase aufgetretene Mining-Fehler, der zu einer schnellen Frühverteilung großer Mengen führte, blieb ein wiederkehrender Kritikpunkt.

  • Optionale Privatsphäre: Zwar bot Darkcoin Anonymisierungsfunktionen, diese waren jedoch nicht verpflichtend und erforderten aktive Nutzung.

Übergang zu Dash

Im März 2015 erfolgte die erneute Umbenennung von Darkcoin zu Dash (Digital Cash). Die Hauptgründe waren:

  • Imagewandel: Weg von der Assoziation mit dem Darknet hin zu einer alltagstauglichen Digitalwährung.

  • Markterweiterung: Ansprache einer breiteren Zielgruppe, einschließlich Händler und regulärer Zahlungsdienstleister.

Die Umbenennung war rein kosmetisch – die Blockchain und die Coins blieben technisch identisch, lediglich das Branding und der Fokus in der öffentlichen Kommunikation änderten sich.

Fazit

Darkcoin war die Entwicklungsphase von Dash, in der der Schwerpunkt klar auf Privatsphäre durch Transaktionsmischung und auf dem Aufbau eines Masternode-Netzwerks lag. Obwohl die Technologie innovativ war und eine engagierte Community gewann, hinderte das negative Image des Namens die Akzeptanz im Mainstream. Die spätere Umbenennung zu Dash markierte den strategischen Schritt, das Projekt als schnelles, günstiges und nutzerfreundliches digitales Bargeld zu positionieren – bei gleichzeitiger Beibehaltung der Kernfunktionen, die Darkcoin bekannt gemacht hatten.