Finbox Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Morningstar Analyst Rating Nächster Begriff: Token Terminal
Eine Plattform für Finanzanalyse und Portfoliomanagement, die Werkzeuge wie Aktien-Screener, Bewertungsmodelle und fundamentale Daten bietet, um Investoren bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen
Finbox ist eine digitale Finanzanalyseplattform, die sich auf die Bereitstellung von fundamentalen Bewertungsdaten, Modellierungstools und quantitativen Analysen für börsennotierte Unternehmen spezialisiert hat. Sie richtet sich sowohl an Privatanleger als auch an professionelle Investoren, Analysten und Portfoliomanager. Der Fokus der Plattform liegt auf der datengetriebenen Unternehmensbewertung, unterstützt durch moderne Technologien wie API-Zugänge, Excel-Integration und Cloud-basierte Modellierung. Betreiber der Plattform ist das US-amerikanische Unternehmen Finbox, Inc., das 2015 gegründet wurde.
Zielsetzung und Anwendungsbereich
Finbox verfolgt das Ziel, Zugang zu professionellen Bewertungsmodellen und Finanzkennzahlen zu demokratisieren. Dabei sollen nicht nur Analysten mit spezifischen Fachkenntnissen, sondern auch technikaffine Privatanleger in die Lage versetzt werden, Unternehmen systematisch zu analysieren und zu bewerten. Die Plattform liefert dafür eine umfangreiche Datenbasis, automatisierte Tools zur Unternehmensbewertung sowie Möglichkeiten zur Integration in eigene Anlagesysteme.
Der Anwendungsbereich umfasst:
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Aktienbewertung auf Basis fundamentaler Daten
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Erstellung und Anpassung von Discounted-Cashflow-Modellen (DCF)
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Vergleich von Peer-Gruppen und Branchenkennzahlen
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Screening nach unter- oder überbewerteten Unternehmen
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Datenzugriff über API und Excel-Anbindung
Datenbasis und Quellen
Finbox greift auf eine Vielzahl von strukturierten Finanzdaten zu, die aus öffentlich zugänglichen und lizenzierten Quellen aggregiert werden. Die Datenabdeckung umfasst mehrere zehntausend börsennotierte Unternehmen weltweit. Zu den zentral erfassten Datenkategorien gehören:
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Gewinn- und Verlustrechnung (Income Statement)
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Bilanz (Balance Sheet)
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Kapitalflussrechnung (Cash Flow Statement)
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Bewertungskennzahlen (z. B. KGV, EV/EBITDA, Kurs-Buchwert-Verhältnis)
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Multiplikatoren und relative Bewertung
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Analystenschätzungen und Konsensdaten
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Eigentümerstruktur und Insideraktivitäten
Alle Daten werden in standardisierten Formaten bereitgestellt, was eine vergleichbare und modellgestützte Analyse ermöglicht. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert und stehen auch über Programmierschnittstellen (APIs) zur automatisierten Weiterverarbeitung zur Verfügung.
Bewertungsmodelle und Tools
Ein Kernmerkmal von Finbox ist die große Auswahl an vorkonfigurierten Bewertungsmodellen, die Nutzer direkt anwenden oder anpassen können. Dabei stehen insbesondere folgende Methoden im Fokus:
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Discounted Cash Flow (DCF) – zur Ermittlung des intrinsischen Wertes eines Unternehmens auf Basis erwarteter zukünftiger Zahlungsflüsse.
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Dividend Discount Model (DDM) – für dividendenorientierte Unternehmen.
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Multiples-basierte Bewertung – z. B. auf Basis von Umsatz, EBITDA oder EBIT.
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Residual Income Model – zur Bewertung auf Basis von wirtschaftlichem Mehrwert.
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Sum-of-the-Parts-Bewertung – für konglomerate Geschäftsmodelle.
Die Modelle sind dynamisch anpassbar. Nutzer können eigene Annahmen zu Wachstumsraten, Diskontierungssätzen, Margen oder Investitionsquoten einfügen und so Szenarioanalysen durchführen.
Darüber hinaus bietet Finbox eine visuelle Darstellung der Ergebnisse in Form von Sensitivitätsanalysen, Wasserfalldiagrammen und Zeitreihenverläufen. Die Ergebnisse können exportiert oder direkt in Investmentprozesse eingebunden werden.
Screening- und Ranking-Funktion
Ein weiteres zentrales Werkzeug ist das sogenannte „Fair Value Screener“-Tool. Es erlaubt Nutzern, Aktien nach bestimmten Bewertungsmerkmalen zu filtern, etwa:
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Unterbewertung im Verhältnis zum DCF-Wert
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Abweichung vom historischen Bewertungsmittel
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Relative Bewertung gegenüber Peer-Gruppen
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Kombination aus Bewertung, Wachstum und Rentabilität
Diese Funktion ermöglicht eine systematische Suche nach potenziell interessanten Investments basierend auf bewertungsorientierten Kriterien, was insbesondere für Value-Investoren relevant ist.
Schnittstellen: API und Excel-Add-in
Für fortgeschrittene Nutzer bietet Finbox umfangreiche Integrationsmöglichkeiten:
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Finbox API: Zugriff auf sämtliche Daten und Modelle über HTTP-Schnittstellen. Dies erlaubt z. B. die Integration in eigene Analysetools oder automatisierte Handelsstrategien.
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Excel-Add-in: Direkter Datenimport in Microsoft Excel. Dies erleichtert die Erstellung eigener Bewertungsmodelle oder Portfolioberichte mit aktuellen Finanzdaten.
Diese Funktionen machen Finbox besonders für Analysten und quantitative Investoren interessant, die auf flexible und skalierbare Datenlösungen angewiesen sind.
Preisstruktur und Zugang
Finbox bietet ein mehrstufiges Preismodell, das sich an verschiedene Zielgruppen richtet:
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Basisversion: Eingeschränkter Zugang zu Modellen und Daten; kostenlos oder mit sehr niedrigen Kosten.
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Premiumversionen: Vollständiger Zugang zu Bewertungsmodellen, API, Excel-Integration und Datenfeeds. Preislich im mittleren Bereich für professionelle Analyseplattformen angesiedelt.
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Team- und Unternehmenslizenzen: Für institutionelle Nutzer mit erweiterten Funktionen und Nutzerverwaltung.
Die Plattform ist vollständig webbasiert und erfordert keine Installation. Für API und Excel-Add-in sind lediglich Authentifizierungsschlüssel und Plug-ins notwendig.
Abgrenzung zu anderen Analyseplattformen
Im Vergleich zu anderen Finanzanalyse-Plattformen wie Morningstar, YCharts oder Simply Wall Street positioniert sich Finbox stärker im Modellierungs- und Bewertungsbereich. Während Morningstar etwa qualitative Ratings und Fondsdaten fokussiert, liegt bei Finbox der Schwerpunkt auf tiefgehender Fundamentalanalyse von Einzeltiteln. Im Gegensatz zu Plattformen mit stark visueller Aufbereitung richtet sich Finbox eher an analytisch orientierte Nutzer mit Interesse an detaillierten Modellrechnungen und Datenexport.
Fazit
Finbox ist eine leistungsstarke Plattform für fundamentale Aktienanalyse und Unternehmensbewertung. Durch den Zugang zu umfassenden Finanzdaten, eine Vielzahl professioneller Bewertungsmodelle sowie die Möglichkeit zur Integration in eigene Analysetools bietet sie ein hohes Maß an Flexibilität und analytischer Tiefe. Besonders geeignet ist Finbox für Investoren mit einem Fokus auf Value-Investing, Fundamentalanalyse und quantitatives Research. Im Zusammenspiel mit modernen Schnittstellen wie API und Excel-Anbindung stellt die Plattform ein vielseitiges Werkzeug für datenbasierte Investmententscheidungen dar.