FinCEN-Registrierung Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Fiat-zu-Krypto-Onramp-Dienste Nächster Begriff: Fireblocks
Eine gesetzliche Anforderung, bei der bestimmte Finanzinstitute, insbesondere Geldserviceunternehmen, sich innerhalb von 180 Tagen nach ihrer Gründung bei der Financial Crimes Enforcement Network des US-Finanzministeriums registrieren müssen, um Geldwäsche und andere Finanzverbrechen zu bekämpfen
FinCEN-Registrierung bezeichnet den formalen Prozess, bei dem bestimmte Finanzdienstleister in den Vereinigten Staaten verpflichtet sind, sich beim Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) zu registrieren. FinCEN ist eine Behörde des US-Finanzministeriums, deren Aufgabe es ist, Finanzkriminalität zu bekämpfen, insbesondere Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und andere Formen illegaler Geldströme. Die Registrierung dient der Identifizierung und Überwachung von Unternehmen, die in Bereichen tätig sind, die ein erhöhtes Risiko für Finanzdelikte bergen.
Rechtlicher Hintergrund
Die FinCEN-Registrierungspflicht ergibt sich primär aus dem Bank Secrecy Act (BSA) und seinen nachfolgenden Erweiterungen, etwa dem USA PATRIOT Act. Gemäß diesen Vorschriften müssen bestimmte Unternehmen als Money Services Businesses (MSBs) eingestuft werden, wenn sie Dienstleistungen wie Geldtransfers, den Umtausch von Währungen oder die Ausgabe von Prepaid-Zahlungsmitteln anbieten. Dazu zählen auch Betreiber von Fiat-zu-Krypto-Onramp-Diensten, wenn sie in den USA tätig sind oder US-Kunden bedienen.
Registrierungspflichtige Unternehmen
Registrierungspflichtig sind unter anderem:
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Currency Dealers oder Currency Exchangers – Unternehmen, die Fremdwährungen gegen Gebühr umtauschen.
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Money Transmitters – Anbieter, die Geld im Auftrag von Kunden transferieren, unabhängig vom Medium (z. B. Bargeld, elektronisch, virtuell).
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Check Casher und Issuer von Zahlungsmitteln – Unternehmen, die Schecks einlösen oder eigene Zahlungsinstrumente herausgeben.
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Krypto-Dienstleister – Anbieter, die virtuelle Währungen gegen Fiat-Währungen oder andere virtuelle Währungen tauschen, sofern sie als „Money Transmitter“ im Sinne des BSA gelten.
Ablauf der Registrierung
Der Prozess der FinCEN-Registrierung erfolgt online über das BSA E-Filing System. Die wesentlichen Schritte sind:
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Feststellung der Einstufung: Das Unternehmen muss prüfen, ob es die Definition eines MSB erfüllt.
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Einreichung des Formulars FinCEN 107: Hier werden Angaben zu Unternehmensstruktur, Geschäftsmodell, Verantwortlichen und angebotenen Diensten gemacht.
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Erhalt der Registrierungsbestätigung: FinCEN stellt nach Prüfung eine Bestätigung aus, die bei Kontrollen oder gegenüber Banken vorgelegt werden kann.
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Erneuerung der Registrierung: Alle zwei Jahre muss die Registrierung aktualisiert werden.
Pflichten nach erfolgter Registrierung
Die Registrierung ist nicht nur eine einmalige Formalität, sondern zieht laufende Pflichten nach sich:
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Einrichtung eines AML-Programms (Anti-Money Laundering Program) mit schriftlichen Richtlinien, Verfahren und internen Kontrollen.
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Benennung eines Compliance Officers zur Überwachung der Einhaltung der Vorschriften.
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Schulung der Mitarbeiter zu AML-Anforderungen.
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Verdachtsmeldungen über verdächtige Aktivitäten durch das Einreichen von Suspicious Activity Reports (SARs).
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Aufzeichnungspflichten über Transaktionen, die bestimmte Schwellenwerte überschreiten, etwa durch Currency Transaction Reports (CTRs).
Sanktionen bei Verstößen
Unternehmen, die registrierungspflichtig sind, sich aber nicht registrieren oder ihren Pflichten nicht nachkommen, können mit erheblichen Konsequenzen rechnen:
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Zivilrechtliche Strafen in Form von hohen Geldbußen.
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Strafrechtliche Konsequenzen, einschließlich möglicher Freiheitsstrafen für Verantwortliche.
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Ausschluss vom Finanzsystem, da Banken und Zahlungsdienstleister häufig eine gültige FinCEN-Registrierung voraussetzen.
Bedeutung für internationale Anbieter
Auch ausländische Unternehmen, die US-Kunden bedienen, können unter die FinCEN-Registrierungspflicht fallen. Dies betrifft insbesondere internationale Kryptobörsen und Zahlungsdienste. Die US-Behörden verfolgen extraterritoriale Ansätze, um ihre AML- und CFT-Standards (Countering the Financing of Terrorism) durchzusetzen.
Fazit
Die FinCEN-Registrierung ist ein zentrales Element der US-Finanzmarktregulierung zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Sie betrifft nicht nur klassische Zahlungsdienstleister, sondern zunehmend auch Anbieter digitaler Finanzprodukte, einschließlich Kryptodienstleister. Die Registrierung ist mit umfangreichen laufenden Compliance-Verpflichtungen verbunden, deren Missachtung zu erheblichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen führen kann. Für international tätige Finanzunternehmen stellt sie daher einen wesentlichen Aspekt der Marktzugangs- und Risikostrategie dar.
Wenn Sie möchten, kann ich im nächsten Schritt eine präzise Tabelle erstellen, die die Unterschiede zwischen FinCEN-Registrierung und anderen AML-Registrierungspflichten wie bei der BaFin in Deutschland gegenüberstellt.