Fork Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Multi-Party-Computation (MPC) Nächster Begriff: Soft Fork

Eine Teilung einer Blockchain in zwei separate Ketten, die durch eine Änderung der Protokollregeln entsteht, entweder als Soft Fork mit abwärtskompatiblen Anpassungen oder als Hard Fork mit nicht-kompatiblen Änderungen, die unterschiedliche Netzwerke schaffen

Fork bezeichnet im Kontext von Kryptowährungen und Blockchain-Netzwerken eine Abspaltung oder Änderung der bestehenden Blockchain-Protokollregeln, die dazu führt, dass sich der weitere Verlauf der Blockchain in zwei oder mehr Versionen aufteilt. Forks können unterschiedliche Ursachen und Auswirkungen haben, von kleineren technischen Updates bis hin zu vollständigen Abspaltungen in eigenständige Kryptowährungen.

Grundprinzip

Eine Blockchain besteht aus einer Kette von Blöcken, die jeweils kryptografisch auf den vorherigen Block verweisen. Die Regeln, nach denen Blöcke erzeugt, Transaktionen validiert und Konsens erreicht wird, sind im Protokoll festgelegt.
Wenn diese Regeln geändert oder unterschiedlich interpretiert werden, entsteht eine Situation, in der verschiedene Netzwerkteilnehmer (Nodes) unterschiedliche Versionen der „gültigen“ Blockchain haben. Dies wird als Fork bezeichnet.

Arten von Forks

  1. Soft Fork

    • Definition: Eine abwärtskompatible Protokolländerung, bei der neue Regeln so gestaltet sind, dass auch Nodes mit der alten Software die neuen Blöcke noch als gültig ansehen.

    • Beispiel: Einführung neuer Transaktionsformate, die alte Knoten zwar nicht nutzen, aber akzeptieren können.

    • Folge: Das Netzwerk bleibt in einer einzigen Kette, sofern eine Mehrheit der Miner/Validatoren die neuen Regeln umsetzt.

  2. Hard Fork

    • Definition: Eine nicht abwärtskompatible Protokolländerung, die dazu führt, dass Nodes mit alter Software neue Blöcke als ungültig ablehnen.

    • Beispiel: Änderung der Blockgröße oder der Konsensregeln.

    • Folge: Wenn sich nicht alle Teilnehmer auf die neuen Regeln einigen, spaltet sich die Blockchain dauerhaft in zwei separate Ketten mit unterschiedlichen Kryptowährungen.

    • Bekannte Fälle: Bitcoin / Bitcoin Cash (2017), Ethereum / Ethereum Classic (2016).

  3. Temporary Fork (Chain Split)

    • Definition: Eine kurzfristige Abweichung, wenn zwei Miner fast gleichzeitig einen Block finden.

    • Folge: Das Netzwerk wählt schließlich die längere Kette, und der alternative Strang verwirft seine Blöcke.

Gründe für Forks

  • Protokoll-Updates zur Verbesserung von Sicherheit, Skalierbarkeit oder Funktionalität.

  • Fehlerbehebung nach kritischen Bugs oder Sicherheitslücken.

  • Meinungsverschiedenheiten in der Community über die zukünftige Entwicklung.

  • Angriffe oder Manipulationen, die einen Ketten-Rollback erforderlich machen.

Auswirkungen auf Nutzer

  • Bei einem Hard Fork kann es passieren, dass Besitzer von Coins auf der ursprünglichen Kette auch auf der neuen Kette denselben Bestand haben, sofern sie ihre privaten Schlüssel kontrollieren.

  • Forks können Marktvolatilität auslösen, da Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung besteht.

  • Technische Anpassungen wie Wallet-Updates oder Kompatibilitätstests können erforderlich werden.

Forks im Zusammenhang mit Konsensmechanismen

  • In Proof-of-Work-Systemen entstehen Forks vor allem durch Konsenskonflikte oder geplante Regeländerungen.

  • In Proof-of-Stake-Systemen sind Hard Forks ebenfalls möglich, jedoch oft besser plan- und koordinierbar, da ein kleinerer Kreis von Validatoren über die Regeländerungen abstimmt.

Bekannte Beispiele

  • Bitcoin Cash (2017): Hard Fork von Bitcoin mit größerer Blockgröße zur Erhöhung der Transaktionskapazität.

  • Ethereum Classic (2016): Hard Fork von Ethereum nach dem DAO-Hack, um gestohlene Gelder rückgängig zu machen; die ursprüngliche Kette wurde als Ethereum Classic fortgeführt.

  • Segregated Witness (SegWit) (2017): Soft Fork im Bitcoin-Netzwerk zur Optimierung der Blockauslastung und Vorbereitung auf Second-Layer-Lösungen wie das Lightning Network.

Risiken und Chancen

  • Risiken: Fragmentierung der Community, potenzieller Vertrauensverlust, technische Inkompatibilitäten.

  • Chancen: Möglichkeit zur Implementierung neuer Funktionen, Behebung struktureller Probleme, Förderung von Innovation durch Wettbewerb zwischen den Ketten.

Fazit

Forks sind ein integraler Bestandteil der Entwicklung von Blockchain-Netzwerken. Sie spiegeln sowohl den technischen Fortschritt als auch soziale und ökonomische Dynamiken innerhalb der Community wider. Während Soft Forks in der Regel evolutionäre Anpassungen darstellen, können Hard Forks zu tiefgreifenden Spaltungen mit langfristigen Folgen führen. Das Verständnis der unterschiedlichen Fork-Typen und ihrer Implikationen ist für Entwickler, Investoren und Nutzer gleichermaßen wichtig, um Risiken zu managen und Chancen zu nutzen.

Wenn Sie möchten, kann ich im Anschluss eine Tabelle mit den Unterschieden zwischen Soft Forks, Hard Forks und temporären Forks erstellen, um die Charakteristika noch klarer gegenüberzustellen.