Fungible Token Börsenlexikon Vorheriger Begriff: FTX-Token (FTT) Nächster Begriff: Fully On-Chain Finance (FOF)

Ein austauschbarer digitaler Vermögenswert auf einer Blockchain, bei dem jede Einheit identisch ist und denselben Wert hat, was den Handel und die Verwendung in Transaktionen erleichtert, wie bei Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum

Ein fungibler Token ist eine digitale Vermögenseinheit, die vollständig austauschbar und untereinander gleichwertig ist. Der Begriff „fungibel“ bedeutet, dass jede Einheit des Tokens denselben Wert und dieselben Eigenschaften wie jede andere Einheit desselben Typs hat. In der Blockchain- und Kryptowelt werden fungible Token in der Regel nach Standards wie ERC-20 (Ethereum), BEP-20 (BNB Chain) oder ähnlichen Protokollen erstellt, um Interoperabilität und einheitliche Handhabung zu gewährleisten.

Wesentliche Eigenschaften

  1. Austauschbarkeit – Jede Token-Einheit ist identisch mit jeder anderen Einheit. Beispielsweise entspricht 1 USDT auf Ethereum exakt 1 USDT auf derselben Blockchain, unabhängig davon, wer ihn besitzt oder woher er stammt.

  2. Teilbarkeit – Fungible Token können in kleinere Einheiten unterteilt werden, die denselben relativen Wert repräsentieren. Dies unterscheidet sie von vielen nicht-fungiblen Token (NFTs), die in der Regel unteilbar sind.

  3. Gleichwertigkeit – Es gibt keine individuellen Eigenschaften, die den Wert einzelner Einheiten unterscheiden.

  4. Standardisierung – Die technische Umsetzung folgt klar definierten Token-Standards, die Funktionen wie Übertragung, Genehmigung und Abfrage des Gesamtangebots festlegen.

Beispiele

  • Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC), Ether (ETH) oder Solana (SOL).

  • Stablecoins wie USD Coin (USDC) oder Dai (DAI).

  • Utility-Token wie Chainlink (LINK) oder Uniswap (UNI), die für spezifische Funktionen innerhalb eines Protokolls genutzt werden.

  • Security Token, die digitale Repräsentationen von Wertpapieren darstellen.

Technische Umsetzung

Auf Smart-Contract-fähigen Blockchains wie Ethereum werden fungible Token typischerweise über ein standardisiertes Interface realisiert. Das am weitesten verbreitete ist der ERC-20-Standard, der Funktionen wie transfer, approve und transferFrom definiert. Dadurch können Wallets, Börsen und DeFi-Protokolle mit jedem konformen Token ohne individuelle Anpassungen interagieren.

Ökonomische Eigenschaften

Fungible Token können verschiedene ökonomische Rollen erfüllen:

  1. Tauschmittel – Sie dienen als Zahlungsmittel innerhalb oder außerhalb eines Blockchain-Ökosystems.

  2. Wertspeicher – In Form von Kryptowährungen oder Asset-Backed-Token können sie als langfristige Wertaufbewahrung genutzt werden.

  3. Recheneinheit – Sie ermöglichen die Preisangabe und Abwicklung von Transaktionen.

Unterschiede zu nicht-fungiblen Token

  • Fungible Token: Untereinander identisch, teilbar, in der Regel für finanzielle oder funktionale Zwecke eingesetzt.

  • Nicht-fungible Token (NFTs): Einzigartig, oft nicht teilbar, meist als digitale Repräsentation individueller Vermögenswerte wie Kunstwerke oder Sammlerstücke.

Risiken und Herausforderungen

  • Volatilität – Viele fungible Token unterliegen starken Preisschwankungen.

  • Regulatorische Unsicherheit – Abhängig von Ausgestaltung und Einsatzbereich können fungible Token unter Wertpapiergesetze fallen.

  • Smart-Contract-Risiken – Fehler oder Sicherheitslücken im Token-Code können zu Verlusten führen.

  • Zentralisierungsrisiken – Bei von Organisationen ausgegebenen Token (z. B. Stablecoins) hängt die Werthaltigkeit von der Integrität und Transparenz des Emittenten ab.

Fazit

Fungible Token sind die grundlegende Wert- und Funktionseinheit in Blockchain-Systemen. Ihre Austauschbarkeit und Standardisierung ermöglichen effizienten Handel, breite Integration in Ökosysteme und vielfältige Anwendungsfälle – von Kryptowährungen über Stablecoins bis hin zu Governance- und Security-Token. Die einfache Übertragbarkeit und programmatische Steuerung machen sie zu einem zentralen Baustein der digitalen Ökonomie, während Risiken vor allem aus Marktvolatilität, technischer Umsetzung und regulatorischen Rahmenbedingungen resultieren.