Kontrakt (Futures/Termingeschäfte) Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Konsortium Nächster Begriff: Kontraktgröße

Ein standardisierter, börslich gehandelter Vertrag, der zwei Parteien verpflichtet, einen bestimmten Basiswert zu einem im Voraus festgelegten Preis und zu einem bestimmten zukünftigen Termin zu kaufen oder zu verkaufen

Der Kontrakt im Bereich von Futures und Termingeschäften bezeichnet eine standardisierte vertragliche Vereinbarung zwischen zwei Parteien, die den Kauf oder Verkauf eines bestimmten Basiswertes zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft und zu vorher vereinbarten Bedingungen regelt. Er ist das zentrale Element des Terminhandels und bildet die Grundlage für den Handel mit Derivaten an organisierten Märkten.

Ein solcher Kontrakt verpflichtet die beteiligten Parteien grundsätzlich zur Erfüllung der vereinbarten Bedingungen, sofern er nicht vorher durch ein Gegengeschäft glattgestellt wird.

Grundstruktur eines Kontrakts

Ein Kontrakt im Terminhandel ist durch eine Reihe standardisierter Merkmale definiert. Diese Standardisierung ermöglicht einen effizienten und liquiden Handel an Börsen.

Zu den wesentlichen Bestandteilen gehören:

  1. Basiswert
    Der zugrunde liegende Vermögenswert, etwa Rohstoffe, Aktienindizes, Zinssätze oder Währungen.

  2. Kontraktgröße
    Die festgelegte Menge des Basiswertes, die Gegenstand des Geschäfts ist.

  3. Fälligkeitstermin
    Der Zeitpunkt, zu dem der Kontrakt erfüllt werden muss.

  4. Preis
    Der im Voraus vereinbarte Preis, zu dem der Basiswert gehandelt wird.

  5. Erfüllungsart
    Festlegung, ob die Lieferung physisch erfolgt oder ein finanzieller Ausgleich stattfindet.

Diese standardisierten Parameter unterscheiden Futures von individuell gestalteten Termingeschäften.

Arten von Terminkontrakten

Im Finanzwesen existieren verschiedene Arten von Kontrakten, die sich hinsichtlich ihrer Struktur und ihres Handelsumfelds unterscheiden.

  1. Futures-Kontrakte
    Diese sind standardisiert und werden an Terminbörsen gehandelt. Sie unterliegen festen Regeln hinsichtlich Größe, Laufzeit und Abwicklung.

  2. Forwards
    Individuell vereinbarte Terminkontrakte, die außerbörslich abgeschlossen werden. Sie bieten größere Flexibilität, sind jedoch weniger standardisiert.

  3. Optionen
    Obwohl sie ebenfalls zu den Termingeschäften gehören, gewähren sie ein Recht, aber keine Pflicht zur Durchführung des Geschäfts.

Futures-Kontrakte stellen die am stärksten standardisierte Form dar und sind daher besonders liquide.

Funktionsweise im Futures-Handel

Im Futures-Handel schließen zwei Parteien einen Kontrakt über die zukünftige Lieferung eines Basiswertes ab. Eine Partei verpflichtet sich zum Kauf, die andere zum Verkauf.

Der Handel erfolgt in der Regel über eine Terminbörse, die als Vermittler fungiert. Eine zentrale Clearingstelle tritt zwischen die Parteien und übernimmt die Rolle der Gegenpartei, wodurch das Ausfallrisiko reduziert wird.

Während der Laufzeit des Kontrakts werden tägliche Wertanpassungen vorgenommen, die sogenannten Mark-to-Market-Bewertungen. Gewinne und Verluste werden laufend ausgeglichen, was zur Stabilität des Systems beiträgt.

Erfüllung und Glattstellung

Ein Kontrakt kann auf unterschiedliche Weise beendet werden.

  1. Physische Erfüllung
    Der Basiswert wird tatsächlich geliefert und bezahlt.

  2. Barausgleich
    Statt einer Lieferung erfolgt ein finanzieller Ausgleich der Differenz zwischen vereinbartem Preis und Marktpreis.

  3. Glattstellung
    Der Kontrakt wird vor Fälligkeit durch ein entgegengesetztes Geschäft geschlossen, sodass keine Lieferung erfolgt.

In der Praxis wird ein Großteil der Futures-Kontrakte vor Fälligkeit glattgestellt.

Funktionen von Terminkontrakten

Kontrakte im Terminhandel erfüllen mehrere wichtige Funktionen im Finanzsystem.

Eine zentrale Funktion ist die Absicherung. Unternehmen und Investoren nutzen Terminkontrakte, um sich gegen Preisrisiken abzusichern, etwa bei Rohstoffen oder Währungen.

Darüber hinaus dienen sie der Spekulation. Marktteilnehmer können auf zukünftige Preisentwicklungen setzen und von Kursveränderungen profitieren.

Eine weitere Funktion ist die Preisbildung. Futures-Märkte liefern wichtige Informationen über Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Preise.

Chancen und Risiken

Der Handel mit Terminkontrakten bietet sowohl Chancen als auch Risiken.

Zu den Chancen gehören:

  1. Absicherung gegen Preisänderungen

  2. Möglichkeit zur Nutzung von Marktchancen

  3. Hohe Liquidität bei standardisierten Kontrakten

Zu den Risiken zählen:

  1. Hebelwirkung
    Bereits kleine Preisänderungen können zu erheblichen Gewinnen oder Verlusten führen.

  2. Marktpreisrisiko
    Unerwartete Preisbewegungen können zu Verlusten führen.

  3. Liquiditätsrisiko
    In bestimmten Marktphasen kann die Handelbarkeit eingeschränkt sein.

Diese Risiken erfordern ein fundiertes Verständnis der Funktionsweise von Terminkontrakten.

Bedeutung für die Finanzmärkte

Kontrakte im Futures- und Terminhandel sind ein wesentlicher Bestandteil moderner Finanzmärkte. Sie ermöglichen eine effiziente Risikosteuerung und tragen zur Stabilität von Preisen bei.

Insbesondere in globalen Märkten spielen sie eine wichtige Rolle, da sie Unternehmen und Investoren helfen, sich gegen Unsicherheiten abzusichern.

Gleichzeitig erhöhen sie die Marktliquidität und fördern die Transparenz der Preisbildung.

Abgrenzung zu Kassageschäften

Ein Kontrakt im Terminhandel unterscheidet sich grundlegend von einem Kassageschäft. Während bei Kassageschäften Lieferung und Zahlung nahezu sofort erfolgen, liegt beim Termingeschäft eine zeitliche Verschiebung vor.

Diese zeitliche Dimension ist entscheidend, da sie die Grundlage für Absicherung und Spekulation bildet.

Fazit

Der Kontrakt im Bereich von Futures und Termingeschäften ist eine standardisierte Vereinbarung über den zukünftigen Kauf oder Verkauf eines Basiswertes zu festgelegten Bedingungen. Er bildet die Grundlage des Terminhandels und erfüllt wichtige Funktionen wie Absicherung, Spekulation und Preisbildung. Trotz seiner Vorteile ist der Umgang mit Kontrakten mit erheblichen Risiken verbunden, insbesondere aufgrund der Hebelwirkung und der Volatilität der Märkte. Ein fundiertes Verständnis dieser Instrumente ist daher unerlässlich für eine sachgerechte Nutzung im Finanzkontext.