Permanente Offenmarktgeschäfte (POMO) Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Monetary Policy Committee (MPC) Nächster Begriff: Temporäre Offenmarktgeschäfte (TOMO)

Ein wichtiges Instrument der Geldpolitik, mit dem Zentralbanken langfristig die Geldmenge und Zinssätze steuern

Permanente Offenmarktgeschäfte (Permanent Open Market Operations, POMO) sind eine Form der Offenmarktpolitik, die von Zentralbanken zur langfristigen Steuerung der Geldmenge und der Zinssätze eingesetzt wird. Sie unterscheiden sich von temporären Offenmarktgeschäften (Temporary Open Market Operations, TOMO) dadurch, dass sie auf eine dauerhafte Anpassung der Liquiditätsversorgung abzielen, anstatt nur kurzfristige Schwankungen auszugleichen.

Funktionsweise und Zielsetzung

Permanente Offenmarktgeschäfte bestehen in der Regel aus dem fortlaufenden Kauf oder Verkauf von Wertpapieren durch die Zentralbank. Dabei verfolgt die Zentralbank zwei Hauptziele:

  1. Steuerung der Geldmenge: Durch Käufe oder Verkäufe von Anleihen beeinflusst die Zentralbank die verfügbare Liquidität im Finanzsystem und steuert so die Inflation und das Wirtschaftswachstum.
  2. Beeinflussung der Zinssätze: Indem die Zentralbank langfristig Wertpapiere erwirbt oder abstößt, kann sie das allgemeine Zinsniveau in der Wirtschaft beeinflussen und damit Kreditkosten, Investitionen und Konsum regulieren.

Die Käufe oder Verkäufe von Wertpapieren erfolgen in der Regel auf dem offenen Markt und betreffen häufig Staatsanleihen oder hypothekenbesicherte Wertpapiere.

Abgrenzung zu temporären Offenmarktgeschäften

POMO unterscheidet sich von temporären Offenmarktgeschäften (TOMO) dadurch, dass sie nicht als kurzfristige Interventionen zur Stabilisierung der Geldmärkte gedacht sind. Während temporäre Offenmarktgeschäfte dazu dienen, vorübergehende Liquiditätsengpässe oder -überschüsse auszugleichen, sind permanente Offenmarktgeschäfte auf langfristige geldpolitische Anpassungen ausgerichtet.

Hauptunterschiede:

Kriterium Permanente Offenmarktgeschäfte (POMO) Temporäre Offenmarktgeschäfte (TOMO)
Zielsetzung Langfristige Steuerung der Geldmenge Kurzfristige Steuerung der Liquidität
Dauer der Wirkung Dauerhaft Vorübergehend
Instrumente Anleihekäufe und -verkäufe Repurchase Agreements (Repos) und Reverse Repos
Einfluss auf Zinsen Beeinflussung langfristiger Zinssätze Steuerung kurzfristiger Zinssätze

Arten von permanenten Offenmarktgeschäften

Es gibt zwei grundlegende Formen von POMO, je nachdem, ob die Zentralbank die Wirtschaft stimulieren oder dämpfen möchte:

  1. Expansive POMO (Kauf von Wertpapieren):

    • Die Zentralbank kauft langfristig Anleihen auf, um die Geldmenge zu erhöhen.
    • Dies senkt die Zinssätze, erleichtert die Kreditvergabe und fördert Investitionen sowie Konsum.
    • Diese Strategie wird häufig in wirtschaftlichen Krisen oder Zeiten schwachen Wachstums eingesetzt.
  2. Restriktive POMO (Verkauf von Wertpapieren):

    • Die Zentralbank verkauft Anleihen, um überschüssige Liquidität aus dem Finanzsystem zu entfernen.
    • Dies erhöht die Zinssätze und dämpft Inflation sowie übermäßige Kreditvergabe.
    • Diese Strategie wird genutzt, wenn die Inflation steigt und eingedämmt werden muss.

Anwendung in der Praxis

Permanente Offenmarktgeschäfte werden von verschiedenen Zentralbanken zur Umsetzung ihrer Geldpolitik genutzt.

  • Federal Reserve (USA): Die US-Notenbank führt regelmäßige Käufe und Verkäufe von US-Staatsanleihen durch, um das Zinsniveau zu steuern. Besonders nach der Finanzkrise 2008 setzte sie verstärkt auf POMO, um die Wirtschaft durch den massiven Kauf von Anleihen (Quantitative Easing) zu stützen.
  • Europäische Zentralbank (EZB): Auch die EZB nutzt ähnliche Mechanismen, um die Liquidität in der Eurozone zu regulieren. Programme wie das Asset Purchase Programme (APP) und das Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) sind Beispiele für langfristige Anleihekäufe, die als POMO betrachtet werden können.

Vorteile und Risiken

Vorteile:

  • Direkte Einflussnahme auf die langfristige wirtschaftliche Entwicklung.
  • Stärkung der Geldpolitik durch gezielte Steuerung der Geldmenge.
  • Nachhaltige Beeinflussung der Zinssätze, um wirtschaftliche Stabilität zu sichern.

Risiken:

  • Übermäßige Liquiditätszufuhr kann zu Spekulationsblasen an den Finanzmärkten führen.
  • Schwierige Rückführung expansiver Maßnahmen ohne Marktstörungen.
  • Langfristige Interventionen können unbeabsichtigte Nebenwirkungen haben, etwa eine Verzerrung der Anleihemärkte.

Fazit

Permanente Offenmarktgeschäfte sind ein wichtiges Instrument der Geldpolitik, mit dem Zentralbanken langfristig die Geldmenge und Zinssätze steuern. Durch den gezielten Kauf oder Verkauf von Wertpapieren können sie wirtschaftliche Entwicklungen beeinflussen, Inflation regulieren und Finanzkrisen abfedern. Während diese Maßnahmen erhebliche Vorteile bieten, bergen sie auch Risiken, insbesondere wenn sie zu lange oder in zu großem Umfang eingesetzt werden. Eine umsichtige Anwendung ist daher entscheidend für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung.