Prime- und Subprime-Kredite Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Prime-Kredite Nächster Begriff: Schuldenquote

Zwei gegensätzliche Kategorien im Kreditwesen

Prime- und Subprime-Kredite sind zwei zentrale Kategorien im Kreditwesen, die sich nach der Bonität der Kreditnehmer und dem Risiko für die kreditgebende Bank unterscheiden. Während Prime-Kredite an besonders kreditwürdige Kunden mit stabilen Finanzen vergeben werden, sind Subprime-Kredite für Kreditnehmer mit schlechter Bonität bestimmt und bergen ein höheres Ausfallrisiko.

Diese Unterscheidung ist vor allem in den USA relevant, wo Banken und Finanzinstitute Kreditnehmer anhand von Kredit-Scores (z. B. FICO-Score) einstufen. Die Kreditwürdigkeit beeinflusst die Zinssätze, die Vergabebedingungen und die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls. Die Vergabe von Subprime-Krediten spielte eine wesentliche Rolle in der Finanzkrise 2007/2008, als riskante Hypotheken massenhaft vergeben wurden und später ausfielen.

Unterschiede zwischen Prime- und Subprime-Krediten

Die wichtigsten Kriterien zur Unterscheidung von Prime- und Subprime-Krediten sind:

Merkmal Prime-Kredite Subprime-Kredite
Kreditwürdigkeit Sehr hoch (FICO-Score > 740) Niedrig (FICO-Score < 620)
Zinssätze Niedrig Hoch bis sehr hoch
Einkommensnachweis Vollständig erforderlich Oft nicht oder nur teilweise erforderlich
Schuldenquote (DTI) Gering Hoch
Kreditvergabe Strenge Prüfung und Dokumentation Lockerere Vergabe, teilweise ohne Sicherheiten
Risiko für Banken Gering Hoch (erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit)

Prime-Kredite

Prime-Kredite sind Darlehen für Kreditnehmer mit ausgezeichneter Bonität, stabilem Einkommen und einer positiven Kredithistorie. Banken betrachten diese Kunden als geringes Risiko, weshalb sie niedrige Zinssätze und vorteilhafte Rückzahlungsbedingungen erhalten.

Merkmale von Prime-Kreditnehmern:

  • Hoher FICO-Score (> 740)
  • Stabiles Einkommen und Beschäftigungsverhältnis
  • Niedrige Schuldenquote (Debt-to-Income Ratio, DTI)
  • Regelmäßige und pünktliche Zahlungen in der Vergangenheit
  • Mindestens 20 % Eigenkapital bei Immobilienkäufen

Arten von Prime-Krediten:

  1. Hypotheken (Prime Mortgages) – Kredite für Immobilienkäufer mit soliden Sicherheiten.
  2. Privatkredite – Niedrig verzinste Darlehen für persönliche Anschaffungen.
  3. Autokredite – Kredite mit günstigen Zinsen für den Fahrzeugkauf.
  4. Kreditkarten mit Prime-Konditionen – Höhere Kreditlimits und geringere Zinsen.
  5. Unternehmenskredite – Kredite für Firmen mit stabiler Finanzlage.

Subprime-Kredite

Subprime-Kredite sind Darlehen für Kreditnehmer mit geringer Bonität oder unsicherem Einkommen. Aufgrund des höheren Risikos verlangen Banken deutlich höhere Zinssätze, um potenzielle Verluste auszugleichen.

Merkmale von Subprime-Kreditnehmern:

  • FICO-Score unter 620
  • Unregelmäßiges oder niedriges Einkommen
  • Hohe Schuldenlast
  • Zahlungsverzögerungen oder frühere Kreditausfälle
  • Oft keine oder nur geringe Eigenkapitalbeteiligung

Arten von Subprime-Krediten:

  1. Subprime-Hypotheken – Riskante Immobilienkredite mit hohen Zinssätzen.
  2. Kreditkarten mit hohen Zinssätzen – Für Kunden mit schlechter Bonität.
  3. Autokredite für Kreditnehmer mit niedrigem Score – Oft mit hohen Gebühren und Zinsen.
  4. Payday Loans (Kurzzeitkredite) – Kurzfristige, extrem teure Kredite mit hohen Zinsen.

Die Rolle von Subprime-Krediten in der Finanzkrise 2007/2008

Die massive Vergabe von Subprime-Hypotheken spielte eine zentrale Rolle in der Finanzkrise 2007/2008. Banken vergaben großzügig Hypotheken an Kreditnehmer mit schlechter Bonität, oft ohne Einkommensnachweis oder Anzahlung. Diese Kredite wurden dann in Mortgage-Backed Securities (MBS) gebündelt und an Investoren verkauft.

Als die Immobilienblase platzte und die Zinssätze stiegen, konnten viele Subprime-Kreditnehmer ihre Hypotheken nicht mehr bedienen. Die daraus resultierenden Zahlungsausfälle führten zu einem massiven Wertverlust der MBS, was Banken und Investoren in finanzielle Schwierigkeiten brachte. Dies mündete schließlich in der globalen Finanzkrise, die durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers (September 2008) eskalierte.

Fazit

Prime- und Subprime-Kredite sind zwei gegensätzliche Kategorien im Kreditwesen. Während Prime-Kredite sichere und günstige Darlehen für kreditwürdige Kunden sind, sind Subprime-Kredite mit hohen Risiken verbunden und oft mit hohen Zinssätzen ausgestattet.

Obwohl Subprime-Kredite Menschen mit schlechter Bonität Zugang zu Finanzierungen ermöglichen, können sie zu Überschuldung führen und in großem Maßstab erhebliche Risiken für das Finanzsystem darstellen – wie die Finanzkrise 2007/2008 eindrucksvoll zeigte.