Schwellenland

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Was versteht man unter Schwellenländern?

Für den Begriff "Schwellenland" gibt es keine exakte, international gültige Definition. 

Unter einem Schwellenland (engl.: Newly Industrialized Country) versteht man im Allgemeinen ein Land, das noch heute als Entwicklungsland bezeichnet wird, sich jedoch durch seinen technischen Fortschritt dem Stand eines Industriestaates annähert. 

Da ein Schwellenland die typischen Eigenschaften eines Entwicklungslandes bereits überwunden hat, wird ein solches Land gelegentlich auch als “take-off country” bezeichnet.

Was sind die Merkmale eines Schwellenlandes?

Ein Schwellenland befindet sich in der Industrialisierung, wo die Agrarwirtschaft immer mehr an Bedeutung verliert. Diese Entwicklung kann anhand von wirtschaftlichen Indikatoren festgelegt werden. Eine solche Umstrukturierung eines Landes geht meist nicht mit einer ebenso schnellen sozialen Entwicklung (Alphabetisierung, Lebenserwartung) einher und ist anfällig für politische Unruhen. 

Als Kennzeichen von Schwellenländern wird auch im deutschsprachigen Raum die rasche Industrialisierung genannt. Geändert hat sich hierbei, dass die ökonomischen Strukturen oftmals durch stark wachsende Dienstleistungssektoren anstatt durch die Dominanz der Industrieproduktion gekennzeichnet ist. Aus diesem Grund gibt es heutzutage konkretere  Bezeichnungen, wie “important industrialized and developing economies” (dt.:wichtige industrialisierte und sich entwickelnde Volkswirtschaften).

Zu den Merkmalen von Schwellenländern können zum Beispiel ein geringes Pro-Kopf-Einkommen, eine passive Handelsbilanz oder eine hohe Auslandsverschuldung gehören. Außerdem überdurchschnittliche Wachstumsraten, hohe Arbeitsproduktivität bei gleichzeitig niedrigem Lohnniveau oder Investitionen in die Infrastruktur und die Humanbildung. 

Wer gehört zu den Schwellenländern?

Verschiedene Organisationen (Weltbank, OECD, Internationaler Währungsfonds, Europäische Gemeinschaft) veröffentlichen regelmäßig Listen von Ländern, die nach ihren Bewertungsmaßstäben Schwellenländer sind. Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) kategorisieren insgesamt 150 Länder als Schwellenländer. Dazu zählen Südafrika, Mexiko, Brasilien, Pakistan, die Volksrepublik China, Indien, die Philippinen, Thailand, Malaysia, Äthiopien, Ungarn, Polen, Litauen, Ukraine, Russland.

Im Laufe der letzten zehn Jahre wurden die Schwellenländer Brasilien, China und Indien zu immer relevanteren politischen und wirtschaftlichen Akteuren. Nur gemeinsam mit diesen Ländern kann eine globale nachhaltige Entwicklung und der Schutz weltweiter öffentlicher Güter, wie Frieden und Schutz, oder eine intakte Umwelt erreicht werden. 

Ist die Türkei ein Schwellenland?

Die Türkei ist ein Schwellenland mit mittlerem Einkommen. Sie erbrachte im Jahr 2016 kaufkraftbereinigt die dreizehntgrößte Wirtschaftsleistung der Welt. 

Merkmale von Schwellenländern am Beispiel Singapur

Als Anschauungsbeispiele der typischen Eigenschaften von Schwellenländern kann Singapur dienen. Der kleinste Staat Südostasiens zieht Großinvestitionen (in Malls, Fabriken, uvm.) an, da er neben Geld, Land und Steuernachlässen auch qualifizierte Arbeiter, politische Berechenbarkeit, Sicherheit, Schutz des geistigen Eigentums, wenig Korruption sowie eine hohe Lebensqualität zu bieten hat. 

Schwellenmärkte

Von Ökonomen und Investoren werden Schwellenländer auch als Schwellenmärkte bezeichnet. Damit kann entweder die gesamte Volkswirtschaft des Schwellenlandes oder nur ein Teilbereich, wie der Absatzmarkt oder der Aktienmarkt gemeint sein.