Soft Fork Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Fork Nächster Begriff: Hard Fork

Eine rückwärtskompatible Änderung der Regeln einer Blockchain, die es aktualisierten Knoten ermöglicht, weiterhin mit nicht aktualisierten Knoten zu interagieren, wodurch das Netzwerk vereint bleibt, während neue Funktionen oder Einschränkungen eingeführt werden

Soft Fork bezeichnet im Blockchain- und Kryptowährungskontext eine Protokolländerung, die abwärtskompatibel ist. Das bedeutet, dass auch Netzwerkknoten (Nodes), die ihre Software nicht auf die neue Version aktualisiert haben, die von aktualisierten Nodes erzeugten Blöcke weiterhin als gültig akzeptieren. Dadurch entsteht im Gegensatz zu einem Hard Fork in der Regel keine dauerhafte Aufspaltung der Blockchain, solange eine Mehrheit der Miner oder Validatoren die neuen Regeln unterstützt.

Funktionsweise

Bei einem Soft Fork werden bestehende Konsensregeln so verändert, dass sie restriktiver werden. Alte Nodes akzeptieren neue Blöcke, weil diese den bisherigen Regeln entsprechen oder diese nicht verletzen. Die neuen Regeln sorgen jedoch dafür, dass bestimmte bisher zulässige Transaktionen oder Blockinhalte künftig als ungültig gelten.

Beispielhafte Ablaufstruktur:

  1. Entwickler implementieren neue Konsensregeln.

  2. Aktualisierte Nodes beginnen, diese neuen Regeln bei der Blockerzeugung zu erzwingen.

  3. Nicht aktualisierte Nodes erkennen die Änderungen nicht, akzeptieren aber die neuen Blöcke, da diese auch unter den alten Regeln gültig sind.

  4. Das Netzwerk bleibt synchron, ohne dass eine separate Kette entsteht.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung

  • Mehrheitliche Unterstützung der Miner oder Validatoren, da nur so sichergestellt wird, dass fast alle neuen Blöcke den verschärften Regeln entsprechen.

  • Klare Kommunikation an alle Teilnehmer, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.

  • Technische Vorbereitung in Wallets, Börsen und anderen Infrastrukturen, um neue Transaktionstypen oder Blockstrukturen zu unterstützen.

Beispiele für Soft Forks

  • Segregated Witness (SegWit) im Bitcoin-Netzwerk (2017): Einführung einer neuen Transaktionsstruktur zur Effizienzsteigerung und Vorbereitung auf Second-Layer-Lösungen.

  • BIP66 (2015): Durchsetzung einer strengeren Signaturvalidierung in Bitcoin.

Vorteile

  1. Keine Spaltung der Blockchain, solange genügend Konsens besteht.

  2. Einfachere Migration, da alte Softwareversionen weiterhin funktionsfähig sind.

  3. Kontinuierliche Verbesserung der Blockchain, ohne bestehende Guthaben oder Transaktionshistorien zu trennen.

Nachteile

  1. Erforderliche Mehrheit der Mining-Power oder Validatoren, um effektiv zu sein.

  2. Potenzielle Verwirrung bei nicht aktualisierten Teilnehmern, die neue Funktionen nicht interpretieren können.

  3. Übergangsrisiken, falls nicht genügend Unterstützung besteht und doch eine Aufspaltung droht.

Unterschied zu einem Hard Fork

Merkmal Soft Fork Hard Fork
Kompatibilität Abwärtskompatibel Nicht abwärtskompatibel
Auswirkung auf Nodes Alte Nodes akzeptieren neue Blöcke Alte Nodes lehnen neue Blöcke ab
Spaltungsrisiko Gering, bei ausreichender Unterstützung Hoch, falls kein vollständiger Konsens besteht
Einsatz Einführung restriktiverer Regeln Einführung neuer oder erweiterter Regeln

Fazit

Ein Soft Fork ist ein Instrument, um Protokolländerungen in einer Blockchain schrittweise und mit minimalem Risiko umzusetzen. Er eignet sich insbesondere für Änderungen, die restriktiver sind als die bestehenden Regeln, und erfordert vor allem die Unterstützung einer Mehrheit derjenigen, die neue Blöcke erzeugen. Dadurch kann die Blockchain fortlaufend angepasst werden, ohne dass eine dauerhafte Abspaltung in mehrere Ketten entsteht.

Ich könnte Ihnen jetzt eine grafische Ablaufdarstellung eines Soft Forks erstellen, die den Unterschied zu einem Hard Fork visuell verdeutlicht.