Strike Price (Option) Börsenlexikon Vorheriger Begriff: OMX Stockholm 30 (OMXS30) Nächster Begriff: Runaway Gap

Ein festgelegter Preis, zu dem der Inhaber einer Option den zugrunde liegenden Vermögenswert kaufen oder verkaufen kann, um das Kontraktverhältnis bei Ausübung zu definieren

Strike Price (deutsch: Ausübungspreis) ist ein zentraler Begriff im Optionshandel und bezeichnet den im Optionsvertrag festgelegten Preis, zu dem der Käufer einer Option das Recht erhält, den zugrunde liegenden Basiswert entweder zu kaufen (bei einer Call-Option) oder zu verkaufen (bei einer Put-Option). Der Strike Price wird bei Vertragsabschluss definiert und bleibt während der gesamten Laufzeit der Option unverändert. Er stellt die Referenzgröße für die Beurteilung des wirtschaftlichen Werts der Option dar.

Funktion und Bedeutung des Strike Price

Der Strike Price bestimmt maßgeblich, ob eine Option im Geld (in-the-money), am Geld (at-the-money) oder aus dem Geld (out-of-the-money) ist. Diese Einteilung gibt an, ob eine Ausübung der Option aus Sicht des Käufers vorteilhaft wäre:

  1. Call-Option:

    • Im Geld, wenn der Marktpreis des Basiswerts über dem Strike Price liegt.

    • Am Geld, wenn der Marktpreis etwa dem Strike Price entspricht.

    • Aus dem Geld, wenn der Marktpreis unter dem Strike Price liegt.

  2. Put-Option:

    • Im Geld, wenn der Marktpreis unter dem Strike Price liegt.

    • Am Geld, wenn der Marktpreis etwa dem Strike Price entspricht.

    • Aus dem Geld, wenn der Marktpreis über dem Strike Price liegt.

Die Differenz zwischen dem Marktpreis und dem Strike Price ist entscheidend für den inneren Wert der Option – also jenen Teil des Optionswerts, der unmittelbar durch Ausübung realisierbar wäre. Optionen, die im Geld sind, besitzen einen positiven inneren Wert, während Optionen am oder aus dem Geld keinen oder nur Zeitwert aufweisen.

Festlegung und Strukturierung an der Börse

Bei börsengehandelten Optionen wird der Strike Price durch die jeweilige Terminbörse (z. B. Eurex, CBOE) festgelegt. Für jede Serie eines Optionskontrakts gibt es standardisierte Strike-Preise, die in regelmäßigen Abständen um den aktuellen Kurs des Basiswerts angeordnet sind. Die Breite dieser Intervalle hängt vom Preisniveau und der Volatilität des Basiswerts ab. So kann etwa bei einer Aktie mit einem Kurs von 100 € eine Staffelung der Strike Prices in 2,5-€- oder 5-€-Schritten erfolgen.

Bei außerbörslichen Optionen (Over-the-Counter, OTC) wird der Strike Price individuell zwischen den Vertragsparteien vereinbart. Diese Flexibilität erlaubt eine exakte Anpassung an konkrete Bedürfnisse, erfordert jedoch eine eigene Risikoeinschätzung.

Einfluss auf die Bewertung

Der Strike Price ist eine entscheidende Größe in den gängigen Bewertungsmodellen für Optionen, etwa im Black-Scholes-Modell oder im Binomialmodell. Die Beziehung zwischen dem Strike Price und dem aktuellen Marktpreis des Basiswerts beeinflusst den Wert der Option in mehrfacher Hinsicht:

  • Ist der Strike Price bei einer Call-Option deutlich unter dem Marktpreis, hat die Option einen hohen inneren Wert.

  • Ist der Strike Price bei einer Put-Option deutlich über dem Marktpreis, gilt dasselbe.

Neben dem inneren Wert beeinflusst der Strike Price auch den Zeitwert, also jenen Anteil der Optionsprämie, der auf die verbleibende Laufzeit, Volatilität und Zinsniveau zurückzuführen ist. Optionen mit Strike Prices nahe am aktuellen Marktpreis weisen in der Regel den höchsten Zeitwert auf.

Anwendung in Optionsstrategien

Der Strike Price ist nicht nur ein Bewertungsparameter, sondern auch ein zentrales Element bei der Konzeption von Optionsstrategien. In der Praxis werden häufig mehrere Optionen mit unterschiedlichen Strike Prices kombiniert, um bestimmte Markterwartungen oder Risikoprofile umzusetzen:

  • Spreads (z. B. Bull Call Spread, Bear Put Spread): Kombination aus Kauf und Verkauf von Optionen mit verschiedenen Strike Prices.

  • Straddles: Gleichzeitiger Kauf einer Call- und einer Put-Option mit identischem Strike Price und Verfall.

  • Strangles: Kauf von Call- und Put-Optionen mit unterschiedlichen Strike Prices.

Der Abstand zwischen den Strike Prices beeinflusst dabei die maximalen Gewinn- und Verlustpotenziale der Strategie.

Bedeutung für Emittenten und Mitarbeiteroptionen

In Programmen zur Mitarbeiterbeteiligung, insbesondere bei Mitarbeiteraktienoptionen (Employee Stock Options, ESOs), spielt der Strike Price eine zentrale Rolle. Er definiert den Preis, zu dem Mitarbeitende künftig Unternehmensaktien erwerben können. Häufig entspricht dieser Preis dem Marktwert der Aktie am Tag der Zuteilung, kann aber auch über oder unter dem aktuellen Kursniveau liegen – je nach Unternehmenspolitik und Anreizstruktur.

Für den Arbeitgeber ist der Strike Price zudem von bilanztechnischer und steuerlicher Relevanz. Je nach Rechnungslegungsvorschriften (z. B. IFRS 2) beeinflussen Strike Prices die Bewertung der Rückstellungen und den Ausweis im Jahresabschluss.

Steuerliche und regulatorische Implikationen

In vielen Ländern ist der Strike Price auch für die steuerliche Behandlung von Optionen entscheidend. Insbesondere bei der Ausübung von Mitarbeiteroptionen kann die Differenz zwischen Marktpreis und Strike Price als geldwerter Vorteil gelten und lohnsteuerpflichtig sein.

Zudem kann der Strike Price Einfluss auf regulatorische Bewertungen haben, etwa bei der Kapitaladäquanz oder Risikomessung in Banken, wenn Optionen Teil des Portfolios sind.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Der Strike Price wird häufig mit dem Begriff Exercise Price gleichgesetzt. In der Praxis bestehen keine inhaltlichen Unterschiede; beide Begriffe bezeichnen denselben Preis. „Strike Price“ ist insbesondere im angelsächsischen Sprachraum geläufiger, während „Exercise Price“ in juristischen und vertraglichen Kontexten verwendet wird. Im deutschsprachigen Raum ist „Ausübungspreis“ die gebräuchliche Entsprechung.

Nicht zu verwechseln ist der Strike Price mit der Optionsprämie, also dem Preis, den der Käufer einer Option an den Verkäufer zahlt. Während die Prämie vom Markt bestimmt wird, ist der Strike Price vertraglich fixiert.

Fazit

Der Strike Price ist eine grundlegende und unveränderliche Größe im Rahmen eines Optionsvertrags. Er definiert die ökonomische Grenze, ab der sich die Ausübung der Option für den Inhaber lohnt, und bildet die Basis für die Beurteilung des inneren Werts sowie die Strukturierung von Handelsstrategien. In Verbindung mit dem aktuellen Marktpreis bestimmt der Strike Price maßgeblich die Bewertung, das Risiko- und Ertragsprofil sowie die Einsatzmöglichkeiten von Optionen. Ob bei börsengehandelten Standardoptionen, individuellen OTC-Kontrakten oder in der Mitarbeitervergütung – der Strike Price ist ein zentrales Instrument der modernen Finanzpraxis.