Tarot-Protokoll Börsenlexikon Vorheriger Begriff: SCREAM-Token Nächster Begriff: TAROT-Token

Ein dezentrales Kredit- und Yield-Farming-Protokoll, das auf mehreren Blockchains wie Fantom, Optimism und Ethereum operiert und Nutzern ermöglicht, in isolierten Kreditpools zu verleihen oder zu leihen, um passives Einkommen oder gehebelte Renditen zu erzielen

Tarot ist ein dezentrales Finanzprotokoll (DeFi-Protokoll) auf der Fantom-Blockchain, das sich auf dezentralisiertes Lending und Leveraged Yield Farming spezialisiert hat. Im Gegensatz zu klassischen Lending-Plattformen wie Aave oder Compound verfolgt Tarot einen nicht-poolbasierten, sondern paarbasierten Ansatz, der flexible Kapitalallokationen, hohe Hebelwirkung und risikogewichtete Strategien ermöglicht. Ziel von Tarot ist es, sowohl Kreditgebern als auch Yield Farmern eine effizientere Kapitalnutzung mit höherem Ertragspotenzial zu ermöglichen – bei gleichzeitig dezentraler Governance und transparenter Risikostruktur.

Grundprinzip: Lending und Leveraged Farming

Tarot stellt die Verbindung zwischen zwei Nutzergruppen her:

  1. Kreditgeber (Lenders)
    Diese Nutzer stellen Kapital in Form einzelner Token (z. B. USDC oder FTM) zur Verfügung. Dieses Kapital wird von Tarot in spezielle „Lending Vaults“ eingebracht und generiert Zinsen durch die Verwendung im Yield Farming.

  2. Farming-Nutzer (Borrowers)
    Diese Nutzer möchten mit höherem Hebel (Leverage) Yield Farming betreiben. Sie bringen Liquidität (z. B. LP-Tokens) in eine Strategie ein und leihen zusätzlich Kapital, um ihren Einsatz zu vergrößern. Durch den höheren Kapitaleinsatz können sie höhere Erträge erzielen – allerdings auch höhere Risiken tragen.

Das System ist so aufgebaut, dass Lending- und Borrowing-Vorgänge nicht zentral in einem Pool stattfinden, sondern paarweise für jede unterstützte Liquiditätsstrategie definiert sind. Dies erhöht die Kontrolle und Transparenz über die einzelnen Risiken und Belohnungsströme.

Architektur und Komponenten

Das Tarot-Protokoll besteht aus mehreren funktionalen Bausteinen, die miteinander interagieren:

  1. Lending Vaults
    Diese Vaults nehmen Token-Einlagen entgegen und vergeben Kredite an strategisch gekoppelte Yield-Farming-Positionen. Einleger erhalten im Gegenzug z. B. tTokens, die ihre Position repräsentieren.

  2. Borrowing-Smart-Contracts (Spells)
    Borrower interagieren mit sogenannten Spells, also vorkonfigurierten Strategien, die bestimmen, wie der geliehene Betrag innerhalb eines Farming-Paares eingesetzt wird. Spells können z. B. auf Uniswap- oder SpookySwap-Pools basieren.

  3. Positionen mit Hebel
    Nutzer, die Farming mit Hebel betreiben wollen, hinterlegen einen Anteil (z. B. 50 %) selbst und leihen den Rest, um z. B. mit einem Hebel von 3× zu farmen. Die Erträge aus dem Farming fließen anteilig zurück in die Position und decken idealerweise die Leihkosten ab.

  4. Liquidationsmechanismus
    Um Kreditgeber zu schützen, werden unterbesicherte Positionen automatisch liquidiert. Tarot verwendet ein automatisiertes System zur Überwachung und Abwicklung, wobei Liquidatoren einen Anreiz erhalten.

Der TAROT-Token

Der native Token von Tarot ist TAROT, ein Governance- und Utility-Token, der mehrere Aufgaben erfüllt:

  1. Governance-Funktion
    TAROT-Inhaber können über Protokollentscheidungen abstimmen, etwa:

    • Freischaltung neuer Lending-Vaults

    • Anpassung von Parametern wie Liquidationsboni

    • Änderungen an Belohnungsmodellen und Treasury-Verwendung

  2. Belohnungsmechanismus
    TAROT wird teilweise als Anreiz für Kreditgeber und aktive Teilnehmer ausgegeben, um Liquidität anzuziehen.

  3. Staking und Boosts
    Durch das Staken von TAROT in bestimmten Vaults können zusätzliche Belohnungen freigeschaltet oder Beteiligungen an Protokollerträgen realisiert werden. Das langfristige Staking-Modell (xTAROT) stellt dabei eine Art Share-Token dar, der Staking-Ansprüche repräsentiert.

  4. Nicht-inflationäres Design
    Die Gesamtanzahl der TAROT-Token ist begrenzt. Zusätzliche Einnahmen des Protokolls (z. B. Gebühren) können zur Rückführung oder zum Buyback von TAROT verwendet werden, was den deflationären Charakter stärkt.

Strategien und Nutzungsmöglichkeiten

Tarot bietet eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten, die sich je nach Risikoneigung und Kapitalstruktur unterscheiden:

  1. Konservatives Lending
    Nutzer, die kein Risiko eingehen möchten, können ihre Token zinsbringend in Lending Vaults einzahlen und regelmäßig stabile Erträge erzielen.

  2. Aggressives Leveraged Farming
    Nutzer mit höherer Risikobereitschaft können mit Hebel Erträge aus LP-Positionen steigern, z. B. durch Nutzung von Triple-Yield-Farmen (Handelsgebühren + Plattform-Belohnungen + gehebelte Farming-Rendite).

  3. Strategische Brücke zu anderen Protokollen
    Tarot-Positionen können in anderen Yield-Aggregatoren (z. B. Reaper Farm, Beefy) integriert oder über andere DeFi-Schichten weiterverarbeitet werden.

  4. Eigenständige Strategien mit xTAROT
    Durch Staking in den xTAROT-Pool können Nutzer passiv an Protokollgebühren teilhaben, was insbesondere für langfristig orientierte Investoren interessant ist.

Risiken und Schutzmechanismen

Trotz seines Potenzials ist Tarot mit spezifischen Risiken verbunden:

  1. Smart-Contract-Risiko
    Als hochgradig automatisiertes Protokoll ist Tarot von der Sicherheit seiner Smart Contracts abhängig. Fehlerhafte Logik oder Hacks können zu Verlusten führen.

  2. Liquidationsrisiko
    Gehebelte Farming-Positionen sind anfällig für plötzliche Marktbewegungen. Sinkt der Wert der Position unter eine kritische Schwelle, kann eine Liquidation ausgelöst werden.

  3. Marktrisiko bei LPs
    Durch Impermanent Loss kann eine gehebelte LP-Position auch bei scheinbar stabilen Kursen Verluste generieren.

  4. Geringe Pool-Liquidität
    In weniger populären Farming-Paaren kann es zu niedriger Lending-Nachfrage oder fehlenden Liquidatoren kommen, was das Risiko für Kreditgeber erhöht.

Governance und Dezentralisierung

Das Tarot-Protokoll entwickelt sich zunehmend in Richtung einer dezentralen autonomen Organisation (DAO). TAROT-Inhaber können über wichtige Parameter abstimmen, neue Spells genehmigen oder Treasury-Ressourcen allokieren. Die Governance erfolgt über Snapshot oder vergleichbare off-chain-Abstimmungssysteme.

Zudem wird der Einfluss langfristiger Tokenhalter durch xTAROT-Staking gestärkt, das eine dauerhafte Bindung an das Protokoll fördert und Belohnungen aus den Protokollerträgen gewährt.

Fazit

Tarot ist ein spezialisiertes Lending- und Leveraged Farming-Protokoll auf der Fantom-Blockchain, das durch sein paarbasiertes System, die enge Integration mit dezentralen Börsen und die Unterstützung gehebelter Strategien eine Nische im DeFi-Sektor bedient. Der TAROT-Token übernimmt dabei sowohl Governance- als auch Ertragsfunktionen und ermöglicht eine Beteiligung am Wachstum und den Einnahmen des Protokolls. Durch den modularen Aufbau und die flexible Risikostruktur spricht Tarot sowohl konservative Kapitalgeber als auch renditeorientierte Yield-Farmer an. Trotz inhärenter Risiken – insbesondere bei gehebelten Positionen – bietet das Protokoll ein leistungsfähiges System zur Effizienzsteigerung von Kapital im dezentralen Finanzwesen.