TBOND (Tomb) Börsenlexikon Vorheriger Begriff: TSHARE-Staker Nächster Begriff: Bribes (Belohnungen)

Ein Token der Tomb Finance Plattform auf der Fantom-Blockchain, der durch Bonding-Mechanismen ausgegeben wird, um die TOMB-Token-Bindung an FTM zu stabilisieren und Liquidität im Ökosystem zu fördern

TBOND ist der dritte zentrale Token im Tomb Finance-Ökosystem auf der Fantom-Blockchain und dient als deflationäres Steuerungsinstrument, das im Rahmen des seigniorage-basierten Modells zur Stabilisierung des algorithmischen Stablecoins TOMB eingesetzt wird. Im Gegensatz zu TOMB (als synthetisch an FTM gekoppelter Stablecoin) und TSHARE (als Ertrags- und Governance-Token) hat TBOND eine spezifische Funktion: Nachfrage erzeugen, wenn TOMB unter seinem Zielwert liegt, und damit das System aus einer Kontraktionsphase zurück in die Expansion führen.

Zweck und Funktion von TBOND

TBOND wird nicht auf klassischen Märkten gehandelt, sondern innerhalb des Protokolls geprägt und zurückgetauscht, um eine gezielte Steuerung der TOMB-Menge zu ermöglichen. Ziel ist es, durch eine temporäre Angebotsverknappung von TOMB den Preis wieder auf den angestrebten Wert von 1 FTM zu bringen.

TBOND kann ausschließlich dann geprägt werden, wenn:

  • TOMB < 1 FTM

  • und der Nutzer TOMB verbrennt (burnt), um im Gegenzug TBOND zu erhalten.

TBOND kann ausschließlich dann wieder eingelöst werden, wenn:

  • TOMB > 1.01 FTM

  • und ausreichende Re-Expansion des Angebots stattfindet.

Zyklische Funktion im Protokoll

TBOND ist ein zentrales Element der Kontraktionsphasen im Tomb-Finance-System. Der Ablauf ist wie folgt:

  1. TOMB unter dem Peg (1 FTM):

    • Nutzer kaufen TBONDs durch das Verbrennen von TOMB.

    • Dadurch sinkt das zirkulierende Angebot von TOMB → Preisdruck nach oben.

    • Die Käufer hoffen darauf, ihre TBONDs später mit Gewinn in TOMB zurücktauschen zu können.

  2. TOMB steigt wieder über den Peg (> 1.01 FTM):

    • TBONDs können wieder eingelöst werden.

    • Die Rücktauschrate kann höher als 1:1 sein (wenn das Protokoll ausreichenden Überschuss hat).

    • Neue TOMB werden ggf. zuerst zur Rückzahlung von TBONDs verwendet, bevor Ausschüttungen an TSHARE-Staker erfolgen.

Durch diesen Mechanismus fungiert TBOND als marktbasiertes Schuldschein-Instrument, das vorübergehend Kapital aus dem System nimmt und bei erfolgreicher Erholung mit Gewinn zurückgezahlt wird.

Tokenökonomie und technische Eigenschaften

  • TBOND ist nicht handelbar auf DEXes: Er existiert nur im Protokoll.

  • Keine feste Versorgung: Die Anzahl im Umlauf variiert je nach Menge an verbranntem TOMB in der Kontraktionsphase.

  • Nicht übertragbar: TBOND kann nicht gesendet, verkauft oder gestaket werden – nur zurückgetauscht.

  • Kein fester Rückkaufpreis: Die Rücktauschrate hängt von der Protokolllage und der Verfügbarkeit von TOMB ab.

Diese Eigenschaften machen TBOND zu einem rein funktionalen, temporären Instrument zur Angebotsregulierung.

Strategische Bedeutung für Nutzer

Nutzer, die TBOND prägen, setzen auf eine zukünftige Preissteigerung von TOMB. Ihr Anreiz besteht darin, in der Kontraktionsphase TOMB zu opfern und im Gegenzug bei Rückerholung einen Gewinn zu erzielen. Dies erfordert:

  • Timing: TBOND-Käufer müssen einschätzen, wann sich der Markt wieder erholt.

  • Risikoakzeptanz: Falls TOMB nicht über den Peg steigt, können TBONDs dauerhaft wertlos bleiben.

  • Langfristiges Vertrauen: Der Mechanismus funktioniert nur, wenn genug Marktteilnehmer an die Rückkehr des Pegs glauben.

TBOND ist somit ein hochriskantes Anlageinstrument, das für risikofreudige Nutzer geeignet ist, die einen systemstabilisierenden Beitrag leisten und auf antizyklische Belohnung setzen.

Bedeutung im Protokollmechanismus

Ohne TBOND fehlt dem Tomb-System ein Werkzeug zur aktiven Angebotsverknappung. TBOND erfüllt daher folgende Funktionen:

  1. Deflationärer Druck: Verbrennung von TOMB reduziert das Umlaufangebot.

  2. Anreizkomponente: Nutzer erhalten eine „Wette auf die Zukunft“ – mit möglichem Belohnungspotenzial.

  3. Vorrangige Rückzahlung vor Staking-Rewards: In Expansionsphasen werden TBOND-Inhaber oft zuerst bedient, bevor TSHARE-Staker Belohnungen erhalten.

  4. Vermeidung von „Death Spirals“: Durch die Möglichkeit, Token aus dem Markt zu ziehen, kann das Vertrauen in den Peg gestützt werden.

Risiken und Schwächen

Obwohl TBOND funktional essenziell ist, bringt er mehrere Risiken mit sich:

  1. Verfall des Pegs: Bei dauerhaftem Vertrauensverlust in TOMB können TBONDs dauerhaft wertlos bleiben.

  2. Keine Sekundärmärkte: Da TBOND nicht handelbar ist, gibt es keine Exit-Option vor Rücktausch.

  3. Abhängigkeit vom Nutzerverhalten: Wenn in Kontraktionsphasen niemand TBOND kauft, bleibt der Angebotsdruck bestehen.

  4. Verzögerte Rückzahlung: In der Praxis kann es lange dauern, bis TBONDs wieder eingelöst werden können – falls überhaupt.

Diese Risiken machen TBOND zu einem reinen Utility-Token, nicht zu einem klassischen Anlageprodukt.

Vergleich mit ähnlichen Systemen

TBOND ist Teil eines Designs, das von früheren algorithmischen Stablecoin-Protokollen inspiriert wurde, darunter:

  • Basis Cash (BAC/BAS/BASED)

  • Empty Set Dollar (ESD)

  • Dynamic Set Dollar (DSD)

Tomb Finance war jedoch eines der ersten Protokolle, das das Modell erfolgreich mit einem Peg zu einem Krypto-Asset (FTM) statt zu USD kombinierte.

Fazit

TBOND ist ein integraler Bestandteil des Tomb Finance-Protokolls und dient als mechanisches Gleichgewichtsinstrument, um das Angebot von TOMB während Kontraktionsphasen zu reduzieren. Er kann von Nutzern geprägt werden, die darauf setzen, dass der Preis von TOMB wieder über seinen Zielwert steigt, und sich im Gegenzug eine höhere Rückzahlung versprechen. TBOND ist nicht spekulativ handelbar, sondern ausschließlich ein interner Stabilisierungsmechanismus mit hohem Risiko. Seine Wirksamkeit hängt vollständig von der Marktpsychologie und dem Vertrauen der Community in die langfristige Preisbindung von TOMB ab.