Ein Betriebsmodus einer Layer-2-Skalierungslösung für Ethereum, bei dem Transaktionen off-chain verarbeitet, durch Zero-Knowledge-Proofs validiert und die Daten außerhalb der Hauptkette gespeichert werden, um Skalierbarkeit und Datenschutz zu maximieren
Der Validium-Modus bezeichnet in Blockchain-Architekturen einen Betriebsmodus, bei dem ein System auf der Basis von Zero-Knowledge-Proofs (ZK-Proofs) arbeitet, aber die Transaktionsdaten off-chain gespeichert werden, anstatt wie bei ZK-Rollups vollständig on-chain veröffentlicht zu werden. Der Begriff wird häufig in Plattformen verwendet, die sowohl einen ZK-Rollup-Modus als auch einen Validium-Modus anbieten, um Anwendungsfällen mit unterschiedlichen Anforderungen an Datenverfügbarkeit, Skalierbarkeit und Sicherheit gerecht zu werden.
Der Validium-Modus kommt beispielsweise bei StarkEx oder zkPorter (von zkSync) zum Einsatz. Dabei können Anwendungen oder Nutzer gezielt entscheiden, ob sie ihre Daten off-chain (Validium) oder on-chain (Rollup) verwalten lassen – jeweils mit unterschiedlichen Eigenschaften bezüglich Kosten, Geschwindigkeit und Sicherheit.
Funktionsweise des Validium-Modus
Im Validium-Modus gelten folgende zentrale Eigenschaften:
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Verarbeitung und Verifikation der Transaktionen:
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Transaktionen werden off-chain gesammelt und verarbeitet.
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Eine kryptographisch gesicherte Zustandsänderung (z. B. Account-Balances) wird als State Root definiert.
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Ein Zero-Knowledge-Proof (z. B. STARK) belegt, dass die Transaktionen korrekt sind.
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Nur der ZK-Proof und der neue Zustand werden auf Layer 1 publiziert – nicht aber die Transaktionsdaten selbst.
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Speicherung der Transaktionsdaten:
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Die eigentlichen Transaktionsinhalte (z. B. Beträge, Sender, Empfänger) werden außerhalb der Layer-1-Blockchain gespeichert, etwa:
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auf einem zentralen Server,
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in einem dezentralen Speichersystem (z. B. IPFS),
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oder bei einem Netzwerk von sogenannten Data Availability Committees (DACs).
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Vertrauensmodell:
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Die Korrektheit der Transaktionen ist durch den ZK-Proof mathematisch garantiert.
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Die Verfügbarkeit der Daten hingegen hängt vom Vertrauen in den Datenanbieter oder Operator ab.
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Ohne Zugriff auf die Transaktionsdaten ist eine vollständige Verifikation oder Wiederherstellung der Transaktionshistorie nicht möglich.
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Vorteile des Validium-Modus
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Hohe Skalierbarkeit
Durch das Auslagern der Datenhaltung kann der Validium-Modus deutlich mehr Transaktionen pro Sekunde verarbeiten als ZK-Rollups. -
Niedrigere Kosten
Da keine Daten auf Layer 1 veröffentlicht werden, entfallen viele Gas-Kosten, was besonders für günstige oder kostenlose Transaktionen wichtig ist. -
Flexibilität
Plattformen wie StarkEx oder zkSync erlauben Anwendungen oder Nutzern, dynamisch zwischen Rollup- und Validium-Modus zu wählen – je nach Sicherheits- und Kostenanforderung. -
Kryptographische Sicherheit trotz Off-Chain-Daten
Die Gültigkeit der Zustandsänderung bleibt vollständig durch Zero-Knowledge-Proofs abgesichert, unabhängig von der Datenverfügbarkeit.
Nachteile und Risiken
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Abhängigkeit von externen Datenquellen
Wenn die Off-Chain-Daten verloren gehen oder nicht bereitgestellt werden, kann der Zustand nicht rekonstruiert werden – etwa im Fall von Disputen oder Systemausfällen. -
Zensurpotenzial
Betreiber des Validium-Modus könnten theoretisch bestimmte Transaktionen unterdrücken oder Nutzern den Zugang verwehren – insbesondere bei zentralisierten Datenquellen. -
Nicht ideal für kritische Finanzanwendungen
Für DeFi-Protokolle, die vollständige Transparenz und Nachvollziehbarkeit benötigen, ist der Validium-Modus weniger geeignet als Rollup-Lösungen. -
Komplexe Datenverfügbarkeitsinfrastruktur notwendig
Um das Vertrauen zu minimieren, müssen zusätzliche Maßnahmen wie Data Availability Committees oder Zero-Knowledge-Datenverfügbarkeitsnachweise eingerichtet werden.
Beispiele für Validium-Modus in der Praxis
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StarkEx (StarkWare)
Ermöglicht Anwendungen wie Immutable X, Sorare oder dYdX (v3), den Validium-Modus für skalierbare NFT- oder Trading-Anwendungen zu nutzen. Dabei werden Transaktionsdaten off-chain gespeichert, während STARKs die Validität sichern. -
zkPorter (zkSync Era, geplant)
Kombiniert den Validium-Modus mit einer Proof-generierten Blockchain-Struktur. Nutzer können Token im günstigen, schnellen Validium-Bereich transferieren oder ins Rollup verschieben, falls höhere Sicherheit benötigt wird.
Vergleich Validium-Modus vs. ZK-Rollup-Modus
| Merkmal | Validium-Modus | ZK-Rollup-Modus |
|---|---|---|
| Datenverfügbarkeit | Off-chain | On-chain |
| Gas-Kosten | Niedrig bis null | Moderat bis hoch |
| Sicherheitsmodell | ZK-Proof + Vertrauen in Datenanbieter | Vollständig ZK-gesichert |
| Wiederherstellbarkeit | Nur mit Datenzugriff | Jederzeit aus Layer 1 rekonstruierbar |
| Ideal für | Games, NFT-Handel, Exchanges | DeFi, Auditable Finance |
Fazit
Der Validium-Modus ist ein effizienter Betriebsmodus innerhalb von Zero-Knowledge-basierten Skalierungslösungen, bei dem die Rechensicherheit durch ZK-Proofs, aber die Datenverfügbarkeit off-chain organisiert wird. Er ermöglicht eine deutlich höhere Transaktionskapazität bei niedrigeren Kosten, verlangt aber Vertrauen in die Dateninfrastruktur außerhalb der Blockchain.
Für viele Anwendungen mit hoher Nutzerinteraktion, aber geringem Sicherheitsrisiko – etwa NFT-Plattformen oder Spiele – bietet der Validium-Modus einen leistungsstarken und pragmatischen Skalierungsweg.