Eine Kryptowährung, die 2014 von Evan Duffield als Fork des Bitcoin-Protokolls gestartet wurde, später in Darkcoin und schließlich in Dash umbenannt wurde, um schnelle, sichere Transaktionen und ein dezentrales Governance-System zu ermöglichen
XCoin war der ursprüngliche Name der Kryptowährung, die heute unter dem Namen Dash bekannt ist. Sie wurde am 18. Januar 2014 von Evan Duffield veröffentlicht und basierte auf dem Quellcode von Bitcoin, jedoch mit einigen grundlegenden Änderungen, die auf höhere Transaktionsgeschwindigkeit, bessere Privatsphäre und neue Governance-Mechanismen abzielten.
Entstehung und kurze Lebensdauer des Namens
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Start: XCoin wurde als Alternative zu Bitcoin konzipiert, mit dem Ziel, technologische Verbesserungen schnell umzusetzen.
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Technische Basis: Proof-of-Work mit dem X11-Algorithmus, einer Kette von elf kryptografischen Hash-Funktionen, um ASIC-Resistenz zu erhöhen und den Energieverbrauch zu senken.
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Blockzeit: Rund 2,5 Minuten (schneller als Bitcoin mit ~10 Minuten).
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Maximalmenge: Ähnlich wie Bitcoin, jedoch mit angepasster Emissionskurve.
Nur wenige Tage nach dem Start wurde der Name in Darkcoin geändert, um den Fokus auf die damals stark beworbene Privacy-Funktion („PrivateSend“, damals „Darksend“) zu betonen. Im März 2015 erfolgte dann die Umbenennung in Dash (Digital Cash), um ein breiteres Publikum anzusprechen und ein neutraleres Markenimage zu schaffen.
Der „Instamine“-Vorfall
In den ersten Tagen nach dem Start von XCoin kam es zu einem unerwarteten Fehler in der Difficulty-Anpassung des Mining-Algorithmus. Dies führte dazu, dass in den ersten 1–2 Tagen etwa 1,9 Millionen Coins – rund 10 % der geplanten Gesamtmenge – gemint wurden.
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Ursache: Ein Bug in der Blockschwierigkeitseinstellung bei Start.
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Folgen: Eine kleine Gruppe von Minern (darunter auch der Gründer) konnte ungewöhnlich viele Coins schürfen.
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Reaktion: Evan Duffield bot damals an, die Blockchain zurückzusetzen oder eine gerechtere Verteilung vorzunehmen, was die Community jedoch mehrheitlich ablehnte.
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Auswirkung: Dieser „Instamine“-Vorfall wurde zu einem häufig genannten Kritikpunkt und beeinflusste das Image von XCoin/Darkcoin/Dash in den ersten Jahren.
Technische Ausrichtung
Schon in der XCoin-Phase wurden zentrale technische Ideen umgesetzt, die später für Dash prägend blieben:
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X11-Mining – Kombination mehrerer Hashfunktionen zur Erhöhung der Mining-Diversität.
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Zweistufiges Netzwerk – Erste Ansätze eines Masternode-Systems, das zusätzliche Netzwerkfunktionen übernehmen sollte.
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Optionale Privatsphäre – Einführung einer Transaktionsmischfunktion, um Zahlungsströme zu verschleiern.
Übergang zu Darkcoin und Dash
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Februar 2014: Umbenennung in Darkcoin, Fokus auf Privatsphäre und anonyme Zahlungen.
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März 2015: Umbenennung in Dash, Neupositionierung als schnelles, benutzerfreundliches digitales Bargeld.
Der ursprüngliche Name XCoin blieb nur rund eine Woche in offizieller Verwendung, ist aber für die Geschichte von Dash bedeutsam, da er den Startpunkt des Projekts markiert.
Fazit
XCoin war die sehr kurzlebige Startphase des heutigen Dash-Projekts. Technisch legte es bereits den Grundstein für Funktionen wie schnelles Mining, optionale Privatsphäre und ein Masternode-Netzwerk. Trotz des frühen Instamine-Vorfalls entwickelte sich das Projekt weiter, durchlief zwei Umbenennungen und etablierte sich als eigenständige Kryptowährung mit Fokus auf schnelle und günstige Transaktionen. Der Name „XCoin“ ist heute vor allem von historischem Interesse und wird im aktuellen Dash-Ökosystem kaum noch verwendet.