Zilliqa Börsenlexikon Vorheriger Begriff: Tokenomics Charity Mechanismus Nächster Begriff: ZilSwap

Eine öffentliche Blockchain-Plattform, die durch Sharding-Technologie hohe Transaktionsdurchsätze und Skalierbarkeit ermöglicht, um dezentralisierte Anwendungen und Smart Contracts effizient auszuführen

Zilliqa ist eine öffentliche Blockchain-Plattform, die speziell für hohe Skalierbarkeit und effiziente Transaktionsverarbeitung entwickelt wurde. Ihr technologisches Alleinstellungsmerkmal ist die Implementierung eines Sharding-Mechanismus, mit dem das Netzwerk in der Lage ist, Transaktionen parallel zu verarbeiten. Zilliqa richtet sich vor allem an Anwendungen im Bereich dezentraler Finanzmärkte (DeFi), Gaming, Metaverse, NFTs und Unternehmenslösungen. Die Plattform kombiniert hohe Leistung mit einer durchdachten Sicherheitsarchitektur und verfolgt dabei einen pragmatischen Ansatz bei der Auswahl technologischer Komponenten.

Technologische Grundlagen

Zilliqa wurde mit dem Ziel gegründet, die Skalierbarkeitsprobleme klassischer Blockchains wie Bitcoin und Ethereum zu lösen. Während bei diesen Netzwerken alle Knoten sämtliche Transaktionen verarbeiten, verfolgt Zilliqa einen grundlegend anderen Ansatz: Transaktionen werden über Shards aufgeteilt und parallel verarbeitet, was eine lineare Skalierung der Transaktionskapazität mit der Anzahl der Netzwerkknoten ermöglicht.

Sharding-Mechanismus

Der Kernmechanismus von Zilliqa ist Netzwerk-Sharding. Dabei wird das Netzwerk in kleinere Einheiten – sogenannte Shards – unterteilt. Jeder Shard ist für einen Teil der Transaktionen zuständig. Der Ablauf lässt sich grob in drei Phasen einteilen:

  1. Netzwerkunterteilung: Das Netzwerk wird in N Shards unterteilt, basierend auf der Anzahl verfügbarer Knoten.

  2. Transaktionsverarbeitung: Jeder Shard validiert unabhängig von den anderen eine Teilmenge der Transaktionen.

  3. Finalisierung: Ein übergeordneter Konsensmechanismus – das sogenannte Directory Service Committee – fasst die Ergebnisse aller Shards zusammen und schreibt sie in die Blockchain.

Dieser Prozess erlaubt es Zilliqa, mehrere tausend Transaktionen pro Sekunde (TPS) zu verarbeiten, wobei mit zunehmender Anzahl von Knoten auch die Leistung des Netzwerks steigt.

Konsensmechanismus

Zilliqa verwendet einen hybriden Konsensmechanismus aus:

  • Praktischer byzantinischer Fehlertoleranz (PBFT) für die Endgültigkeit von Blöcken

  • Proof-of-Work (PoW) als einmaliges Mittel zur Knotenidentifikation und Sybil-Abwehr

PoW dient ausschließlich der Netzwerkaufnahme, nicht der kontinuierlichen Blockerstellung. Die eigentliche Konsensbildung erfolgt durch PBFT, was eine schnelle Finalität der Blöcke gewährleistet – im Gegensatz zu blockbasierten Systemen mit probabilistischer Finalität wie Bitcoin.

Smart Contracts und Programmiersprache Scilla

Zilliqa führt eine eigene Smart-Contract-Plattform ein, die auf der eigens entwickelten Programmiersprache Scilla basiert (kurz für Smart Contract Intermediate-Level Language). Scilla wurde mit einem Fokus auf formale Verifizierbarkeit und Sicherheit konzipiert.

Wichtige Merkmale von Scilla:

  • Trennung zwischen Rechen- und Kommunikationsebene zur Vermeidung logischer Fehler

  • Statische Typisierung zur Früherkennung von Fehlern

  • Formale Spezifikation von Sicherheitsinvarianten

Ziel ist es, Smart Contracts mathematisch überprüfbar zu machen und Sicherheitslücken wie Reentrancy oder Overflow zu vermeiden – Probleme, die bei Ethereum wiederholt zu schweren Angriffen geführt haben.

Der native Token ZIL

Der ZIL-Token ist das native Utility-Token des Zilliqa-Netzwerks. Er erfüllt mehrere zentrale Funktionen:

  1. Transaktionsgebühren: Alle Transaktionen und Smart-Contract-Ausführungen auf Zilliqa erfordern die Zahlung in ZIL.

  2. Staking: Nutzer können ZIL staken, um Belohnungen zu erhalten und zur Netzwerksicherheit beizutragen.

  3. Governance: ZIL-Inhaber können über Vorschläge zur Weiterentwicklung der Plattform abstimmen (on-chain governance).

  4. Zahlungsmittel in dApps: Innerhalb des Zilliqa-Ökosystems dient ZIL als Zahlungsmittel für NFTs, Gaming-Inhalte und Dienste im Metaverse.

Der Token wird an zahlreichen zentralisierten und dezentralisierten Börsen gehandelt und kann in verschiedenen Wallets (darunter ZilPay, Ledger und Moonlet) aufbewahrt werden.

Ökosystem und Anwendungsbereiche

Zilliqa hat in den letzten Jahren ein wachsendes Ökosystem aufgebaut, das verschiedene Anwendungen und Partnerschaften umfasst. Zu den relevanten Bereichen gehören:

  1. Dezentrale Finanzen (DeFi)
    Zilliqa bietet dApps wie ZilSwap (eine dezentrale Börse), ZILO (Launchpad für Token-Projekte) und XCAD Network (Monetarisierung für Content Creator).

  2. NFTs und Metaverse
    Projekte wie Mintable oder ZilDuck nutzen Zilliqa zur Ausgabe von NFTs. Zilliqa selbst hat Initiativen im Bereich Metaverse-as-a-Service (MaaS) gestartet, darunter das Projekt Metapolis, das als immersives XR-Metaverse positioniert ist.

  3. Unternehmensanwendungen
    Die Plattform wird für Pilotprojekte mit Bezug zu Werbetracking, digitaler Identität und Supply-Chain-Management genutzt. Zilliqa hat unter anderem mit Unternehmen wie PepsiCo, Switcheo und Chainlink zusammengearbeitet.

  4. Gaming
    Zilliqa investiert aktiv in Web3-Gaming durch Studios wie Roll1ng Thund3rz und integriert Blockchain-basierte Belohnungssysteme und digitale Assets.

Skalierung und Layer-2-Entwicklung

Trotz der inhärenten Skalierbarkeit durch Sharding arbeitet Zilliqa auch an Lösungen im Bereich Layer-2. Dazu zählen unter anderem:

  • Bridges zu anderen Blockchains (z. B. Ethereum, BNB Chain), um Interoperabilität zu ermöglichen

  • Rollup-basierte Lösungen für spezialisierte Anwendungsfälle

  • Zilliqa EVM-Kompatibilität: Eine EVM-kompatible Sidechain ist in Entwicklung, um Ethereum-basierten Entwicklern den Zugang zu Zilliqa zu erleichtern

Diese Maßnahmen sollen die Plattform zukunftssicher machen und die Integration in die breitere Web3-Infrastruktur vorantreiben.

Sicherheit und Netzwerkgovernance

Zilliqa legt großen Wert auf formale Sicherheit in der Entwicklung. Smart Contracts in Scilla lassen sich durch mathematische Modelle verifizieren, was das Risiko von Sicherheitslücken reduziert. Darüber hinaus betreibt Zilliqa ein Bug-Bounty-Programm und kooperiert mit externen Auditing-Firmen.

Die Governance-Struktur basiert auf einem Delegated Staking-Modell, wobei ZIL-Inhaber ihre Token an Validierungsknoten delegieren können. Entscheidungsprozesse zur Weiterentwicklung werden über das Governance-Portal von Zilliqa abgewickelt, wobei On-Chain-Abstimmungen möglich sind.

Fazit

Zilliqa ist eine technologisch fortschrittliche Blockchain-Plattform, die durch den Einsatz von Sharding und der sicheren Smart-Contract-Sprache Scilla eine leistungsstarke, skalierbare und sichere Umgebung für dezentrale Anwendungen bietet. Der native Token ZIL fungiert dabei als zentrales Element für Transaktionen, Staking und Governance. Mit wachsendem Ökosystem in Bereichen wie DeFi, NFTs, Gaming und Metaverse sowie geplanten Interoperabilitätslösungen positioniert sich Zilliqa als vielseitige Plattform mit dem Potenzial, sowohl technologische als auch wirtschaftliche Anforderungen im Web3-Zeitalter zu erfüllen.