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EU-Stahlschutz

Salzgitter springt nach UBS-Votum an MDax-Spitze 09.10.2026, 13:15 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Salzgitter-Papiere haben am Freitag einen zweistelligen Kurssprung hingelegt. Gegen 13 Uhr notierte die Aktie bei 49,70 Euro und damit 12,6 Prozent höher als am Vorabend – das Plus von gut 11 Prozent aus dem Vormittagshandel hat sich bis zum Mittag noch ausgeweitet. Bereits am Vormittag hatte der Stahlhersteller die Spitze des MDax übernommen. Auslöser ist eine Neubewertung der Schweizer Großbank UBS, die ihre Zuversicht vor allem mit dem verschärften Stahlschutz der EU begründet.

UBS hebt Kursziel von 56 auf 71 Euro

Die Bank hat Salzgitter von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 56 auf 71 Euro angehoben. In ihrer am Donnerstagabend veröffentlichten Studie sieht sie den Konzern als bevorzugten Wert im europäischen Stahlsektor. Dabei handelt es sich um die Einschätzung von UBS – sie stellt keine redaktionelle Empfehlung dar.

Neben dem Stahlgeschäft sieht die Bank Potenzial im Beteiligungsportfolio. Größere Umbauten erwartet sie zwar nicht. Ein teilweiser Verkauf der Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis oder ein Verkauf des Abfüllanlagenbauers KHS könnte nach ihrer Einschätzung aber erheblichen Wert freisetzen.

EU kappt zollfreie Stahlimporte fast um die Hälfte

Kern der Argumentation sind steigende Stahlpreise in der EU, von denen Salzgitter stärker profitieren dürfte als andere europäische Hersteller. Den Rahmen dafür setzt das neue Schutzregime für die europäische Stahlindustrie, das seit dem 1. Juli 2026 gilt und die ausgelaufenen Schutzmaßnahmen ersetzt. Die zollfreien Einfuhrkontingente für 26 Stahlproduktgruppen wurden im Schnitt um 47 Prozent gekürzt. Mengen oberhalb der Quoten werden mit 50 statt bisher 25 Prozent Zoll belegt.

Seit Anfang Oktober müssen Importeure zudem nachweisen, in welchem Land der Stahl ursprünglich erschmolzen und gegossen wurde. So soll verhindert werden, dass Stahl aus Ländern mit Überkapazitäten über Umwege in die EU gelangt. Das Regime soll den Importdruck auf die heimischen Hersteller spürbar verringern.

Aktie rückt an die 200-Tage-Linie heran

Charttechnisch nähert sich die Aktie der 200-Tage-Linie, die als längerfristiger Trendindikator viel beachtet wird und derzeit etwas über 50 Euro verläuft. Mit dem bisherigen Tageshoch von 49,92 Euro ist sie knapp darunter geblieben. Gelänge der Sprung darüber, könnte der Anfang September eingeleitete Abwärtstrend gebrochen werden.

Hinter dem Papier liegt damit eine deutliche Erholung: Das Tief der vergangenen Handelswoche lag bei 43,31 Euro. Vom Zwölf-Monats-Hoch bei gut 67 Euro bleibt der Titel allerdings weit entfernt, auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von mehr als 50 Prozent zu Buche. Ob die Stahlpreise tatsächlich so anziehen wie von UBS erwartet, dürfte sich spätestens in den kommenden Quartalszahlen zeigen.

Bn-Redaktion/sb
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