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Simsalasim vor Start

Xing-Gründer greift mit Zehn-Euro-Tarif an 06.10.2026, 17:12 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Simsalasim vor Start: Xing-Gründer greift mit Zehn-Euro-Tarif an
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Testbetrieb startet vor breitem Marktauftritt

Der Testbetrieb von Simsalasim soll in der kommenden Woche beginnen, die Öffnung für alle Endkunden in wenigen Wochen folgen. Der angekündigte Zehn-Euro-Tarif umfasst unbegrenzte Telefonie und SMS in 50 Ländern sowie unbegrenztes, nicht gedrosseltes Datenvolumen in 100 Ländern. Kunden sollen ihren Anschluss auch als Hotspot nutzen können. Technisch setzt das Unternehmen auf Netzkapazitäten des O2-Mutterkonzerns Telefónica. Für seine Mobilfunknummern hat sich der Anbieter bei der Bundesnetzagentur die Vorwahl 015333 reservieren lassen.

Künstliche Intelligenz übernimmt zahlreiche Aufgaben

Ein integrierter KI-Assistent soll auf Zuruf Gespräche protokollieren, übersetzen oder weitere Teilnehmer hinzuschalten. Auch hinter den Kulissen ist Künstliche Intelligenz ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells. Von der Programmierung über die Abrechnung bis zu Marketing und Kundenservice sollen möglichst viele Abläufe automatisiert werden. Den Softwarekern hat das Unternehmen selbst entwickelt. Simsalasim arbeitet mit rund zwei Dutzend Beschäftigten. Beim Vertrieb setzt Hinrichs neben Werbung auf Empfehlungen und will zunächst 16.000 Menschen aus seinem Netzwerk ansprechen.

Starke Konkurrenz durch Netzbetreiber und Discounter

Rechnerisch kommen in Deutschland rund 1,5 Mobilfunkkarten auf jeden Einwohner. Neben den vier Netzbetreibern Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 kämpfen zahlreiche kleinere Anbieter um Kunden. „Der Markt ist hart“, sagte Telekom-Chef Timotheus Höttges am Montag vor Analysten. Besonders relevant sind die Mobilfunkmarken der Discounter. Branchenkreise schätzen die Kundenzahl von Aldi auf rund zehn Millionen, die von Lidl auf zwei Millionen. Während Aldi auf das Telefónica-Netz zurückgreift, nutzt Lidl die Infrastruktur von Vodafone.

Vom Xing-Aufbau zum neuen Mobilfunkgeschäft

Hinrichs brachte bereits die Netzwerkplattform OpenBC auf den Weg, aus der Xing und ein börsennotiertes Unternehmen hervorgingen. Im Jahr 2009 verkaufte er die Mehrheit an Burda. Dem Aufsichtsrat der Deutschen Telekom gehörte er mehr als elf Jahre an. Die Simsalasim Germany GmbH wurde im Oktober 2024 im Unternehmensregister unter HRB 267351 eingetragen. Zuvor trug sie den Namen VRB Vorratsgesellschaften GmbH. Hinrichs war zunächst als Investor an der Firma beteiligt.

Höttges widerspricht Kritik aus dem Konzern

„Er hatte bei uns Zugang zu Interna und hat parallel sein Business aufgebaut“, kritisierte ein nicht namentlich genannter Telekom-Manager. Höttges erklärte dagegen: „Lars Hinrichs hat sich der Telekom gegenüber offen und fair verhalten und war auch in Sachen Simsalasim immer transparent.“ Laut einem Simsalasim-Sprecher legte Hinrichs bereits im Januar 2025 sein Investment an einem potenziellen Telekom-Wettbewerber offen und sein Aufsichtsratsmandat per Brief nieder. Ob der neue Anbieter mit seinem Angebot Kunden überzeugt, bleibt offen.

Bn-Redaktion/ar
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