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Ärztepräsident

Ausländische Ärzte werden dringend gebraucht 28.08.2026, 06:18 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

Ärztepräsident Klaus Reinhardt warnt vor einer politischen Instrumentalisierung des Ärztemangels im ländlichen Raum. "Ärzte und Patienten in diesen Regionen haben sinnvolle und realistische Lösungsansätze verdient", sagte der Chef der Bundesärztekammer der Funke Mediengruppe. "Verunsicherung und politische Instrumentalisierung machen es nicht besser, sondern schlimmer, egal aus welcher politischen Richtung sie kommen."

Die AfD macht den Ärztemangel insbesondere auf dem Land zum Wahlkampfthema. Im September wird sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt.

Im Regierungsprogramm der AfD für Sachsen-Anhalt heißt es unter anderem: "Ausländische Ärzte aber sind wegen der Sprachbarriere und kultureller Differenzen oft kaum geeignet, unsere Bürger richtig zu behandeln." Hinzu komme oft eine zweifelhafte oder schwer einschätzbare Qualifikation bei ausländischen Abschlüssen. "Wir werden deshalb alles dafür tun, künftig nicht mehr auf ausländische Ärzte angewiesen zu sein."

Reinhardt sagte dagegen, ausländische Ärzte seien bereits heute unverzichtbar. In Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken und auch in der ambulanten Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum, arbeiteten viele ausländische Kollegen. "Sie werden dringend gebraucht." Zudem gebe es viele hoch qualifizierte ausländische Ärztinnen und Ärzte in Spitzenpositionen. "Als globale Wissenschaft verbindet die Medizin Fachleute auf der ganzen Welt. Es ist gut, wenn wir über Grenzen hinweg voneinander profitieren", sagte Reinhardt.

Er räumte ein, es sei tatsächlich in manchen Regionen schwieriger geworden, einen Arzt zu finden. Gleichzeitig gebe es dort häufig Ärzte, die weit über ihre Belastungsgrenze hinaus arbeiteten und bei den Menschen sehr beliebt seien.

Reinhardt kritisiert AfD-Parole "Medizinstudenten statt Importärzte"

Die Forderung des AfD-Landesverbands in Sachsen-Anhalt, "Medizinstudenten statt Importärzte", kritisierte Reinhardt. "Von solchen plakativen Zuspitzungen halte ich nichts", sagte er. Deutschland brauche zwar ausreichend Studienplätze, müsse aber auch Ärztinnen und Ärzten aus dem Ausland die Möglichkeit geben, in Deutschland zu arbeiten.

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