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Gerresheimer mit Kursrutsch - Bafin prüft Konzernabschluss 24.09.2025, 17:53 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Gerresheimer 26,26 EUR -0,11 % Lang & Schwarz

(neu: Schlusskurs.)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Bei Gerresheimer nimmt die Talfahrt wegen schlechter Nachrichten kein Ende. Eine von der Finanzaufsicht Bafin angekündigte Prüfung des Konzernabschlusses sorgte bei der Aktie am Mittwoch für einen Kurssturz. In der Spitze sackte der Kurs um 38 Prozent ab und die Aktie erreichte mit 26,52 Euro ein Tief seit fünfzehn Jahren. Eine Stellungnahme des Verpackungsherstellers nahm dann etwas Druck von der Aktie, letztlich betrug das Minus aber immer noch 15,4 Prozent auf 36,20 Euro.

Wie die Bafin mitteilte, wurde eine Prüfung des Konzernabschlusses zum 30. November 2024 und des zugehörigen Lageberichts angeordnet. Es lägen konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen wurde. Wie es weiter heißt, wurden möglicherweise Umsatzerlöse für einige Verträge mit Kunden erfasst, obwohl die Umsätze noch nicht realisiert waren. Gerresheimer sagte seine Kooperation zu, um den Sachverhalt zu klären. Das Unternehmen vertrat die Auffassung, korrekt bilanziert zu haben.

Wie Analyst Pallav Mittal von der britischen Bank Barclays in einem ersten Kommentar schrieb, beeinträchtigen die Ermittlungen auch das Vertrauen der Anleger. Angesichts des ersten Einbruchs, den die Aktien nun erlebten, sprach er jedoch von einer Übertreibung. Denn schließlich beträfen die Prüfungen weniger als fünf Prozent der Umsätze und Profite. Es sei allerdings trotz attraktiver Bewertung schwierig, neue Anleger anzulocken, gesteht der Experte ein. Seine Einstufung bleibt dennoch auf "Overweight".

Der Gerresheimer-Kurs in diesem Jahr ist stark von Problemen des Verpackungsherstellers geprägt. Fast die Hälfte haben sie 2025 an Wert verloren und seit dem zwei Jahre alten Rekordhoch von 122,90 Euro sogar 70 Prozent. Mehrere Gewinnwarnungen und das Aus für geführte Übernahmegespräche haben in den vergangenen Monaten das Bild getrübt. Auch Wechsel im Führungskreis hatte es gegeben. Das Unternehmen erwägt, die Behälterglas-Sparte abzuspalten und sich stärker auf das Pharmageschäft zu konzentrieren.

Der neue Finanzchef Wolf Lehmann muss sich mit den Bafin-Ermittlungen gleich im ersten Monat seiner Tätigkeit einer unangenehmen Angelegenheit stellen. Er hatte das Amt als Finanzvorstand zum 1. September übernommen, nachdem Bernd Metzner, der die Finanzen des Konzerns zuvor sechs Jahre lang verantwortet hatte, das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hatte, "um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen".

"Wir gehen davon aus, dass der Hauptgrund für den Wechsel im Vorstand die gescheiterte Veräußerung des Geschäftsbereichs Glasformteile war", kommentierte nun der Metzler-Analyst Alexander Neuberger. Ob weitere Gründe eine Rolle gespielt hätten, bleibe unklar. Mit Blick auf die operativen Geschäfte fehle Gerresheimer eine überzeugende Strategie, um die deutliche Profitabilitätslücke zu den Wettbewerbern zu schließen.

Im Fokus der Bafin-Prüfungen steht wohl, ob Gerresheimer die Umsätze und Gewinne 2024 im richtigen Jahr verbucht hat. Anders als die Aufsichtsbehörde ist das Unternehmen der Auffassung, dass sie nach geltenden Vorschriften periodengerecht im vergangenen Geschäftsjahr bilanziert wurden. Die Prüfung durch die Aufsichtsbehörde nehme Gerresheimer sehr ernst, betonte Lehmann. Deshalb werde das Unternehmen vollumfänglich mit der Bafin kooperieren, um eine vollständige und transparente Klärung zu ermöglichen./tih/edh/niw/men

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