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Erhöhte Prognose für Brenntag noch kein Befreiungsschlag 23.06.2026, 13:22 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Brenntag 54,07 EUR -2,91 % Quotrix Düsseldorf

Starke Quartalszahlen und eine erhöhte Prognose haben die Aktie von Brenntag DE000A1DAHH0 am Dienstag nicht aus ihrem jüngsten Abwärtstrend befreien können. Nach einem kurzen Erholungsversuch zum Auftakt sackte der Kurs knapp unter 53 Euro auf ein Tief seit März. Zuletzt lag das Papier des Chemikalienhändlers dann mit einem halben Prozent im Minus bei 53,48 Euro, während der Leitindex Dax DE0008469008 mehr als ein Prozent verlor.

Nach unten bot - wie schon in der Vorwoche - die 200-Tage-Durchschnittslinie eine wichtige Unterstützung. Nach oben gestaltet sich der Weg charttechnisch gesehen aber auch nicht einfach, denn mit der 21-Tage-Linie für den kurz- und der 90-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend bieten sich starke Widerstände.

Alles in allem attestierten Analysten Brenntag überraschend starke vorläufige Zahlen für das zweite Quartal. Sie bewerteten zudem den angehobenen Ausblick als erfreulich, auch wenn sie diesen Schritt zum Teil erwartet hatten.

Analyst Peter Spengler von der DZ Bank verwies angesichts des starken operativen Ergebnisses vor allem auf höhere Bestellungen im Zuge der Nahostkrise. Die Zahlen - ein Ebitda von 450 Millionen Euro anstelle der vom Konsens erwarteten 367 Millionen Euro - sowie die auf 1.250 bis 1.400 Millionen Euro angehobene Ebitda-Jahreszielspanne (zuvor 1.150 bis 1.350 Mio Euro) dürften sich nun "leicht positiv" auf die Konsensschätzungen auswirken, schrieb der DZ-Bank-Experte. Seine eigenen Schätzungen will er leicht erhöhen.

Allerdings sieht Spengler keine Auswirkungen auf den Investment Case. "Die höheren Bestellungen im Zuge des Konflikts am Persischen Golf gab es auch bei anderen Chemieunternehmen in Deutschland bereits in ersten Quartal", schrieb er und geht bei Brenntag vor allem von Vorzieheffekten aus, die sich später ausgleichen sollten. Zudem wies er auf die laufenden Restrukturierungen hin und bekräftigte sein Anlageurteil "Verkaufen".

Auch die Analysten Christian Cohrs von Warburg Research und Chetan Udeshi von JPMorgan betonten den "vorübergehenden Charakter" der Sonderkonjunktur, die Brenntag im März und April gemeinsam mit anderen Chemiewerten eine Rally beschert hatte. Eine wesentliche Änderung der Marktwahrnehmung des Konzerns sei unwahrscheinlich, hieß es etwa von Cohrs.

Udeshi schrieb, dass für Europas Chemiebranche der strukturelle Gegenwind bei nachlassendem Auftrieb durch die Kriegsfolgen wieder zunehmend kräftiger werde. Brenntag zählt dabei zu den von ihm am schwächsten eingeschätzten Werten. Goldman-Sachs-Analystin Georgina Fraser hatte vor zwei Wochen schon vor neuerlichem Druck auf die Branche gewarnt und einige Werte abgestuft.

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