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Gerresheimer-Fantasie endgültig verpufft nach KKR-Bericht 04.04.2025, 11:17 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Gerresheimer 18,09 EUR -2,24 % Lang & Schwarz

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei Gerresheimer ist spätestens am Freitag jegliche Übernahmefantasie verflogen. Weil der Interessentenkreis im Ringen um einen möglichen Erwerb des Verpackungsherstellers immer kleiner wird, sackten die Aktien am Freitag am MDax -Ende um 14 Prozent auf 55,20 Euro ab. Die Kursgewinne seit Anfang Februar, als es erste Spekulationen gab, waren in den vergangenen Tagen schon aufgezehrt worden. Nun sackte der Kurs auf das niedrigste Niveau seit Oktober 2022.

Die Beteiligungsgesellschaft KKR habe das zusammen mit Warburg Pincus gebildete Konsortium verlassen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mitte März war bereits die Rede davon gewesen, dass andere Interessenten aus dem Rennen ausgestiegen sind. Mit Keybanc hatte sich Anfang der Woche ein Analysehaus skeptisch zu einem möglichen Verkaufspreis und möglichen Hürden für solch eine Transaktion geäußert.

Die DZ Bank nahm die jüngste Entwicklung am Freitag zum Anlass, um Gerresheimer von ihrer Liste der "Equity Long Ideas" zu nehmen. Damit gehören die Papiere nicht mehr zur Auswahl besonders aussichtsreicher Investment-Chancen. In diese waren im Februar aufgenommen worden wegen der damals noch als durchaus realistisch erachteten Übernahme. "Grundsätzlich wird mit diesem Rückzug eine Übernahme von Gerresheimer zu einem attraktiven Preis - die wir als Grund für die Aufnahme in unsere Topliste gesehen hatten - weniger wahrscheinlich", argumentierte Analyst Sven Kürten.

Auch die Analysten von Kepler Cheuvreux reagierten und tauschten Gerresheimer auf ihrer Liste der deutschen "Top Picks" gegen Infineon aus - mit Verweis auf das Risiko einer scheiternden Übernahme.

Im Februar war noch ein möglicher Gebotspreis von rund 90 Euro je Aktie kursiert. Zu Spitzenzeiten der Übernahmefantasie wurden im Februar die Gerresheimer-Aktien mit 85 Euro fast auf diesem Niveau gehandelt. Von diesem Niveau wurde mittlerweile ein Drittel wieder abgegeben. 90 Euro lägen auch noch weit unter den 120 Euro, die 2023 auf Rekordniveau gezahlt worden waren.

"Wir kennen nicht viele Details, aber sollten Finanzinvestoren nach einem genaueren Blick in die Geschäftsbücher ein geringeres Interesse an Gerresheimer zeigen, erscheinen die Aussichten zumindest kurzfristig noch schlechter als erwartet", erklärte ein Börsianer, der auch fundamental einen zunächst schwachen Jahresauftakt von Gerresheimer erwartet. Als Strohhalm für die Anleger bleibt noch die in dem Bericht erwähnte Kreise-Aussage, dass Warburg Pincus weitere Gespräche führe./tih/ajx/mis

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