PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben am Mittwoch nachgegeben. Im Sog der Wall Street gaben die europäischen Finanzplätze weiter nach. Der EuroStoxx 50 verlor am Mittwochmittag 0,77 Prozent auf 4478,18 Punkte.

Der französische Cac 40 zeigte sich ebenfalls leichter und sank um 1,05 Prozent auf 7451,45 Zähler. Der britische FTSE 100 büßte 0,44 Prozent auf 7687,64 Punkte ein.

Analyst Pierre Veyret vom Broker Activtrades sprach von einem abwartenden Geschäft. Nach den kräftigen Gewinnen Ende vergangenen Jahres harre der Markt nun neuer Signale. Diese könnten schon am Nachmittag erfolgen. Hier richtet sich der Blick auf den ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes der USA. "Seit gut einem Jahr liegt das Stimmungsbarometer unterhalb der Wachstumsschwelle", so die Volkswirte der Helaba. "Einen Sprung des ISM-Indexes in den Wachstumsbereich erwarten wir nicht."

Am Abend wird dann noch das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank veröffentlicht. "Bereits zur Mitte des Jahres sind drei Zinssenkungen à 25 Basispunkte fast vollständig eskomptiert", so die Helaba. "Damit, dass diese Erwartungen nochmals forciert werden, rechnen wir indes nicht."

Zyklische Sektoren erlitten teilweise deutliche Verluste. Sie gaben damit einen Teil der Gewinne der vergangenen Wochen wieder ab. Zu den Verlierern gehörten dabei die Autowerte. Eine pessimistische Analystenstimme belastete hier die Aktien von Auto1 . Den Anstoß für die aktuellen Verluste gab eine Erstbewertung mit "Underweight" durch die US-Bank Morgan Stanley. Technologiewerte litten unter den schwachen Vorgaben der Nasdaq. Das Schwergewicht ASML gab um 2,2 Prozent nach.

Dagegen waren defensive Branchen gefragt. An der Spitze standen die Aktien der Nahrungsmittelhersteller, gefolgt von Pharma- und Nahrungsmittelwerten. Gewinne der Schweizer Schwergewichte Nestle , Novartis und Roche beflügelten die Sektoren.

Novartis hatte mit dem US-Biotech-Unternehmen Voyager Therapeutics eine Lizenzvereinbarung und eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Demnach sichern sich die Schweizer die Rechte an Gentherapien zur Behandlung der Huntington Krankheit (HD) und der spinalen muskulären Atrophie (SMA). Die Aktie zog um 3,9 Prozent an, wofür auch positive Analystenstimmen verantwortlich waren.

Der Pharmakonzern Roche stärkte unterdessen seine Diagnostiksparte mit einer Akquisition. Die Basler übernehmen von der Firma LumiraDx deren sogenannte Point-of-Care Diagnostik-Plattform. Diese soll vollständig in Roche Diagnostics integriert werden. Die Aktie gewann 3,3 Prozent.

Der Flugzeugbauer Airbus will sich mit einem Milliardenbetrag die Cybersicherheits- und Datensparte des kriselnden französischen IT-Dienstleisters Atos sichern. Airbus bewerte das Geschäft rund um Big Data und Security (BDS) mit 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro inklusive Schulden, teilte Atos mit. Atos habe zudem ein weiteres nicht-bindendes Gebot erhalten, das sich aber nur auf Teile des BDS-Geschäfts beziehe, vorrangig verhandeln will das Unternehmen daher mit dem Flugzeugbauer. Die Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium. Die Atos-Aktie verlor nach anfänglichen Gewinnen 6,1 Prozent./mf/mis