PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Der Angriff der islamistischen Hamas auf Israel hat die europäischen Aktienmärkte am Montag nur kurz spürbar belastet. Der EuroStoxx 50 war im frühen Handel zeitweise um mehr als ein Prozent abgesackt, erholte sich aber bis zum Mittag wieder ein gutes Stück. Zuletzt stand ein Minus von 0,38 Prozent auf 4128,64 Punkte zu Buche.

Der französische Cac 40 war zwischenzeitlich ähnlich stark unter Druck geraten und gab zuletzt um 0,24 Prozent auf 7042,91 Punkte nach. Der britische FTSE 100 ("Footsie") profitierte von Kursgewinnen bei den stark gewichteten Ölwerten und legte um 0,29 Prozent auf 7516,26 Punkte zu.

Die Hamas hatte am Samstagmorgen von Gaza aus überraschend Raketenangriffe gegen Israel begonnen. Gleichzeitig drangen bewaffnete Palästinenser über Land, See und Luft nach Israel vor und griffen Menschen in mehreren Orten in Grenznähe an. Die Kämpfe gehen auch zwei Tage nach dem beispiellosen Angriff weiter.

"Der aufflammende Konflikt im Nahen Osten hat die Finanzmärkte auf dem falschen Fuß erwischt", schrieb Christian Henke, Marktanalyst beim Handelshaus IG. Vor allem gehe die Angst vor einer Unterbrechung der Lieferung des Rohöls aus dem Iran umher. Der Iran gilt als Unterstützer der radikal-islamischen Palästinergruppe Hamas.

Die Ölpreise hatten am Montag mit deutlichen Gewinnen auf den schweren Angriff der Hamas auf Israel reagiert. Entsprechend stark präsentierten sich an den Börsen die Aktien von Ölkonzernen. So stiegen die Papiere von Eni unter den besten Werten im EuroStoxx um 2,1 Prozent. In London ging es für die Anteilsscheine von BP um 2,9 Prozent nach oben.

Einige Flussgesellschaften stellten indes den Flugverkehr nach Israel bis auf Weiteres ein. Ferner litten sie unter der Sorge vor stark anziehenden Kerosinpreisen, weil diese direkt von den Ölpreisen abhängen. Damit büßten die Aktien von IAG , Air France-KLM und Wizz Air zwischen drei und vier Prozent ein.

In Mailand sackten die bereits im Cent-Bereich notierenden Aktien von Juventus Football Club um acht Prozent ab. Der italienische Fußball-Rekordmeister Juventus Turin hatte in der vergangenen Saison erneut tiefrote Zahlen geschrieben./la/men