Aktien Frankfurt Ausblick

Nach Euphorie am Freitag erneute Talfahrt erwartet 20.04.2026, 08:27 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Auf kräftige Gewinne am Freitag dürften angesichts der erneuten Eskalation der Lage in Nahost zum Wochenstart kräftige Verluste folgen. Die Situation in der Straße von Hormus ist weiterhin unübersichtlich und stark angespannt. Nachdem der Iran am Freitag die Öffnung der Meerenge bis zur restlichen Dauer der Waffenruhe am Mittwoch angekündigt hatte, wurde dies nach nur einem Tag wieder zurückgenommen.

Als Grund nannte die Armeeführung die fortdauernde Blockade iranischer Häfen durch die USA. Zudem lehnt die iranische Führung laut einem Bericht der Staatsagentur Irna ein zweites Treffen mit US-Vertretern ab und verwies neben der Blockade auf übertriebene Forderungen und einen ständigen Kurswechsel der USA. Die Ölpreise stiegen wieder deutlich und die Anleger am Aktienmarkt meiden erneut Risiken.

Der X-Dax DE000A0C4CA0 signalisierte für den deutschen Leitindex Dax DE0008469008 ein Minus von 1,3 Prozent auf 24.392 Punkte.

"Alles, was die Börsen am Freitag gefeiert haben, ist aktuell wieder hinfällig", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC-Partners. Angesichts des erneuten Ölpreisanstiegs flammten die Inflationssorgen wieder auf und die Börsen assoziierten dies mit steigenden Zinsen.

Erneut dürften angesichts der wieder deutlich zugespitzten Lage in Nahost Aktien aus dem Reise- und Freizeitsektor besonders unter Druck geraten. Obendrein dürften auch die stark vom Ölpreis abhängigen Branchen Auto oder auch Chemie überdurchschnittlich nachgeben.

Beim Autobauer VW DE0007664039 kommt noch eine für den Konzern negative Nachricht hinzu. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat sich dafür ausgesprochen, den Bau von chinesischen Autos in den deutschen VW-Werken zu prüfen, da der Wolfsburger Autohersteller weiterhin mit Entlassungen und Überkapazitäten an seinen Standorten zu kämpfen hat. "Eine Art Offenbarungseid" nannte dies ein Händler. Die im Dax notierte Vorzugsaktie gab auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss am Freitag um 2 Prozent nach.

Die Aktie von Wacker Chemie DE000WCH8881 könnte nach angehobenen Jahresumsatzzielen indes zulegen. Sie gewannen auf Tradegate 1,2 Prozent. Infolge des Iran-Kriegs verdiente der Chemiekonzern im ersten Quartal vorläufigen Zahlen zufolge operativ mehr als erwartet. Kunden hätten Bestellungen wegen des Kriegs vorgezogen, hieß es.

Zulegen dürften an diesem Tag auch Aktien der Energiebranche. So erholten sich etwa Verbio DE000A0JL9W6, die bislang stark vom Iran-Krieg profitiert und am Freitag dann einen Rückschlag erlitten hatten, vorbörslich auf Tradegate um rund 7,0 Prozent. Seit Beginn des Iran-Kriegs hatte die Aktie des Herstellers von Biokraftstoffen in der Spitze um mehr als 70 Prozent zugelegt.

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