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Aktien Frankfurt

Dax auf Tief seit Ende Juni - 25.000 Punkte außer Sichtweite 16.07.2026, 14:53 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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MDAX 31.856,75 PKT -0,82 % Ariva Indikation
DAX 24.759,52 PKT -0,95 % Ariva Indikation

Der Dax DE0008469008 hat am Donnerstag im Handelsverlauf seine Verluste ausgeweitet. Gegenwind kam zunächst von den schwachen asiatischen Märkten und dann auch von den überwiegend im Minus erwarteten US-Indizes. Zuletzt drückte zudem ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auf die Stimmung. Informierten Kreisen zufolge soll der Iran von der jemenitischen Huthi-Bewegung Unterstützung für eine Sperrung der Ölroute durch das Rote Meer für den Fall erbeten haben, dass die Vereinigten Staaten wie angedroht Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur starten, hieß es.

Am frühen Nachmittag büßte der deutsche Leitindex 1,14 Prozent auf 24.714 Punkte ein. Damit rutschte er sowohl auf ein Tief seit Ende Juni als auch unter die kurz- bis mittelfristig wichtige 50-Tage-Linie. Die zuletzt umkämpfte 25.000-Punkte-Marke gerät zunehmend außer Sichtweite.

Für den MDax DE0008467416 ging es um 0,77 Prozent auf 31.855 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 sank um 0,8 Prozent.

Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets verwies auf die weiteren Gewinnmitnahmen im asiatischen Halbleitersektor - starke Geschäftszahlen sowie die angehobenen Umsatz- und Investitionsziele des taiwanesischen Chipherstellers TSMC TW0002330008 halfen ihm nicht. Die offiziellen Quartalszahlen hätten die teils bereits bekannten Eckdaten lediglich bestätigt, und "die Skepsis der Investoren über die weitere Entwicklung im KI- und Rechenzentrumsgeschäft in der spätzyklischen Phase bleibt", betonte der Experte.

Dementsprechend konnten die TSMC-Aussagen auch weitere Verluste im deutschen Halbleitersektor nicht verhindern. Infineon DE0006231004 sanken am Dax-Ende um 4,8 Prozent. Für MDax-Schlusslicht Aixtron DE000A0WMPJ6 sowie die Indexnachbarn Siltronic DE000WAF3001 und Suss Microtec DE000A1K0235 ging es um bis zu 6,5 Prozent bergab. Die Aktien von LPKF DE0006450000 und Jenoptik DE000A2NB601, die der Branchenschwäche am Mittwoch noch getrotzt hatten, gaben um 2,9 beziehungsweise 2,3 Prozent nach. Zur Wochenmitte war bereits der gute Quartalsbericht des niederländischen Chipindustrie-Ausrüsters ASML NL0010273215 weitgehend verpufft.

Dass der Finanzdienstleister Hypoport DE0005493365 für das erste Halbjahr über eine Stagnation in der privaten Immobilienfinanzierung berichtete, ließ die Aktien um 1,5 Prozent sinken. Nach dem Zinsanstieg infolge des Iran-Kriegs hätten viele Verbraucher im ersten Quartal noch schnell Kredite abgeschlossen, berichtete Hypoport. Dieser Vorzieheffekt ging demnach zulasten des zweiten Quartals.

Die nun offiziell vorliegende Übernahmeofferte von Uber US90353T1007 gab Delivery Hero DE000A2E4K43 kaum Impulse: Mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 38,26 Euro blieben die Titel des Essenslieferdienstes deutlich unter den vom US-Fahrdienstvermittler gebotenen 41,50 Euro je Aktie. Analysten zufolge begrenzen die zu erwartende, langwierige Prüfung der Wettbewerbsbehörden sowie die fehlende Fantasie für Gegengebote das weitere Kurspotenzial. Seit Jahresbeginn haben die Aktien bereits um gut 68 Prozent zugelegt.

Die Cewe-Titel DE0005403901 verteuerten sich um 0,9 Prozent. Der Fotodienstleister will mit der Übernahme des Sofortfoto-Geschäfts von Kodak Alaris sein Kerngeschäft Fotofinishing und seine internationale Präsenz im Handel ausbauen.

Ansonsten bewegten Analystenaussagen. Für Schaeffler DE000SHA0100 ging es um 0,8 Prozent auf 8,45 Euro hoch. Die Schweizer Bank UBS erhöhte ihr Kursziel für die Aktien des Auto- und Industriezulieferers um einen auf 8,10 Euro und strich ihr Verkaufsvotum.

Die Anteile von Knorr-Bremse DE000KBX1006 zogen um 1,1 Prozent an, nachdem die US-Bank JPMorgan ihnen den Stempel "Positive Catalyst Watch" aufgedrückt hatte. Damit gab Experte Akash Gupta seinen optimistischen Erwartungen für die Ende Juli anstehenden Quartalszahlen des Bremsenspezialisten Ausdruck./gl/mis

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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