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Dax fällt - Ölpreis steigt nach gescheiterten Iran-Gesprächen 13.04.2026, 14:54 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Konjunktur- und Inflationssorgen haben den deutschen Aktienmarkt am Montag wieder stark belastet. Nach dem zuletzt aufgekommenen Optimismus im Zuge der Waffenruhe im Nahost-Krieg sorgte nun der deutlich gestiegene Ölpreis für Ernüchterung. Auslöser des Preisschubs am Rohölmarkt war die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus, nachdem am Wochenende die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran vorläufig gescheitert waren.

Der Leitindex Dax DE0008469008 fiel um 1,2 Prozent auf 23.516 Punkte. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten verlor 1,5 Prozent auf 29.934 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um 1,2 Prozent abwärts.

Direkte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad waren ohne greifbares Ergebnis geblieben. Für diesen Montag hat Trump eine Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus angekündigt, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen. Zugleich erläuterte das Militär, dass die Durchfahrt von Schiffen, deren Ziel oder Startpunkt kein iranischer Hafen ist, nicht beeinträchtigt werde. Trump will mit der Hormus-Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt, und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.

Der Iran gab sich unbeeindruckt. Trumps Ankündigung der Seeblockade sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, auf der Plattform X. Dies würde als Militäroperation gewertet, "und wir würden darauf reagieren". Die Revolutionsgarden warnten davor, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern. Dies würde als "klarer Verstoß gegen die bestehende Waffenruhe betrachtet", hieß es.

Zwar rechneten die Anleger fest damit, dass beide Parteien zähneknirschend an den Verhandlungstisch zurückkehren, doch die akute Gefahr bleibe extrem hoch, schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus Activtrades. Das absolute Nadelöhr, die blockierte Straße von Hormus, bleibe unter der Kontrolle Teherans weiterhin fest verschlossen. Und als Vergeltung drohe die US-Administration nun mit eigenen, aggressiven Blockaden. Dieses explosive geopolitische Gemisch berge massive Risiken.

In der Nacht zum Montag zog der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni erneut über die Marke von 100 US-Dollar an. Dies hatte bereits die Börsen in Asien ins Minus gedrückt. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 dürfte ebenfalls schwach in die Woche starten.

Der wieder stark gestiegene Ölpreis führte auch zu einer Verteuerung von Kerosin, was Aktien aus der Luftfahrt-Industrie belastete. So fielen Titel des Triebwerkbauers MTU DE000A0D9PT0 um 2,3 Prozent und jene des Flugzeugbauers Airbus NL0000235190 um 1,4 Prozent. Für die Anteilscheine des Flughafenbetreibers Fraport DE0005773303 ging es um gut 4 Prozent nach unten.

Lufthansa DE0008232125 sackten ebenfalls um mehr als 4 Prozent ab. Die Anleger der Fluggesellschaft mussten zudem eine neue Streikrunde der Piloten verdauen.

Als Schlusslicht im MDax knickten die Papiere von Nemetschek DE0006452907 um sechs Prozent ein und litten damit unter einer Verkaufsempfehlung der Großbank UBS. Analyst Michael Briest betonte die Risiken langjähriger Verträge des Bausoftware-Spezialisten. Sie seien im ersten Jahr hilfreich, sorgten ab dem zweiten Jahr aber für Gegenwind und gefährdeten den bisher starken Barmittelzufluss. Der Markt dürfte diese Risiken mit den Verdrängungssorgen rund um Künstliche Intelligenz verschmelzen./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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