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Dax nach Vortagserholung wieder unter Druck 11.03.2026, 12:19 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger bleiben am Mittwoch besorgt ob der Entwicklung im Nahen Osten. Der Dax geriet nach seiner Erholung vom Vortag zeitweise wieder mit fast zwei Prozent unter Druck, konnte den Abschlag aber gegen Mittag mit 23.782 Punkten auf 0,8 Prozent begrenzen. Der MDax gab zeitgleich ähnlich stark auf 29.482 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex fiel zuletzt um ein halbes Prozent.

Geht es nach den Experten der UBS, zeugen die jüngsten Schwankungen an den Börsen immer noch von der Unsicherheit, die vom Iran-Krieg auf die ganze Region am Golf und im Nahen Osten ausstrahlt. Neben der Hoffnung auf eine Normalisierung des Ölmarktes gebe es auch das zweite Szenario einer anhaltenden Knappheit an Energie, auf das sich Anleger weiterhin vorbereiten müssten.

Dass die Internationale Energieagentur Medienberichten zufolge die größte Freigabe von Notfall-Ölreserven in ihrer Geschichte vorschlägt, konnte den Wiederanstieg der Ölpreise am Mittwoch nicht verhindern. Nach Meinung des Experten Jochen Stanzl von der Consors Bank ist dies nur eine "Lösung auf Zeit". Auch bei dem Vortagsplus des Dax habe es sich nur um eine "technische Erholung" gehandelt, die noch keinen neuen Trend begründe.

Neben dem geopolitischen Nachrichtenfluss müssen die Anleger am Nachmittag auch die jüngsten Zahlen zur Entwicklung der US-Verbraucherpreise im Februar verarbeiten. Die Fachleute der Helaba wiesen aber darauf hin, dass diese den zuletzt massiven Anstieg der Benzinpreise noch nicht widerspiegeln.

Auf Unternehmensseite hat die Agenda zur Wochenmitte wieder einige Zahlenvorlagen auf höchster Ebene zu bieten. Das Feedback auf Rheinmetall und Henkel war jeweils sehr negativ, wie die Abschläge beider Aktien von 2,5 und 4,5 Prozent zeigten. In beiden Fällen monierten Experten ein enttäuschendes Abschneiden im vergangenen Jahr.

Das im Rüstungsboom von Rheinmetall angepeilte Wachstum konnte die Anleger also wie zuletzt schon nicht mehr begeistern. Nach ihrer Rally aus den Vorjahren haben die Aktien 2026 ihre Mühe, sich im Plus zu behaupten. Henkel hat sein diesjähriges Plus fast vollständig abgegeben, nachdem die Aktien in den vergangenen Tagen während des Iran-Kriegs schon viel Schwäche gezeigt hatten.

Mit den 1,9 Prozent schwächeren SAP-Aktien konnte ein Dax-Schwergewicht nicht davon profitieren, dass der US-Konkurrent Oracle seine hohen Investitionen in KI-Infrastruktur entgegen allen Zweifeln in Umsatzwachstum ummünzen konnte. Nur den Oracle-Aktien selbst gab dies im vorbörslichen Handel viel Schub nach oben.

Im MDax war die Reaktion auf Zahlen und vorsichtige Jahresausblicke in zwei Fällen besser. Die Titel der Porsche AG knüpften mit einem Anstieg um 1,6 Prozent an ihre Erholung vom Vortag an. Die positive Kursreaktion auf eigentlich schlechte Nachrichten suggeriert so etwas wie ein Gefühl des Aufbruchs unter den Anlegern.

Befreit wirkten auch die Anleger von Wacker Chemie : Die Papiere holten auf ihrem jüngsten Erholungsversuch mit einem Kursplus von 5,6 Prozent weiteren Schwung. Analyst Sebastian Satz von der Citigroup wertete es positiv, dass sich die Ziele in dem aktuell schwierigen Umfeld mit den durchschnittlichen Analystenerwartungen decken.

Wieder Verluste von fast zwei Prozent mussten am Mittwoch die Aktionäre der Lufthansa einstecken. Neben den kriegsbedingten Turbulenzen müssen sie verkraften, dass die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit für diesen Donnerstag und Freitag zu einem Streik aufgerufen hat.

Einen erneuten Kursrutsch um sieben Prozent gab es bei Gerresheimer . Der Verpackungshersteller kann den Geschäftsbericht für das Jahr 2025 in der Folge laufender Bilanzprüfungen erst nach dem 31. März veröffentlichen und muss daher voraussichtlich aus dem SDax absteigen.

Ein großer MDax-Verlierer war Delivery Hero mit einem Abschlag von fast sieben Prozent, nachdem die Bank of America ein negatives Votum abgegeben hatte. Analyst Xavier Le Mené rechnet zunächst nicht mit größeren Bewertungsimpulsen durch derzeit stattfindende strategische Erwägungen. Besser erging es nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux dem SDax-Wert Vossloh mit einem Plus von 3,2 Prozent./tih/stw

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