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Dax schwächelt weiter - Wochenbilanz negativ 23.10.2026, 14:39 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Nach dem jüngsten Kursrutsch an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq besteht bei deutschen Aktien weiter kein Kaufinteresse. Schwache Konjunktursignale aus Frankreich verstärkten am Freitag eher noch die Sorgen der Anleger. Sie bleiben in Deckung ob der vielen Themen, die sie verunsichern. Peter Reichel von der Investmentbank Oddo BHF sprach an den Märkten von einem "Balanceakt" zwischen Wachstum, Inflation und Zinsen.

Der Dax DE0008469008 knüpfte am Nachmittag mit einem Abschlag von knapp einem Prozent auf 25.128 Punkte an seine Vortagsverluste an. Das Wochenminus weitete sich damit auf fast zwei Prozent aus. Der MDax DE0008467416 verlor am Freitag 0,6 Prozent auf 29.920 Zähler. An den US-Börsen wird zu Wochenschluss vor allem der Standardwerte-Index Dow Jones Industrial US2605661048 im Minus erwartet, während der Nasdaq 100 vielleicht zur Ruhe kommen könnte.

Neuerdings hinterfragen Investoren wieder kritisch, ob sich die Milliardeninvestitionen in den KI-Boom rentieren. Gestiegene Zinsen spielen eine wichtige Rolle, während die Ölpreise zuletzt wieder für Inflationsdruck sorgten. Anders als von Experten gedacht, rutschten Einkaufsmanagerindizes in Frankreich unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten. In dem Land sorgen eskalierende Proteste derzeit für Unruhe.

Die Chartexperten von HSBC GB0005405286 sehen den Dax, der im Oktober im Bereich von 25.000 bis 25.700 Punkten schwankt, gefangen zwischen den besonders beachteten 50- und 200-Tage-Indikatorlinien. Sie sprechen von einem "Grad an Unentschlossenheit", sehen aber die Chance auf einen "Nährboden" für eine neue Trendbewegung, sofern die 200-Tage-Linie nachhaltig verteidigt wird.

Im europäischen Technologiesektor bleiben die Anleger nervös, nachdem der New Yorker Nasdaq 100 US6311011026 am Vorabend auf das tiefste Niveau seit Mitte September abgesackt war. Ein anfänglicher Erholungsversuch bei den Technologiewerten hielt jedoch nicht an. So rutschten die Aktien des Chipkonzerns Infineon DE0006231004 wieder um fast ein Prozent ins Minus.

Einige Dax-Werte standen mit US-Vorgaben unter Druck. Dazu gehörten die 1,2 Prozent schwächeren AdidasDE000A1EWWW0-Anteile, die laut Händlern darunter litten, dass das US-Unternehmen Deckers Outdoor seinen Ausblick gesenkt hat wegen schwächerer Verkäufe von Hoka Sneakern und Ugg Boots.

Noch massiver erwischte es aber MTU DE000A0D9PT0 mit 4,2 und die Deutsche Telekom DE0005557508 mit 3,7 Prozent Minus. Der Triebwerksbauer war Schlusslicht im Kielwasser durchwachsener Resultate des Wettbewerbers Safran FR0000073272. Die Telekom gab ihre Vortagsgewinne wieder ab wegen neuer Sorgen vor US-Konkurrenz durch SpaceX US84615Q1031.

Besser erging es wegen Branchenvorgaben dem Zementkonzern Heidelberg Materials DE0006047004 und dem Konsumgüterhersteller Beiersdorf DE0005200000. Die Titel der beiden Dax-Werte stiegen nach überzeugenden Quartalsberichten der Konkurrenten Holcim CH0012214059 und L'Oreal FR0000120321 um bis zu 2,2 Prozent.

Ein Bericht über ein nachgebessertes Kaufangebot des Chemiekonzerns BASF DE000BASF111 hievte am Nachmittag die EvonikDE000EVNK013-Aktien mit 3,4 Prozent ins Plus. BASF sei jetzt dazu bereit, etwa 24 Euro je Aktie zu zahlen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise. Laut einem Bericht der "Financial Times" hatten zuletzt 22,15 Euro je Aktie im Raum gestanden. BASF-Aktien reagierten im Dax kaum darauf.

Wenig Reaktion zeigten im Dax auch die Titel von Munich Re DE0008430026. Nach der jüngsten Kursrally nahmen die Anleger am Nachmittag eher nüchtern zur Kenntnis, dass der Rückversicherer nach einem starken dritten Quartal sein diesjähriges Gewinnziel anhob. Um fast 28 Prozent sind die Titel seit Juni gestiegen.

Bei Atoss Software DE0005104400 entschieden sich die Anleger nach gutem Lauf für Gewinnmitnahmen, der Kurs des SDaxDE0009653386-Mitglieds sackte um fast sieben Prozent ab. Dem erhöhten Margenausblick stand gegenüber, dass der auf Personalmanagement spezialisierte Softwareanbieter den Gesamterlös nun eher am unteren Ende seiner Prognosespanne sieht.

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