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Rheinmetall-Kurseinbruch belastet Dax - Micron-Zahlen 24.06.2026, 12:16 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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Der Dax DE0008469008 knüpft am Mittwoch unter der Last der einbrechenden Rheinmetall DE0007030009-Aktien an seinen Vortagsrückschlag an. Vor den am Abend erwarteten Zahlen des KI-Chipkonzerns Micron entfernte sich der deutsche Leitindex mit einem Abschlag von einem Prozent auf 24.649 Punkte weiter von der 25.000-Punkte-Marke. Er rutschte unter seine 21-Tage-Linie, worin Anleger ein kurzfristiges Warnsignal sehen. Der MDax DE0008467416 sank auch um etwa ein Prozent auf 31.811 Punkte.

Die Rheinmetall-Aktien brachen um 16 Prozent ein, weil ein Rüstungsprojekt der Bundeswehr für neue Fregatten beendet wird. Nach der Übernahme des Schiffbauers Naval Vessels Lürssen werde Rheinmetall um dessen "Kronjuwel" beraubt, schrieb der Experte Jens-Peter Rieck vom Analysehaus MWB. Erstmals seit mehr als einem Jahr wurden die Rheinmetall-Aktien wieder unter 1.000 Euro gehandelt. Vom Rekordhoch im Oktober hat sich der Kurs jetzt halbiert.

Der JPMorgan US46625H1005-Analyst David Perry bezifferte den eigentlich für Rheinmetall vorgesehenen Auftragswert des Fregatten-Großprojekts auf 12 Milliarden Euro. Er befürchtet, dass Zielsetzungen für die Auftragseingänge vor diesem Hintergrund verfehlt werden könnten. Die Nachrichten setzten auch andere Rüstungswerte wie Hensoldt DE000HAG0005 und Renk DE000RENK730 unter Druck.

Für Fantasie sorgte der Rheinmetall-Rückschlag jedoch bei den TKMS-Titeln DE000TKMS001, die im MDax um fast neun Prozent anzogen. Das Verteidigungsministerium verwies in seiner Mitteilung auf die bereits im März getroffene Entscheidung, Fregatten von dem Schiffbauer zu beschaffen. Der Auftrag für TKMS könnte auf acht statt der ursprünglich geplanten vier Schiffe erhöht werden, erwähnte der Metzler-Analyst Alexander Neuberger.

Nach der Vortagskorrektur im Technologiesektor warten die Anleger gespannt darauf, ob Micron US5951121038 die KI-Rally nach US-Börsenschluss neu beleben kann. Die Experten von Index-Radar sprechen vom "nächsten Lackmustest" mit breiter Signalwirkung. Am Vortag waren Investoren noch sehr nervös geworden ob der hohen Erwartungen, die bei Profiteuren des Megatrends als eingepreist gelten. Bei deutschen Chipwerten blieben die Anleger vorsichtig: Der Infineon-Kurs DE0006231004 blieb stabil.

Die DHL-Aktionäre DE0005552004 ignorierten die Enttäuschung, die bei dem US-Konkurrenten Fedex US31428X1063 wegen der vorgelegten Quartalszahlen herrscht. Rückläufige Margen im Zustellgeschäft belasteten vorbörslich zwar deutlich die Titel der Amerikaner, doch die DHL-Aktien zeigten sich mit einem dünnen Kursplus davon unbeeindruckt.

Die Gewinner im Dax wurden angeführt von den 4,6 Prozent höheren MTU DE000A0D9PT0-Papieren, die ihre Erholungsrally ausbauten. Für den Triebwerksbauer sieht der JPMorgan-Analyst Perry die Aussichten an vielen Fronten verbessert, unter anderem wegen der nachlassenden Treibstoffkosten in der Flugbranche.

Im MDax erholten sich die PumaDE0006969603-Aktien um fast vier Prozent von ihrem Vortags-Kursrutsch, der mit Aussagen im Rahmen eines Analysten-Briefings zum nächsten Quartalsbericht begründet wurde. Am Mittwoch gab es dazu nun beruhigende Aussagen einiger Experten.

Gut für die Kurse von 1&1 DE0005545503 und dem Mutterkonzern United Internet DE0005089031 waren Hochstufungen auf "Outperform" eines Barclays-Analysten. Ganesha Nagesha sieht nicht nur schrittweise Besserung der fundamentalen Lage, sondern auch Konsolidierungsfantasie. Als Mobilfunkanbieter stehe 1&1 enorm gut da, sollte es in der Branche zu Deals kommen.

Der SDax DE0009653386-Neuling Basler wurde dagegen von einer Verkaufsempfehlung mit 2,3 Prozent belastet. Die Auftragsdynamik des Spezialisten für Bildverarbeitungslösungen sei inzwischen eingepreist, lautete das Argument des Analysten Malte Schaumann von Warburg Research. Er erinnerte außerdem an eine Kursverdopplung seit dem Bericht zum ersten Quartal.

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