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Rheinmetall-Kurseinbruch belastet Dax vor Micron-Zahlen 24.06.2026, 14:55 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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MDAX 31.895,16 PKT -1,11 % Ariva Indikation
DAX 24.639,36 PKT -1,09 % Ariva Indikation

Der Dax DE0008469008 knüpft am Mittwoch unter der Last der einbrechenden Rheinmetall DE0007030009-Aktien an seinen Vortagsrückschlag an. Vor den am Abend erwarteten Zahlen des KI-Chipkonzerns Micron entfernte sich der deutsche Leitindex mit einem Abschlag von einem Prozent auf 24.653 Punkte weiter von der 25.000-Punkte-Marke. Er rutschte unter seine 21-Tage-Linie, worin Anleger ein kurzfristiges Warnsignal sehen.

Anleger machten in der Breite einen Bogen um deutsche Aktien, denn auch der MDax DE0008467416 sank um 1,1 Prozent auf 31.780 Punkte. Auf europäischer Bühne entwickelten sich die Börsen besser: In Paris, Zürich und London war das Vorzeichen der Leitindizes positiv. In New York steuerten die Börsen auch auf einen robusten Start zu.

Die Rheinmetall-Aktien brachen zeitweise um 20 Prozent ein, weil ein Rüstungsprojekt der Bundeswehr für neue Fregatten beendet wird. Nach der Übernahme des Schiffbauers Naval Vessels Lürssen werde Rheinmetall um dessen "Kronjuwel" beraubt, schrieb der Experte Jens-Peter Rieck vom Analysehaus MWB. Erstmals seit mehr als einem Jahr wurden die Rheinmetall-Aktien wieder unter 1.000 Euro gehandelt. Vom Rekordhoch im Oktober hat sich der Kurs jetzt halbiert.

Der JPMorgan-Analyst David Perry bezifferte den eigentlich für Rheinmetall vorgesehenen Auftragswert des Fregatten-Großprojekts auf 12 Milliarden Euro. Er befürchtet, dass Ziele für die Auftragseingänge nun verfehlt werden könnten. Die Nachrichten setzten auch andere deutsche Rüstungswerte wie Hensoldt DE000HAG0005 und Renk DE000RENK730 unter Druck.

Mit seinen Fregatten zum Zug kommt jetzt der Marineschiffbauer TKMS, weshalb die Titel des MDax-Konzerns um 15 Prozent anzogen. Für die Ausstattung der deutschen Marine sollen Schiffe des Typs Meko A-200 beschafft werden, die eigentlich als Brückenlösung geplant waren. Der Auftrag dafür solle auf acht Fregatten erhöht werden, erwähnte der Metzler-Analyst Alexander Neuberger.

Nach der Vortagskorrektur im Technologiesektor warten die Anleger gespannt darauf, ob Micron US5951121038 die KI-Rally nach US-Börsenschluss neu beleben kann. Die Experten von Index-Radar sprechen vom "nächsten Lackmustest" mit breiter Signalwirkung. Am Vortag waren Investoren noch sehr nervös geworden ob der hohen Erwartungen, die bei Profiteuren des Megatrends als eingepreist gelten.

Die am Vortag noch um 13 Prozent abgesackten Micron-Aktien steuern am Mittwoch im vorbörslichen US-Handel zwar auf eine vierprozentige Erholung zu, doch bei deutschen Chipwerten blieben die Anleger vorsichtig: Der Infineon-Kurs DE0006231004 gab zuletzt nochmals um 0,8 Prozent nach.

Die Gewinner im Dax wurden angeführt von den fast fünf Prozent höheren MTU DE000A0D9PT0-Papieren, die ihre Erholungsrally ausbauten. Für den Triebwerksbauer sieht der JPMorgan-Analyst Perry die Aussichten verbessert, unter anderem wegen der nachlassenden Treibstoffkosten in der Flugbranche.

Im MDax erholten sich die PumaDE0006969603-Aktien um 3,2 Prozent von ihrem Vortags-Kursrutsch, der mit Aussagen im Rahmen eines Analysten-Briefings zum nächsten Quartalsbericht begründet wurde. Am Mittwoch gab es dazu nun beruhigende Aussagen einiger Experten.

Gut für die Kurse von 1&1 DE0005545503 und dem Mutterkonzern United Internet DE0005089031 waren Hochstufungen auf "Outperform" eines Barclays-Analysten. Ganesha Nagesha sieht nicht nur schrittweise Besserung der fundamentalen Lage, sondern auch Konsolidierungsfantasie.

Der SDax DE0009653386-Neuling Basler wurde dagegen von einer Verkaufsempfehlung mit 2,5 Prozent belastet. Die Auftragsdynamik des Spezialisten für Bildverarbeitungslösungen sei inzwischen eingepreist, lautete das Argument des Analysten Malte Schaumann von Warburg Research. Er erinnerte außerdem an eine Kursverdopplung seit dem Bericht zum ersten Quartal.

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