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Alphabet floppt - KI-Investitionen weiter im Fokus 29.10.2026, 16:51 Uhr von dpa-AFX Jetzt kommentieren: 0

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NEW YORK (dpa-AFX) - Der Google US02079K1079-Mutterkonzern Alphabet US02079K3059 hat am Donnerstag im Technologiesektor die Laune wieder schlagartig getrübt. Der Internetkonzern heizte die Befürchtung exzessiver KI-Ausgaben wieder an, die zuletzt damit nur vorübergehend abgeflaut war. Der Branchenschwäche konnte sich auch Microsoft US5949181045 nicht entziehen, obwohl die Nachrichten von dem Softwareriesen besser aussahen. Beide Tech-Riesen hatten ihre Resultate am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegt.

Anleger schauten einmal mehr auf das derzeit zentrale Thema der Investitionen in KI-Infrastruktur und fragten, ob sich diese irgendwann rentieren. Alphabet berichtete von steigenden Investitionen und war beim freien Barmittelzufluss milliardentief ins Minus gerutscht, woraufhin die Aktien in der Spitze um fast 14 Prozent auf das niedrigste Niveau seit Ende März absackten. Zuletzt war das Minus dann noch fast 12 Prozent groß. Damit droht an einem einzigen Handelstag fast eine halbe Billion US-Dollar an Aktienwert vernichtet zu werden.

"Die Botschaft lautet: Der Markt belohnt Ausgabendisziplin und bestraft Investitionen ohne Cashflow-Deckung", resümierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Laut den Experten von Index-Radar gab Alphabet mehr für Investitionen aus, als das laufende Geschäft im Quartal an Geld einbrachte.

Bei Microsoft sah es in diesem Punkt auf den ersten Blick besser aus. Anders als Alphabet überraschte Microsoft eigentlich positiv damit, dass die Investitionen nicht ganz so hoch sind wie erwartet. Die Aktien starteten deshalb im Plus, rutschten dann aber im getrübten Tech-Umfeld mit 1,5 Prozent in die Verlustzone - auch belastet von der Nachricht, dass sich der Konzern Milliarden am Anleihemarkt besorgt, um weiter Geld in sein Wachstum investieren zu können. Das bisherige Rekordhoch konnten die Aktien nicht angreifen.

Was die Quartalszahlen betrifft, war das Fazit bei Microsoft gut. Der Softwareriese war besser als von Experten erwartet in das laufende Geschäftsjahr gestartet, angetrieben von einem abermals hohen Wachstum der Cloud-Plattform Azure. Die Investitionsausgaben von Microsoft stiegen zwar um 30 Prozent auf gut 45 Milliarden Dollar, lagen damit aber unter den Erwartungen.

Bei Alphabet war das Fazit durchwachsener. Brad Erickson von RBC sprach von einem "unübersichtlichen Quartal", das vor allem den Pessimisten Argumente liefere. Im Suchmaschinengeschäft habe Alphabet enttäuscht und die Ziele gesenkt, und die Margen hätten wegen der höherer KI-Kosten die Erwartungen verfehlt.

Im Falle von Microsoft werteten es die Experten von Index Radar positiv, dass trotz der Investitionen ein milliardenhoher freier Mittelzufluss erwirtschaftet wurde. "Der KI-Ausbau kostet enorme Summen, lässt sich aber weiterhin aus dem laufenden Geschäft finanzieren", laute die Botschaft des Softwareriesen. Bei Alphabet dagegen sei die Rechnung eine ganze andere mit einem Free Cashflow, der mit rund neun Milliarden Dollar ins Minus gerutscht war.

"Bei Microsoft erkennen Anleger zunehmend, wie sich die hohen KI-Ausgaben in Wachstum und Cashflow niederschlagen. Alphabet muss dagegen beweisen, dass die Investitionen nicht nur das Cloud-Geschäft antreiben, sondern auch das lukrative Werbegeschäft langfristig stärken", hieß es weiter von Index Radar. Denn ausgerechnet die Suchmaschine, die den KI-Ausbau finanziere, könnte durch neue KI-Anwendungen unter Druck geraten.

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